Katla (nach dem Vulkan Katla) ist eine isländische Mystery-Fernsehserie von Baltasar Kormákur und Sigurjón Kjatarsson, die im Juni 2021 auf Netflix veröffentlicht wurde. Sie erzählt von mysteriösen Ereignissen nach einem Vulkanausbruch, der Wechselbälger zu Tage fördert. Die Sängerin GDRN gibt darin ihr Schauspieldebüt.

Produktion Die Vulkandramaserie Katla wurde von Regisseur Baltasar Kormákur zusammen mit Sigurjón Kjatarsson, dem Showrunner von Kormákurs Serie Trapped – Gefangen in Island, geschaffen und bereits seit einigen Jahren vor der Ankündigung durch sein Produktionsunternehmen RVK Studios entwickelt. Kormákur hatte die Idee auf der Berlinale 2017 vorgestellt, wo sich Fernsehsender interessiert zeigten, aber im Oktober 2019 wurde sie von Netflix erworben. Die Dreharbeiten begannen vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie und liefen einige Wochen, bis auch die Produktion dieser Serie im März 2020 unterbrochen werden musste. Im April kehrte Baltasar Kormákur mit einem eingeschränkten Team zurück, um im eigenen Studio zu drehen. Nach dem 4. Mai waren auch Außendrehs wieder möglich.

Handlung Ein Jahr nachdem der Ausbruch des noch aktiven subglazialen Vulkans Katla im Süden Islands begonnen hat, durch den es immer noch zu Ascheregen und Gletscherläufen kommt, harren in dem nahegelegenen Ort Vík, der evakuiert worden war, nur noch wenige Forscher und Bürger aus.

Plötzlich tauchen nach und nach einige vollständig mit schwarzer Asche bedeckte Menschen aus der Vergangenheit der Bürger auf: eine Frau, die vor zwanzig Jahren in dem Ort war, aber gleichzeitig in Schweden existiert; Grímas Schwester Ása, die vor einem Jahr verschwunden war und deren Leiche bald darauf gefunden wird; ein Junge, der vor drei Jahren gestorben ist. Durch diese Doppelgänger, die bald für Wechselbälger gehalten werden, sind gewisse Bürger mit ihrer ungelösten Vergangenheit konfrontiert.

Episodenliste

Besetzung und Synchronisation mini|rechts|Hauptdarstellerin Guðrún Eyfjörð ist eigentlich Sängerin und Katla ihr Schauspieldebüt. Die deutschsprachige Synchronisation entsteht nach einem Dialogbüchern von Sven Hasper und Kim Hasper und unter der Dialogregie von Kim Hasper durch die Christa Kistner Synchronproduktion GmbH. Synchronisiert sind im Original isländische Redeteile; schwedische sind untertitelt.

Rolle Beschreibung Darsteller Synchronsprecher Gríma Þórs jüngere Tochter Guðrún Eyfjörð* Lea Kalbhenn Ása Grímas Schwester, vor 1 Jahr verschwunden Íris Tanja Flygenring Kaya Marie Möller Gunhild Ahlberg Þórs Affäre vor 20 Jahren, Schwedin Aliette Opheim* Anna Carlsson Þór (Thor) Grímas und Ásas Vater Ingvar Sigurðsson Tobias Lelle Gísli religiöser Polizeichef Þorsteinn Bachmann Lutz Schnell Magnea Gíslis Frau mit einer Lungenkrankheit Sólveig Arnarsdóttir* Juana von Jascheroff Darri Vulkanologe Björn Thors Alexander Doering Rakel Darris Frau in Scheidungsverfahren Birgitta Birgisdóttir Melanie Hinze Mikael Darris und Rakels Sohn, vor 3 Jahren gestorben Hlynur Atli Harðarson Nikita Steinert Bergrún abergläubische Hotelleiterin Guðrún Gísladóttir Almut Zydra Kjartan Grímas Mann, Bauer Baltasar Breki Samper Tim Knauer Einar Gíslis und Magneas Sohn Haraldur Ari Stefansson Jannik Endemann Björn Þórs und Gunhilds Sohn Valter Skarsgård Amadeus Strobl Vigdis Ärztin Helga Braga Jónsdóttir Anna Dramski Eyja Forscherin Aldís Amah Hamilton Julia Kaufmann Leifur Assistent der Forschungsstation Björn Ingi Hilmarsson Frank Schaff

* = Diese Schauspielerinnen haben durch die Doppelgänger Doppelrollen.

Rezeption Für Katharina Granzin von der taz gehörte die Serie zum Besten oder war überhaupt das Beste, das sich zu der Zeit auf Netflix finden ließ.

Oliver Alexander von Quotenmeter schreibt: „[Die Serie] legt die fantastische Begebenheit, die sie als Ausgangspunkt wählt, als Ansatz für eine geradezu philosophische Betrachtung zu den Themen Identität und Persönlichkeit, anstatt zielstrebig in Richtung Mystery abzudriften. Das sorgt angesichts der Vielzahl an Science-Fiction-Stoffen […] für frischen Wind und eine neue Farbe unter all den hochtechnologisierten Parallelwelten […].“

Torsten Zarges von DWDL fühlt sich an die französische Wiedergänger-Saga Les Revenants erinnert, aber Katla unterscheide sich durch einen anderen örtlichen und atmosphärischen Kontext. Das langsame Tempo der stoischen Erzählweise könne quälend wirken, aber werde durch den zunehmenden Sog ausgeglichen, der Erklärung des Mysteriums näherzukommen.

Auch Nicolas Freund für die Süddeutsche Zeitung zieht den Vergleich zu Revenants: „Gemeinsam ist den beiden Serien, dass dem sanften Grusel und dem Thema der Trauer implizit etwas Politisches beigemischt ist. Die unheimlichen Wiederkehrer fordern die Menschen heraus und zwingen sie zur Auseinandersetzung mit Tod und Verlust, mit der eigenen Herkunft und ihrer Identität, vor allem aber mit der Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft, für Gesellschaft und Umwelt. Kurz: Für die Welt, in der sie leben möchten. Langsam, als würde ein Gletscher abschmelzen, legt Katla in einer kleinen Welt die großen Fragen der Gegenwart frei.“

Im Rahmen der Edda Awards 2022 wurde Katla als Fernsehshow des Jahres nominiert. Darüber hinaus wurden neun Mitwirkende für ihre Arbeit an Katla nominiert, woraus die Auszeichnung von Ragna Fossberg für das beste Maskenbild resultierte.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Fernsehserie (Island) Kategorie:Fernsehserie der 2020er Jahre Kategorie:Mystery-Fernsehserie Kategorie:Netflix