Heinrich Müller-Miny (* 17. März 1900 in Eschweiler; † 26. März 1981 in RemagenEckart Ehlers, Emil Meynen (Hrsg.): Geographisches Taschenbuch und Jahrweiser zur Landeskunde 1981/1982, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1981, S. 15, 392.) war ein deutscher Geograph.
Leben Müller-Miny besuchte von Ostern 1910 bis Juni 1918 das Städtische Gymnasium in Eschweiler, diente nach der Notreifeprüfung und der Einberufung zum Heeresdienst von Juni bis November 1918 als Rekrut beim Ersatz-Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 29 und studierte ab Februar 1919 Geographie, Geologie und Volkswirtschaft in Köln, Heidelberg und Bonn. Nach seiner Promotion im Mai 1923 bei Franz Thorbecke in Köln zum Dr. phil. war er ab Oktober 1926 als Assistent zunächst von Alfred Philippson6. Das Geografische Institut. In: Chronik der Rheinischen Friedrich Wilhelms-Universität zu Bonn für das akademische Jahr 1956/26. Jg. 51, Neue Folge Jg. 40, Bonn 1927, S. 61 (digitale-sammlungen.ulb.uni-bonn.de). und dann von Leo Waibel bis 1932 am Geographischen Institut der Universität Bonn tätig.Alexander Hesse: Die Professoren und Dozenten der preußischen Pädagogischen Akademien (1926–1933) und Hochschulen für Lehrerbildung (1933–1941). Deutscher Studien Verlag, Weinheim 1995, ISBN 978-3-89271-588-7, S. 526–528.
Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.138.778).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/29511007. Anschließend widmete er sich der mit jahrelangen Geländestudien einhergehenden Arbeit an einer agrargeographischen Habilitationsschrift, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft durch ein einjähriges Stipendium unterstützt und im November 1936 inhaltlich abgeschlossen und bei der Universität Köln eingereicht wurde.Heinrich Müller-Miny: Die linksrheinischen Gartenbaufluren der südlichen Kölner Bucht: im besonderen die des Vorgebirges im Kartenbild (= Paul Ritterbusch (Hrsg.): Berichte zur Raumforschung und Raumordnung, Band 5). K. F. Koehler, Leipzig 1940, S. 7.Wilhelm Credner: Die Gartenbaufluren in der südlichen Kölner Bucht als Beispiel landwirtschaftsgeographischer Kartierung. In: Abteilung für Landeskunde im Reichsamt für Landesaufnahme (Hrsg.): Berichte zur Deutschen Landeskunde. 1. Band, 1. Heft (Oktober 1941), Verlag S. Hirzel, Leipzig 1941, S. 13–15. [Besprechung der Habilitationsschrift von Heinrich Müller-Miny] Im April 1937 wechselte er als zunächst kommissarischer und ab Herbst 1938 planmäßiger Dozent für Erdkunde und Methodik des Heimat- und Erdkundeunterrichts an die Hochschule für Lehrerbildung Trier, die im Frühjahr 1941 aufgelöst wurde.Gerhard Lüdtke (Hrsg.): Kürschners deutscher Gelehrten-Kalender 1940/41, Walter de Gruyter, Berlin 1941, S. 239. Im Januar 1941 wurde er in Köln zum Dr. habil. mit venia legendi für Geographie habilitiert.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Müller-Miny im Oktober/November 1941 als Sachgebietsleiter an die neu gegründete Abteilung für Landeskunde unter Leitung von Emil Meynen beim Reichsamt für Landesaufnahme in Berlin berufenAlexander Hesse: Die Professoren und Dozenten der preußischen Pädagogischen Akademien (1926–1933) und Hochschulen für Lehrerbildung (1933–1941). Deutscher Studien Verlag, Weinheim 1995, ISBN 978-3-89271-588-7, S. 116. und war zudem Lehrbeauftragter und 1944/45 Dozent neuer Ordnung am Geographischen Institut der Reichsuniversität Posen im besetzten Polen; gegen Kriegsende leitete er bis März 1945 in Stellvertretung des in Berlin universitär gebundenen Meynens die Ausweichstelle Worbis der Abteilung für Landeskunde.Emil Meynen: Institut für Landeskunde. Das erste Vierteljahrhundert seiner Tätigkeit 1941–1966. In: Institut für Landeskunde (Hrsg.): Berichte zur Deutschen Landeskunde. 36. Band, 2. Heft (Juni 1966), Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde und Raumforschung, Bad Godesberg 1966, S. 145–206 (hier: S. 156).
Nach seiner Entlassung aus der KriegsgefangenschaftCarl Troll (Hrsg.): Archiv für wissenschaftliche Geographie, Band II, Lieferung 1–3 (August 1948), Ferd. Dümmlers Verlag, Bonn 1948, S. 119. war er nach zeitweiligem Wohnsitz in LindlarEmil Meynen (Hrsg.): Geographisches Taschenbuch und Jahrweiser zur Landeskunde 1950. Reise- und Verkehrsverlag, Stuttgart 1950, S. 274. und einer vorangegangenen Tätigkeit als freier Mitarbeiter ab April 1952 Referent (ab 1954 mit der Amtsbezeichnung Wissenschaftlicher Rat) in der mehrfach umbenannten Bundesanstalt für Landeskunde in Remagen, dann ab 1959 in Bad Godesberg, und nach seiner Pensionierung im Jahre 1965 zuletzt von 1974 bis 1981 Honorarprofessor für Geowissenschaften und Geographie an der Technischen Hochschule Darmstadt. Müller-Miny lebte seit seiner Anstellung bei der Bundesanstalt für Landeskunde in Remagen, wo er auch seinen Ruhestand verbrachte.Emil Meynen (Hrsg.): Geographisches Taschenbuch und Jahrweiser zur Landeskunde 1953. Reise- und Verkehrsverlag, Stuttgart 1953, S. 554.
Mitgliedschaften Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung (gegründet 1935) Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin (ab 1941)Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, Jahrgang 1941, Heft 9/10 (Dezember 1941), S. 435. Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde (ab 1966)
Schriften Moderne Industrien im tropischen Afrika. Eine wirtschaftsgeographische Studie (= Alfred Hettner (Hrsg.): Geographische Schriften, Heft 3). B. G. Teubner, Leipzig 1928. [Neubearbeitung und Erweiterung einer Dissertation] Bonn. Eine stadtgeographische Skizze. In: Festschrift für Alfred Philippson zu seinem 65. Geburtstag. B.G. Teubner, Leipzig 1930, S. 137–156. Morphologische Beobachtungen im Bergischen und Sauerland. In: Petermanns Geographische Mitteilungen, 77. Jahrgang, Heft 9/10 (September/Oktober 1931), S. 228–233. Die Abbildung der Erdoberfläche in der Ebene. In: Alfred Philippson: Grundzüge der allgemeinen Geographie. Band 1, 2., neubearbeitete Auflage, Akademische Verlagsgesellschaft, Leipzig 1933. Gartenbau und Landesplanung; auf Grund von Untersuchungen über die rheinischen Gartenbaulandschaften. In: Konrad Meyer (Hrsg.): Volk und Lebensraum. Forschungen im Dienst von Raumordnung und Landesplanung. Band 1, Kurt Vowinckel Verlag, Heidelberg 1938, S. 315–326. Die linksrheinischen Gartenbaufluren der südlichen Kölner Bucht: im besonderen die des Vorgebirges im Kartenbild (= Paul Ritterbusch (Hrsg.): Berichte zur Raumforschung und Raumordnung, Band 5). K. F. Koehler, Leipzig 1940. (zugleich Habilitationsschrift Universität Köln, 1941) Beitrag zur Terminologie des Gartenbaus. In: Hans Schrepfer, Emil Hinrichs (Hrsg.): Zeitschrift für Erdkunde, 9. Jahrgang, Heft 7/8 (April 1941), Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt am Main 1941, S. 246–249. Studien über den Feldgemüsebau der Kreise Braunschweig und Wolfenbüttel. In: Abteilung für Landeskunde im Reichsamt für Landesaufnahme (Hrsg.): Berichte zur Deutschen Landeskunde. 1. Band, 1. Heft (Oktober 1941), Verlag S. Hirzel, Leipzig 1941, S. 15–17. [Besprechung von Helmut Wöbeking: Der Feldgemüsebau der Kreise Braunschweig und Wolfenbüttel. Gerhard Stalling, Oldenburg i.O. 1939] Natur und Kultur des Landes an der mittleren Warthe im Luftbild (= Landeskundliche Luftbildauswertung im mitteleuropäischen Raum, Heft 1). Selbstverlag des Amtes für Landeskunde, Remagen 1952. Das Land an der mittleren Warthe in seiner naturräumlichen Gliederung (= Forschungen zur deutschen Landeskunde, Band 67). Selbstverlag des Amtes für Landeskunde, Remagen 1952. Geographische Luftbildauswertung. 3. Geographisch-landeskundliche Luftbildauswertung. In: Emil Meynen (Hrsg.): Geographisches Taschenbuch und Jahrweiser zur Landeskunde 1953. Reise- und Verkehrsverlag, Stuttgart 1953, S. 489–498. Gesteinskarte und landeskundliche Darstellung. Ein Beispiel aus dem Bergischen Land. In: Emil Meynen (Hrsg.): Geographisches Taschenbuch und Jahrweiser zur Landeskunde 1953. Reise- und Verkehrsverlag, Stuttgart 1953, S. 499–501. Bodenabtrag und Erosion im südbergischen Bergland. Ein Beitrag zur Frage der Bodenzerstörung und der quantitativen Morphologie. In: Bundesanstalt für Landeskunde (Hrsg.): Berichte zur Deutschen Landeskunde. 12. Band, 2. Heft (Januar 1954), S. 277–292. Wesen und Intensität bäuerlichen Nebenerwerbs im bergischen Grünlandgebiet, am Beispiel des Rheinisch-Bergischen Kreises. In: Berichte über Landwirtschaft, , Neue Folge, Band 32 (1954), Heft 3, S. 395–424. Geologischer Bau. In: Harald Uhlig: Landkreis Kreuznach (= Zentralausschuss für deutsche Landeskunde (Hrsg.): Die Deutschen Landkreise. Die Landkreise in Rheinland-Pfalz, Band 1). Zechner, Speyer 1954. In: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. 2. Lieferung, Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1955, S. 137–145.Haupteinheiten(gruppen) 07, 070–071 (→ Naturräumliche Haupteinheiten Deutschlands) Die Eifel als Naturerscheinung. In: Eifelverein (Hrsg.): Die Eifel. Monatsschrift des Eifelvereins, , 51. Jahrgang, Nr. 11/12 (November/Dezember 1956), Köln 1956, S. 135–137. Mittelrheinische Landschaft. In: Bundesanstalt für Landeskunde (Hrsg.): Berichte zur Deutschen Landeskunde. 17. Band, 2. Heft (Dezember 1956), Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1956, S. 167–171. Das Mittelrheintal als Naturerscheinung. Eine geographische Deutung. In: Bundesanstalt für Landeskunde (Hrsg.): Berichte zur Deutschen Landeskunde. 17. Band, 2. Heft (Dezember 1956), Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1956, S. 171–176. Die Wandlungen der Landschaft auf den mittleren jonischen Inseln seit den Reisen von Joseph Partsch. In: Deutscher Geographentag Hamburg 1. August bis 5. August 1955. Tagungsbericht und wissenschaftliche Abhandlungen (= Verhandlungen des Deutschen Geographentages, Band 30). Steiner, Wiesbaden 1957, S. 397–406. In: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. 4. und 5. Lieferung, Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1957, S. 351–354, 356–364, 383–386, 392–396, 398–403, 416–431, 476–480.Haupteinheiten(gruppen) 24, 241–246, 27, 273, 275–276, 29, 290–292, 325–326 (→ Naturräumliche Haupteinheiten Deutschlands) Die Eifel als Naturraum. In: Bundesanstalt für Landeskunde (Hrsg.): Berichte zur Deutschen Landeskunde. 18. Band, 1. Heft (Februar 1957), Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1957, S. 38–45. Der Siebengebirge-Rhein-Westerwald-Park. In: Naturschutzparke. Mitteilungen des Vereins Naturschutzpark e. V. Stuttgart. , Heft 10 (Herbst 1957), S. 316–321. Beiträge zur Morphologie der mittleren Jonischen Inseln. In: Annales géologiques des pays Helléniques, Band 8, Athen 1957, S. 1–28. Beiträge zur Morphologie und Geologie der Mittleren Ionischen Inseln. II. Beobachtungen auf Kephallinia. In: Annales géologiques des pays Helléniques, Band 9, Athen 1958, S. 73–89. Das Mittelrheingebiet und seine naturräumliche Gliederung. In: Bundesanstalt für Landeskunde (Hrsg.): Berichte zur Deutschen Landeskunde. 21. Band, 2. Heft (September 1958), Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1958, S. 193–233. Der Niederwesterwald und seine naturräumliche Gliederung. In: Bundesanstalt für Landeskunde (Hrsg.): Berichte zur Deutschen Landeskunde. 21. Band, 2. Heft (September 1958), Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1958, S. 233–246. Grundfragen zur naturräumlichen Gliederung am Mittelrhein. Eine baustilkritische Betrachtung als Beitrag zu einer naturgeographischen Gefügelehre. In: Bundesanstalt für Landeskunde (Hrsg.): Berichte zur Deutschen Landeskunde. 21. Band, 2. Heft (September 1958), Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1958, S. 247–266. Die naturräumliche Gliederung am Mittelrhein. Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1959. [Sonderdruck mit Vorwort der drei Aufsätze aus den Berichten zur Deutschen Landeskunde, 21. Band, 2. Heft]