mini|Porträt des Cellisten Hugo Dechert, um 1902
Hugo Dechert (* 16. September 1860 in Potschappel (heute zu Freital); † 7. November 1923 in Berlin-Schöneberg) war ein deutscher Violoncellist, Kammermusiker und Musikpädagoge.
Leben und Wirken Ernst Hugo Dechert wurde ab dem Alter von 6 Jahren zunächst von seinem Vater Karl-Heinich Dechert, einem Geiger, in Violin- und Cellospiel, dann von Heinrich Tietz, einem Cellisten der Königlichen Kapelle Dresden, unterrichtet.Namensverzeichnisse der Sächsischen Staatskapelle Dresden Ab 1875 spielte er für 1½ Jahre als erster Cellist im Orchester des Belvedere in Dresden und gab Konzerte in Sachsen, Schlesien und Warschau.Violoncellisten der Gegenwart in Wort und Bild. Verlagsanstalt und Druckerei, Hamburg 1903. S. 45 Dank eines Stipendiums studierte Dechert dann noch von Ende 1877 bis Oktober 1880 an der Berliner Hochschule für Musik Violoncello bei Robert Hausmann.Verzeichnis der Eleven in den entsprechenden Jahresberichten der Hochschule für MusikHugo Dechert. Biografische Informationen in der Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe. (Datenübernahme aus einer CellistInnen-Datenbank von Christiane Wiesenfeldt) Anschließend unternahm er Konzertreisen durch Russland, Österreich und Italien und war ab 1881 Mitglied der Berliner Königlichen Kapelle, also des Orchesters der Berliner Hofoper, der heutigen Staatsoper Unter den Linden. Im Jahr 1886 erfolgte seine Ernennung zum Königlichen Kammermusiker, ab 1894 war er Erster Solo-Cellist der königlichen OperAlfred Einstein (Bearbeiter): Das neue Musiklexikon. Hesse, Berlin 1926, S. 136 und im Dezember 1898 wurde er zum Königlichen Kammervirtuosen ernannt.Kleine Mittheilungen Berliner Tageblatt, 7. Dezember 1898, Abendausgabe, S. 3
mini|hochkant=0.6|links|Grabstätte auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof Kammermusikalisch war er Mitbegründer und Mitglied des Halir-Quartetts und des Hess-Quartetts und konzertierte ab 1901 im Trio mit Georg Schumann (Klavier) und Carl Halir bzw. Willy Heß (Violine) europaweit.
Außerdem wirkte Dechert als Musikpädagoge: von 1888 bis 1891 am Stern’schen KonservatoriumJahresberichte des Stern’schen Konservatoriums und von 1916 bis 1923 am Klindworth-Scharwenka-KonservatoriumHugo Leichtentritt: Das Konservatorium der Musik Klindworth-Scharwenka Berlin 1881–1931. Berlin 1931, S. 30 und 35; daneben unterrichtete er privat, einer seiner Schüler war Walter Schulz. Den Professorentitel führte er spätestens ab 1919.
1888 heiratete er Bertha Syvarth (* 1867 Oldenburg; † 1943 Berlin-Schöneberg).Oldenburg-Stadt Heiratsurkunde Nr. 141 vom 9. November 1888 Drei ihrer Söhne, darunter Fritz Dechert (* 1894 Berlin; † 1978 Berlin-LichterfeldeStandesamt Berlin-Steglitz Nr. 3347: Namensverzeichnis Sterberegister 1978) und Karl Dechert (* 1900; † 1962), wirkten ebenfalls als Cellisten.Abschnitt nach Paul Frank, Wilhelm Altmann: Hugo Dechert. In: Tonkünstlerlexikon 1926. Fritz spielte ab 1914, Karl ab 1924 im Orchester der Berliner Hof-/Staatsoper. Karl wurde später wie sein Vater Erster Solo-Cellist. Er blieb bis Anfang der 1960er Jahre im OrchesterWerner Otto und Günter Rimkus (Redaktion): Die Staatsoper Berlin 1955 bis 1960 (Redaktionsschluss 31. Dezember 1960). VEB Graphische Werkstätten, Leipzig 1961. Ohne Paginierung, damit waren Mitglieder der Familie Dechert 80 Jahre lang führende Cellisten der Staatskapelle.
Decherts Grabstätte befindet sich auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin.
Werke Richard Strauss: Orchesterstudien aus seinen Bühnenwerken. [Ausgabe für] Violoncello. Ausgewählt und bezeichnet von Hugo Dechert. Fürstner, Berlin 1912 Heft 1: Guntram, Feuersnot Heft 2: Salome Heft 3: Elektra Heft 4: Der Rosenkavalier Joseph Haydn: 30 berühmte Quartette für 2 Violinen, Viola und Violoncello. Herausgegeben von Andreas Moser und Hugo Dechert. Band 1–2. Peters, Leipzig 1920/21, Neudrucke ab 1950
Literatur Wilhelm Joseph von Wasielewski: Das Violoncell und seine Geschichte. Breitkopf und Härtel, Leipzig 1889. S. 172 Dechert, Hugo in: Violoncellisten der Gegenwart in Wort und Bild. Verlagsanstalt und Druckerei, Hamburg 1903. S. 44/45 Dechert, Hugo in:
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Einzelnachweise
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