Die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte (SODG) ist eine bundesunmittelbare rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt am Main, die am 23. Juli 2021 entstand. des Gesetzes zur Errichtung einer „Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ vom 16. Juli 2021 (). Sie bezweckt, die Auseinandersetzung in Gesellschaft, Bildungseinrichtungen und Wissenschaft mit der deutschen Demokratiegeschichte zu fördern. Dabei vermittelt sie die Bedeutung und den Wert einer freiheitlichen demokratischen Grundordnung für ein funktionierendes stabiles und gerechtes Gemeinwesen. Die Stiftung soll auch regelmäßig an Orten der deutschen Demokratiegeschichte, insbesondere in den mit der demokratischen Verfassungsentwicklung in Deutschland eng verknüpften Städten Weimar und Bonn, Veranstaltungen durchführen. Abs. 1 des Gesetzes zur Errichtung einer „Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte“.
Als Gründungsdirektor der Stiftung wurde Kai-Michael Sprenger berufen. Sprenger studierte Geschichte, Latein, Germanistik und Pädagogik in Mainz, Glasgow sowie Pavia. Sein Studium schloss er mit einer Promotion über „Wahrnehmung und Bewältigung des Alexandrinischen Schismas in Reichsitalien (1159–1177)“ ab. Von 2016 bis 2023 leitete er das Referat für Archive, Bibliotheken, Nichtstaatliche Museen, Landesgeschichte, Heimatpflege und Digitalisierung der Kultur im rheinland-pfälzischen Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration. Neben kuratorischen Tätigkeiten ist er in zahlreichen Beiräten vertreten.
Im Jahr 2026 initiierte die Stiftung erstmals den bundesweiten Tag der Demokratiegeschichte. Für den 18. März wurden bundesweit mehr als 250 Veranstaltungen angemeldet. Initiativen, Museen, Archive, Gedenkstätten sowie zivilgesellschaftliche Akteure beteiligten sich. Die Stiftung entwickelte den Gedenktag gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte. Die Schirmherrschaft zum Auftakt übernahm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Berichte/DE/Frank-Walter-Steinmeier/2026/03/260321-Tag-der-Demokratiegeschichte.html Der 18. März gilt als historisch bedeutsames Datum für demokratische Entwicklungen in Deutschland. Er erinnert unter anderem an die Ausrufung der Mainzer Republik (1793), die Ereignisse der Märzrevolution 1848, das Scheitern des Kapp-Putsches 1920 infolge eines reichsweiten Generalstreiks sowie an die erste und einzige freie Volkskammerwahl in der DDR im Jahr 1990.
Der 18. März soll künftig als bundesweiter Gedenktag im öffentlichen Bewusstsein verankert werden. Stiftungsdirektor Kai-Michael Sprenger sagte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk: „Demokratie ist ein Prozess, der immer wieder neu verhandelt werden muss – von jeder Generation. Die Geschichte kann uns dabei Orientierung bieten: Sie zeigt, was passiert, wenn man sich zu wenig für die Demokratie einsetzt. Und sie zeigt auch, dass jede und jeder Einzelne etwas bewirken kann.“https://www.deutschlandfunk.de/zum-ersten-tag-der-demokratiegeschichte-der-historiker-kai-michael-sprenger-100.html
Auch politisch wird eine Aufwertung des Gedenktags angestrebt. Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD sprachen sich in einem gemeinsamen Antrag dafür aus, den 18. März als zentralen jährlichen Tag zur Würdigung der deutschen Demokratie- und Freiheitsgeschichte zu etablieren. Die organisatorische Umsetzung soll bei der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte liegen. Zudem ist vorgesehen, das 200-jährige Jubiläum Hambacher Fest von 1832 gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz als nationales Ereignis vorzubereiten.https://dserver.bundestag.de/btd/21/047/2104743.pdf
Weblinks Website der Stiftung Interview mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters
Einzelnachweise
Orte der deutschen Demokratiegeschichte Kategorie:Gedenkstätte in Deutschland Kategorie:Politikgeschichte (Deutschland) Orte der deutschen Demokratiegeschichte Orte der deutschen Demokratiegeschichte Orte der deutschen Demokratiegeschichte