mini|125px|Altes Vereinswappen

Die Spielvereinigung Unterhaching (kurz Haching oder UHG) ist ein Sportverein aus der Gemeinde Unterhaching im Landkreis München. Ihre Heimspiele trägt die SpVgg Unterhaching im Sportpark Unterhaching aus.

Die Profiabteilung sowie die Juniorenmannschaften U19, U17 und U16 sind seit Ende 2018 in die Spielvereinigung Unterhaching Fußball GmbH & Co. KGaA ausgegliedert, deren Aktien seit Sommer 2019 an der Börse gehandelt werden. Die SpVgg Unterhaching ist somit nach Borussia Dortmund der zweite börsennotierte Fußballclub Deutschlands. Die zur Geschäftsführung berechtigte Komplementärin ist die vereinseigene Haching Verwaltungs GmbH. Außerdem hat Unterhaching einen eigenen Sozialverein mit „Haching schaut hin“.

Geschichte Die ersten Jahre (1925–1944) Der Verein bildete zunächst die Fußballabteilung im TSV Hachinger Tal. Am 1. Januar 1925 spaltete sich diese Abteilung ab und gründete unter dem Namen SpVgg Unterhaching einen eigenständigen Verein. Im Jahr 1929 stellte die Gemeinde dem Verein den Fußballplatz an der Jahnstraße zur Nutzung bereit. Daraufhin waren erste sportliche Erfolge zu verzeichnen. Innerhalb von 13 Monaten ohne Niederlage, stieg er 1931 zunächst in die B-Klasse, dann in die A-Klasse auf. Die Euphorie innerhalb des Vereins wurde jedoch kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 jäh gebremst. Aufgrund von „politischer Unzuverlässigkeit einiger Mitglieder“ wurde die Spielvereinigung 1934 schließlich aufgelöst. Kurz darauf wurde der Verein allerdings unter Leitung des Ökonomierats Erich Weise weitergeführt. Bis zu Kriegsbeginn folgten ihm als Vorstände die Herren U. Klinger (1935–1937), Anton Fischer (1937–1939) und Josef Haberl (1939).

Turbulente Jahre (1945–1975) Nach Kriegsende, im Oktober 1945, wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Neuer Vorstandsvorsitzender war Anton Huber. Die ersten beiden Spiele endeten 4:1 und 1:5, Gegner war jeweils der FC Perlach. In der ersten regulären Spielsaison startete die SpVgg Unterhaching in der B-Klasse. Das Geld war in den Nachkriegsjahren knapp und so erfolgte die Anreise zu Auswärtsspielen häufig mit dem Fahrrad, als Entlohnung gab es zumeist Nahrungsmittel.

mini|Stadion an der Grünau, die Spielstätte der SpVgg bis zur Sportpark-Eröffnung

In den folgenden 20 Jahren entwickelte sich die SpVgg zu einem „Fahrstuhlclub“ zwischen A- und B-Klasse. In der Saison 1959/60 gelang mit 12 Punkten Vorsprung erstmals der Aufstieg in die heutige Kreisliga. Vier Jahre später erfolgte dann der Abstieg in die B-Klasse, da sich die Konkurrenten gegen den Abstieg aus Dorfen und Grünwald am letzten Spieltag der Saison unentschieden spielten. Bereits 1966 konnte der Wiederaufstieg gefeiert werden, ehe zwei Jahre später der erneute Abstieg, nach einer 0:2-Niederlage gegen den TSV Ottobrunn folgte. Das Saisonfinale der B-Klasse 1968/69 war von besonderer Brisanz geprägt: Glaubten sich die Hachinger nach einem gewonnenen Heimspiel bereits sicher in der A-Klasse, entschied das Sportgericht, dass das zunächst 7:0 gewertete Spiel der Spielvereinigung gegen den TSV Ost aus München-Haidhausen nachgeholt werden müsse. Da die Hachinger das Spiel nach 0:1-Pausenrückstand doch noch 3:1 gewannen, konnte letztlich doch der Aufstieg gefeiert werden. Der nächste Abstieg ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Am 27. Juni 1973 wurde der Unterhachinger Bürgermeister Engelbert Kupka neuer Präsident der Spielvereinigung. Der Wiederaufstieg wurde daraufhin für die Jubiläumssaison (50 Jahre SpVgg Unterhaching) im Jahre 1975 angepeilt. Nachdem man den Kontakt zur Spitze allerdings rasch verlor, blieben die einzigen Höhepunkte die Besuche der Profivereine des TSV 1860 München und des FC Bayern München in der Jubiläumswoche.

Von der Bezirksliga in die Bundesliga (1976–2001) 1981 stiegen die Hachinger erstmals in die Amateur-Oberliga auf, wo sie am Ende der Spielzeit 1982/83 an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga teilnahmen. Als Gruppenletzter hinter dem SSV Ulm 1846, dem 1. FC Saarbrücken und dem VfR Bürstadt wurde der erstmalige Sprung in die Zweitklassigkeit verpasst. Teile der Mannschaft des Vorstadtklubs hatten jedoch bei den Münchner „Platzhirschen“ auf sich aufmerksam gemacht, Mannschaftskapitän Klaus Brand, Kurt Eigl und Richard Stöckle wechselten im Sommer 1983 zum Bayernliga-Konkurrenten TSV 1860 München und der FC Bayern München angelte sich Reiner Maurer. Trotz des Abgangs dieser Leistungsträger etablierte sich der Klub im vorderen Tabellendrittel der Bayernliga und am Ende der Spielzeit 1987/88 gelang zum zweiten Mal die Bayernmeisterschaft, abermals scheiterte die Mannschaft jedoch hinter dem 1. FSV Mainz 05 und Viktoria Aschaffenburg in der Aufstiegsrunde. 1989 gelang im dritten Anlauf der Aufstieg, allerdings gefolgt vom direkten Abstieg als Tabellenletzter, ebenso wie nach dem zweiten Aufstieg im Sommer 1992. Im Zuge der Ambitionen in Richtung Profisport löste sich die Breitensport-orientierte dritte Mannschaft der Spielvereinigung nach dem erneuten Zweitligaaufstieg vom Verein und gründete sich als Fortuna Unterhaching neu.sueddeutsche.de: „Konkurrenz behindert das Training“ In der Spielzeit 1992/93 war die Spielvereinigung auf dem letzten Abstiegsplatz einer von sieben Absteigern. Nach dem dritten Aufstieg 1995 wurden die Hachinger Vierter, 1999 stieg der Verein in die Bundesliga auf, wo er sich zwei Jahre halten konnte.

Für die erste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte verstärkte sich die SpVgg u. a. mit dem erfahrenen ehemaligen deutschen Nationalspieler Ludwig Kögl sowie mit Oliver Straube (Hamburger SV) und Danny Schwarz (Karlsruher SC). Zudem kehrte Dennis Grassow, der bereits in der 2. Bundesliga für die Hachinger aufgelaufen war, zurück. Später stieß noch André Breitenreiter vom VfL Wolfsburg hinzu, der mit 15 Toren bis heute Bundesliga-Rekordtorschütze des Vereins ist. Nach dem ersten Spieltag lag die von den meisten Experten als Abstiegskandidat eingestufte SpVgg nach einer 0:3-Niederlage bei Eintracht Frankfurt am Tabellenende, doch schon am zweiten Spieltag konnte gegen den MSV Duisburg der erste Sieg (2:0) gefeiert werden. Im Laufe der Saison besiegten die Münchner Vorstädter etablierte Bundesligamannschaften wie Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart (jeweils zweimal) und den FC Schalke 04 und konnten bereits am 32. Spieltag den Klassenerhalt feiern.

mini|Sportpark Unterhaching, von Norden (2011) mini|Sportpark Unterhaching, von Süden (2011) mini|Sportpark Unterhaching, Nord- und Osttribüne, vom Südeingang aus gesehen (2011)

Für bundesweites Aufsehen sorgte der Verein vor allem am letzten Spieltag der Saison 1999/2000, als er Bayer 04 Leverkusen mit 2:0 schlug und damit dem FC Bayern München zur Meisterschaft verhalf. Die Tore im ausverkauften Stadion am Sportpark erzielten Leverkusens Michael Ballack per Eigentor und Markus Oberleitner. Die DFB-Vertreter waren mit der Meisterschale in den Sportpark gereist, um diese nach dem Spiel an die Mannschaft des Bayer 04 Leverkusen zu übergeben. Der hoch überraschende Sieg des Aufsteigers verhinderte das, und so wurde im nur wenige Kilometer entfernten Münchner Olympiastadion nur eine Kopie der Meisterschale an den neuen Deutschen Meister übergeben. Haching beendete seine erste Spielzeit in der höchsten deutschen Fußballliga schließlich auf dem 10. Tabellenplatz vor Dortmund und Schalke.

Vor der zweiten Bundesliga-Spielzeit der SpVgg verließ aus der Stammelf der Vorsaison lediglich Jochen Seitz (zum VfB Stuttgart) den Verein. Als Neuzugänge wurden im Saisonverlauf u. a. die bundesliga-erfahrenen Defensivspieler Dietmar Hirsch und Hendrik Herzog, der slowenische Nationalspieler Džoni Novak sowie der polnische Offensivspieler Mirosław Spiżak verpflichtet. Für eine vereinsinterne Rekordablösesumme von 1,5 Millionen DM kam zudem der Australier David Zdrilic (vom Absteiger SSV Ulm 1846), der jedoch enttäuschte und nur ein Tor in 16 Erstliga-Partien für die Hachinger erzielte. Die Saison 2000/01 verbrachte die SpVgg fast ausschließlich im Tabellenkeller und kassierte mit einem 1:6 beim VfL Wolfsburg die höchste Niederlage ihrer kurzen Bundesligageschichte. Nach einem 3:5 am letzten Spieltag beim FC Schalke 04 musste er schließlich mit 35 Punkten als Tabellensechzehnter in die 2. Bundesliga absteigen. Höhepunkte der zweiten und bisher letzten Erstliga-Spielzeit der Münchner Vorstädter waren die beiden Heimsiege gegen die Lokalrivalen FC Bayern München (1:0) und TSV München 1860 (3:2) sowie das 5:2 gegen Hertha BSC, das den höchsten Erstliga-Sieg der SpVgg bedeutete. Außerdem konnte Unterhaching 2001 den letztmals ausgetragenen DFB-Hallen-Pokal gewinnen.

Fall in die Regionalliga und Rückkehr in die Zweite Liga (2002 bis 2007) Nach dem Abstieg aus der Bundesliga im Sommer 2001 pendelte der Club zwischen der (damals) drittklassigen Regionalliga Süd und der 2. Bundesliga. Im ersten Jahr nach dem Abenteuer Bundesliga schaffte er es nicht, in der zweiten Liga Fuß zu fassen, und wurde direkt in die Regionalliga durchgereicht, was zuvor u. a. Fortuna Düsseldorf und dem Vorjahres-Absteiger SSV Ulm 1846 widerfahren war. Obwohl die Stammelf aus der Bundesliga weitgehend zusammenblieb, verbrachte die SpVgg fast die gesamte Saison in der unteren Tabellenhälfte. Nach dem 5. Spieltag, als der Verein auf dem 13. Platz lag, wurde der langjährige Trainer Lorenz-Günther Köstner entlassen und durch Rainer Adrion ersetzt, der Haching bereits in den 1990er Jahren trainiert hatte. Unter Adrion gelang zunächst ein kurzzeitiger Aufschwung, jedoch rutschten die Vorstädter immer mehr in Richtung der Abstiegsplätze ab. Für die letzten fünf Saisonspiele übernahm Schatzmeister Anton Schrobenhauser die Aufgaben des Trainers, konnte aber den Abstieg als 15. nicht mehr verhindern. In der Spielzeit 2001/02 gelang Haching mit einem 8:0 gegen den späteren Mit-Absteiger 1. FC Saarbrücken der höchste Sieg des Vereins im Profifußball.

In der drittklassigen Regionalliga Süd konnte man sich allerdings schnell an der Tabellenspitze festsetzen und stieg letztlich souverän als Tabellenerster gemeinsam mit dem bayerischen Rivalen SSV Jahn Regensburg wieder in die 2. Bundesliga auf. Zu den Leistungsträgern der Saison 2002/03 gehörten Torhüter Philipp Heerwagen, der aus der eigenen Jugend kam und den Sprung in die Stammelf schaffte, Kapitän Matthias Zimmermann, der mit 12 Treffern seine nach Toren beste Saison für die SpVgg spielte, sowie der Spanier Francisco Copado, der mit 24 Toren Torschützenkönig der Regionalliga Süd wurde. Neben dem Aufstieg feierten die Hachinger auch im DFB-Pokal Erfolge und erreichte zum bisher einzigen Mal das Viertelfinale. Nach Siegen gegen die Zweitligisten 1. FSV Mainz 05 (5:3 n. E.) und 1. FC Union Berlin (1:0) wurde auch Bundesligist Hansa Rostock (3:2) bezwungen, bevor man gegen Bayer 04 Leverkusen im Elfmeterschießen ausschied. Trainer in dieser Spielzeit war der ehemalige Bundesliga-Profi Wolfgang Frank.