mini|hochkant=0.85|Sabine Postel, 2025
Sabine Postel, bürgerlich Sabine Postel-Riewoldt , auf www.wdr2.de vom 7. Dezember 2015 (* 10. Mai 1954 in Neustadt am Rübenberge), ist eine deutsche Schauspielerin, Hörspiel- und Synchronsprecherin. Ihren Durchbruch hatte sie in den 1990er Jahren mit den Hauptrollen in den Fernsehserien Nicht von schlechten Eltern und Nesthocker – Familie zu verschenken. Einem breiten Publikum wurde sie durch ihre Rolle der Kommissarin ‚Inga Lürsen‘ in der ARD-Krimireihe Tatort und als Anwältin ‚Isabel von Brede‘ in der ARD-Serie Die Kanzlei bekannt.
Leben Herkunft und Ausbildung Sabine Postel ist die Tochter von Gisela und Kurt Postel, einem langjährigen Unterhaltungsredakteur des WDR. Bereits als Schülerin stand sie neben Marius Müller-Westernhagen für den Kinderfunk des WDR vor dem Mikrofon. Nach dem Abitur besuchte Postel von 1971 bis 1974 die Schauspielschule Bochum. Später studierte sie fünf Semester Germanistik und Bildende Kunst. Erste Engagements als Schauspielerin hatte sie am Oldenburgischen Staatstheater, an den Bühnen der Stadt Essen und am Schauspiel Köln.
Film, Fernsehen und Hörspiel Ihr Film- und Fernsehdebüt gab Postel 1982 in dem Fernsehspiel Die Aufgabe des Dr. Graefe. 1984 spielte sie in der 13-teiligen englischen Fernsehserie The Brief. 1986 erhielt sie für ihre Hauptrolle in dem Fernsehfilm Der Antrag den Jakob-Kaiser-Preis. 1992 wurde Postel für ihre Mitwirkung im Fernsehspiel Schlafende Hunde mit dem Fernsehpreis der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet. Für ihre Darstellung der Musiklehrerin Sybille Schefer in der ARD-Fernsehserie Nicht von schlechten Eltern erhielt sie 1994 den Medienpreis Bambi. Von 1999 bis 2002 übernahm sie die Hauptrolle der Mittvierzigerin Marianne Brandt in der ZDF-Fernsehserie Nesthocker – Familie zu verschenken.
Von 1997 an wurde Postel vor allem als Kriminalhauptkommissarin Inga Lürsen im Tatort von Radio Bremen bekannt. Ab der sechsten Folge, Eine unscheinbare Frau im Jahr 2001, ermittelte sie an der Seite von Oliver Mommsen, der den Kommissar Nils Stedefreund verkörperte.Ende einer Ära beim Bremer Tatort – Postel und Mommsen hören auf auf augsburger-allgemeine.de Im April 2019 lief die letzte Folge, Wo ist nur mein Schatz geblieben?.
Mit Dieter Pfaff spielte Postel unter anderem in der Comedyserie Pfeifer, Tatort: Schatten und der Serie Der Dicke, in die sie 2008 als Anwältin Dr. Isabel von Brede einstieg. Nach Pfaffs Tod wurde die Serie ab Staffel 5 unter dem Titel Die Kanzlei mit Herbert Knaup als Anwaltspartner Markus Gellert weitergeführt. Im Februar 2022 wurde mit Die Kanzlei – Reif für die Insel ein erster Spielfilm zur Serie gesendet.
Neben ihrer Arbeit auf der Bühne und in Film und Fernsehen betätigt sich Postel als Hörspiel- und Synchronsprecherin, u. a. war sie unter der Regie von Charlotte Niemann in Kinderhörspielen wie Der Wind in den Weiden und Katze mit Hut zu hören.
Engagement und Privates Seit 2005 engagiert sich Postel als Botschafterin für das Bremer Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche e. V., um das Thema „Trauer von Kindern und Jugendlichen“ in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Im Jahre 2007 hinterließ sie ihre Handabdrücke in der Bremer Lloyd-Passage auf der sogenannten Mall of Fame. 2010 erhielt sie den Bremer Stadtmusikantenpreis.
Sabine Postel heiratete 1991 den Literaturwissenschaftler und Journalisten Otto Riewoldt, der am 15. Januar 2003 im Alter von 52 Jahren in Köln an Krebs starb. Ihr gemeinsamer Sohn, Moritz Riewoldt (* 1992), ist Regisseur. In jungen Jahren wohnte sie in England; heute lebt Postel in Köln-Junkersdorf.
Filmografie Spielfilme 1982: Die Aufgabe des Dr. Graefe 1983: Der Tunnel 1985: Suche Familie – zahle bar 1986: Der Antrag 1986: Bankgeheimnisse 1988: Wilder Westen inclusive (Dreiteiler) 1990: Neuner 1992: Schlafende Hunde 1994: Molls Reisen 1996: Alte Freunde küsst man nicht 1998: Fahrt in die Hölle – Eine gefährliche Liebe 2000: Ein mörderischer Plan 2002: Du bist mein Kind 2005: Mein Mann und seine Mütter 2007: Liebling, wir haben geerbt! 2007: Eis für Anfänger 2007: Einmal Toskana und zurück 2010: Bis nichts mehr bleibt 2012: Zu schön um wahr zu sein 2015: Ein Sommer in Barcelona 2022: Die Kanzlei – Reif für die Insel 2026: Die Kanzlei – Weites Land
Fernsehserien und Fernsehreihen 1983: Engel auf Rädern 1984: The Brief (13 Folgen) 1984: Das Traumschiff: Rio 1986: Die Schwarzwaldklinik (2 Folgen) 1986: Geschichten aus der Heimat (Fernsehserie) Episode: Loreley in Kollerum 1987: Ein Fall für zwei (Folge: Lebenslänglich für einen Toten) 1987: Großstadtrevier (Folge Geleimt) 1989: Tatort: Der Pott 1989: Lindenstraße (Folge Vasilys Beichte) 1989: Ein Fall für zwei (Folge: Die Quittung) 1990: Das Erbe der Guldenburgs (5 Folgen) 1992: Unser Lehrer Doktor Specht (zweiteilige Folge Vaterfreuden) 1992: Auf Achse (Folge Willers Rückkehr) 1993–1996: Nicht von schlechten Eltern 1994: Hecht & Haie (Folge Die Drohung) 1995: A.S. – Gefahr ist sein Geschäft (Folge Der böse Bruder) 1995: Die Kommissarin (Folge Familienfest) 1995; 2003: Heimatgeschichten (verschiedene Rollen, 2 Folgen) 1996: Anwalt Abel (Folge Ein Richter in Angst) 1996: Peter Strohm (Folge Der Eisenmann) 1997: Frauen morden leichter (2 Folgen) 1997–2019: Tatort – Reihe als KHK’in Inga Lürsen, Folgen siehe Lürsen und Stedefreund 1999: Der letzte Zeuge (Folge Unter die Haut) 1999–2002: Nesthocker – Familie zu verschenken (29 Folgen) 2001: Die Cleveren (Folge Der Todesengel) 2004: Die Verbrechen des Professor Capellari (Folge Der letzte Vorhang) 2007: Post Mortem – Beweise sind unsterblich (Folge Hundefutter) 2007: Doppelter Einsatz (Folge Nackte Angst) 2008: Inga Lindström: Rasmus und Johanna 2008: Das Traumschiff – Rio de Janeiro seit 2008: Der Dicke/Die Kanzlei 2012: Das Traumschiff – Singapur/Bintan 2014: Küstenwache (Folge Die Pforte zum Jenseits) 2015: SOKO Köln (Folge Camilla und die tote Nonne) 2015: Der Bulle und das Landei – Wo die Liebe hinfällt 2015: Unter Gaunern (Folge Das kleine Biest) 2018: Katie Fforde: Wachgeküsst 2019: Das Traumschiff – Sambia 2024: Inga Lindström: Sag einfach ja
Hörspiele (Auswahl) 1963: Horst Mönnich: Am Ende des Regenbogens (Frances, Tochter von Mr. und Mrs. Dogg) – Regie: Friedhelm Ortmann (Original-Hörspiel – WDR/SFB/SWF) 1966: Michael Noonan: Der fliegende Doktor auf Verfolgungsjagd (6 Teile) (Sandra Simpson) – Regie: Heinz Dieter Köhler (Hörspiel – WDR) 1976: Kenneth Grahame: Der Wind in den Weiden – Regie: Charlotte Niemann (Kinderhörspiel – RB) 1977: Lars Gustafsson: Wollsachen – Regie: Hermann Naber (Hörspiel – SWF/NDR) 1980: Alan Alexander Milne: Pu der Bär (9 Teile) (Ferkel) – Bearbeitung, Komposition und Regie: Charlotte Niemann (Kinderhörspiel – RB) 1982: Lars Gustafsson: Die Tennisspieler – Regie: Hans Gerd Krogmann (Hörspiel – WDR/NDR)
Hörbücher (Auswahl) 1976: Der Wind in den Weiden von Kenneth Grahame, ISBN 3-8291-1170-3 2006: Wo kein Zeuge ist von Elizabeth George, ISBN 978-3866042988 2007: Am Ende war die Tat von Elizabeth George, ISBN 978-3866047037 2010: Wer dem Tode geweiht von Elizabeth George, Random House Audio, Köln, ISBN 978-3837107333 2011: Higgins Clark, Krimi-Box von Mary Higgins Clark (gemeinsam mit Marion Breckwoldt und Beate Himmelstoß), der Hörverlag, ISBN 978-3-86717-766-5
Auszeichnungen 1986: Jakob-Kaiser-Preis 1992: Fernsehpreis der Akademie der Künste für Schlafende Hunde 1994: Bambi für Nicht von schlechten Eltern 2010: Bremer Stadtmusikantenpreis
Weblinks
Einzelnachweise
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