Das Amt Ratzeburg war eines von vier Ämtern im Herzogtum Sachsen-Lauenburg.

Abgrenzung Die Stadt Ratzeburg gehörte (abgesehen vom Domhof) nicht zum Fürstentum Ratzeburg (einem Teil von Mecklenburg-Strelitz), sondern zum Herzogtum Sachsen-Lauenburg. Die benachbarten lauenburgischen Gebiete wurden im Herzogtum Sachsen-Lauenburg als Amt Ratzeburg verwaltet, die mecklenburgischen Gebiete als gleichnamiges Amt Ratzeburg.Konrad Kretschmer: Historische Geographie von Mitteleuropa. 2016, S. 609 (Digitalisat).

Umfang Das Amt Ratzeburg war das größte Amt im Herzogtum. Es umfasste den Flecken Groß-Grönau und 37 Dörfer. Es zählte im Jahr 1866 etwa 9000 Einwohner (1845 waren es 8990, 1855 dann 9007). mini|Amtshaus in St. Georgsberg Das Amtshaus befand sich in St. Georgsberg bei der namensgebenden Stadt Ratzeburg, die aber nicht Teil des Amtes war. Amtsvogteien befanden sich in Ratzeburg und in Mölln. Zu den Amtsorten zählten: Alt-Mölln, Groß-Berkenthin, Breitenfelde, Buchholz, Dechow, Einhaus, Farchau, St. Georgsberg, Groß-Grönau, Kittlitz, Kühlen, Lankau, Mustin, Neuvorwerk, Salem und Klein-Sarau.

Auflösung Nach der Übernahme durch Preußen wurde das Herzogtum Lauenburg zum Kreis Herzogtum Lauenburg. Die Ämter bestanden zunächst noch weiter, wurden aber 1882, als im Kreis Herzogtum Lauenburg die Kreisordnung für die sechs östlichen Provinzen Preußens von 1872 eingeführt wurde, aufgehoben.

Amtmänner (Erste Beamte) und Amtsschreiber um 1737–1748 Christian Ludwig Ebell, Amtmann, ab 1747 Oberamtmann 1749–nach 1750 Statz Otto Oldenburg, Amtmann vor 1763–1789 Johann Dietrich von Kaufmann, nobilitiert 1784; ab 1764 Oberamtmann 1792–1795 Georg Heinrich Schwarzkopf 1796 Johann Georg Braunsso im hannoverschen Staatskalender 1796 1795–1820 Gottlieb Johann August Brauns ~ 1796–1817 Johann Caspar August Vogt (Amtsschreiber) 1823–nach 1824 Johann Wilhelm Gustav Hantelmann, seit 1818 schon Amtsschreiber 1827–1860 Joachim Bernhard Susemihl, seit 1823 schon Amtsschreiber 1861–1871 Johann Detloff von Cossel

Auch der jeweilige Zweite Beamte konnte den Titel Amtmann tragen, so seit 1818 Hantelmann, nach 1814 August Vogt und 1831 bis 1833 Gottfried von Reventlow.

Literatur Franz Knauth: Das Herzogthum Lauenburg nach den zuverlässigsten Quellen, 1866, S. 33–34, Digitalisat. Heinrich Dechen, Heinrich Wilhelm Dove: Landeskunde, Aus: Statistik des zollvereinten und nördlichen Deutschlands, Theil 1, ISBN 9783111207018, 1858, S. 427, Digitalisat.

Einzelnachweise

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