Die Carl Vinson, auch USS Carl Vinson (Kennung: CVN-70), ist ein Flugzeugträger der Nimitz-Klasse der United States Navy. Das nach dem langjährigen Kongressabgeordneten Carl Vinson benannte Schiff wurde zwischen 1975 und 1980 gebaut und 1982 in Dienst gestellt. Es befindet sich derzeit im aktiven Dienst.
Technik
Die Carl Vinson ist an der Wasserlinie 317 Meter lang und 40,8 Meter breit. Die maximale Länge beträgt 333 Meter, die maximale Breite des Flugdecks 76,8 Meter. Bei einer Verdrängung von rund 97.000 tn.l. beträgt der Tiefgang 12,5 Meter. Der Antrieb des Trägers erfolgt durch zwei Druckwasserreaktoren vom Typ A4W, die vier General-Electric-Dampfturbinen antreiben. Die Turbinen übertragen ihre Leistung an vier fünfblättrige Propeller. Die Gesamtleistung des Antriebs beträgt rund 209 MW und ermöglicht dem Schiff eine Höchstgeschwindigkeit von weit über 30 Knoten.
Der Flugzeugträger bietet Platz für bis zu 85 Luftfahrzeuge, mit denen das an Bord stationierte Carrier Air Wing ausgerüstet ist. Das Geschwader setzt sich aus Jagdflugzeugen und Jagdbombern sowie Tank-, Aufklärungs- und U-Jagdflugzeugen zusammen, dazu kommen bis zu 10 Hubschrauber.
Die Bewaffnung der Carl Vinson ist rein defensiv, sie verfügt lediglich über Waffen zur Nahbereichsverteidigung. Derzeit befinden sich zwei Mk 57 Mod3 Sea-Sparrow-Starter und zwei RAM-Starter an Bord.
Name und Insigne mini|links|Insigne Die USS Carl Vinson ist der erste Flugzeugträger der United States Navy, der nach einer zum Zeitpunkt des Stapellaufs noch lebenden Person benannt wurde. Carl Vinson, von 1914 bis 1965 Abgeordneter des Bundesstaats Georgia im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten, war lange Zeit Vorsitzender des House Naval Affairs Committee und des House Armed Services Committee und damit verantwortlich für die Aufrüstung der US-Marine. Vinson gilt als Vater der modernen US-Marine, er war maßgeblich an der Aufrüstung der Navy vor dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen des Two-Ocean Navy Act beteiligt, ebenso war er ein starker Befürworter des Baus von nukleargetriebenen Schiffen zu Beginn des Kalten Krieges.Navysite.de: About the Carrier’s Name, about Congressman Carl Vinson; Stand: 16. Januar 2010
Das Insigne der USS Carl Vinson zeigt einen Weißkopfseeadler, das Wappentier der Vereinigten Staaten. Der Adler trägt in seinem Schnabel ein Banner mit der Aufschrift „Vis per mare“ (Stärke aus der See), seine Flügel sind emporgestreckt. Der Adler fliegt vor einem blauen V, der Initiale des Namensgebers. Das V symbolisiert auch den Rumpf des Schiffes aus der Vorderansicht. Auf dem Rand des Insignes befinden sich der Name und die Kennung des Schiffes.Globalsecurity.org: Carl Vinson Strike Group; Stand: 16. Januar 2010
Geschichte Bau und Indienststellung mini|Die Carl Vinson zwei Tage nach Indienststellung am 15. März 1982 Der Bauauftrag für die Carl Vinson erging am 5. April 1974 an Newport News Shipbuilding in Newport News, Virginia.; Stand: 16. Januar 2010 Die Kiellegung erfolgte am 11. Oktober 1975, die Schiffstaufe fand am 15. März 1980 in Anwesenheit des Namensgebers statt. Getauft wurde die Carl Vinson durch Molly Snead, eine langjährige Freundin des Kongressabgeordneten und Pflegerin seiner Frau.USS CARL VINSON CVN 70, uscarriers.net Am 26. Februar 1982 wurde der Träger an die US-Marine übergeben und am 13. März 1982 unter dem Kommando von Captain Richard Martin feierlich in Dienst gestellt. Am 18. März verließ der Träger Norfolk zu einer ersten Erprobungsfahrt, diese dauerte bis zum 2. April. Nach einer weiteren Probefahrt von Mitte April bis Juni, bei der mehrere Häfen in der Karibik besucht wurden, ging der Träger am 2. August zu Nachbesserungsarbeiten in Newport News ins Dock.
1980er Jahre Nach Abschluss der Werftarbeiten im Dezember 1982 erfolgten weitere Probefahrten, bis die Carl Vinson am 1. März 1983 zur ersten Einsatzfahrt aufbrach. Mit dem Carrier Air Wing Fifteen an Bord verließ sie Norfolk zu einer Weltumrundung. Im April 1983 nahm sie an mehreren Manövern im Mittelmeer teil, Anfang Mai umfuhr sie dann das Kap der Guten Hoffnung. Nach Manövern im Arabischen Meer, Hafenbesuchen in Australien und Einsätzen vor Korea lief der Träger am 29. Oktober 1983 unter der Golden Gate Bridge hindurch in die Bucht von San Francisco, wo er in Alameda, seinem neuen Heimathafen, festmachte. 1984 nahm die Carl Vinson an mehreren Manövern vor der US-Westküste teil, unter anderem am RIMPAC 84. Im Oktober und November folgte dann die FleetEx 85, an dem auch die Flugzeugträger Midway und Enterprise beteiligt waren. Nach Abschluss des Manövers lief der Träger im Dezember via Yokosuka nach Subic Bay, wo er am 24. Dezember eintraf., (PDF; 202 kB); Stand: 17. Januar 2010 Im Januar 1985 löste die Carl Vinson die Independence auf ihrem Posten im Indischen Ozean ab. Aufgabe des Trägers war die Sicherung des Seegebiets vor dem Persischen Golf in der durch den Iran-Irak-Krieg angespannten Situation. Die Carl Vinson wurde am 18. April von der Constellation abgelöst und lief über Australien und die Philippinen zurück nach Kalifornien, wo sie am 24. Mai eintraf. Bis Jahresende war die Carl Vinson an mehreren Übungen vor der US-Westküste beteiligt. (PDF; 287 kB); Stand: 17. Januar 2010
mini|Battle Group Charlie um die Carl Vinson im Dezember 1986 Vom 27. Mai bis zum 18. Juni 1986 war der Träger am RIMPAC-86-Manöver beteiligt, im August folgte dann ein Einsatz im Nordpazifik und der Beringsee. Nachdem der Air Wing in Korea und Japan mit scharfer Munition geübt hatte, lief die Carl Vinson Ende September wieder in den Indischen Ozean, wo sie an mehreren Manövern teilnahm. Ende November lief der Träger in Diego Garcia ein. Die Weihnachtstage 1986 verbrachte der Träger im Hafen vom Fremantle, Australien. (PDF; 343 kB); Stand: 17. Januar 2010 Nach einem Hafenbesuch in Singapur vom 5. bis zum 10. Januar 1987 nahm die Carl Vinson an mehreren Manövern in der Beringsee teil, am 5. Februar lief sie wieder in Alameda ein. Am 24. März ging der Träger im Hunter’s Point Naval Shipyard ins Trockendock, die Überholung dauerte bis zum 2. Juli. Nach erfolgreicher Erprobungsfahrt am 26. August war der Flugzeugträger an mehreren Manövern vor der kalifornischen Küste beteiligt. (PDF; 314 kB); Stand: 17. Januar 2010 Nach mehreren Manövern vor der kalifornischen Küste in der ersten Jahreshälfte 1988 setzte die Carl Vinson am 15. Juni Kurs auf den Westpazifik. Am 28. Juli löste sie die Forrestal auf ihrer Position im nördlichen Arabischen Meer ab. Am 4. September lief der Träger in die Straße von Hormus, um die Operation Earnest Will zu unterstützen. Nach einem kurzen Hafenbesuch in Mombasa Anfang Oktober kehrte der Träger ins Arabische Meer zurück, wo er am 29. Oktober von seinem Schwesterschiff Nimitz abgelöst wurde. Nach Zwischenstopps in Thailand, Subic Bay und Hawaii lief die Carl Vinson am 16. Dezember in die Bucht von San Francisco ein. (PDF; 649 kB); Stand: 17. Januar 2010 1989 nahm der Träger an mehreren Manövern teil, so im September vor Alaska und Oktober vor Korea, wo das PACEX-Manöver stattfand, die größte Militärübung seit dem Zweiten Weltkrieg. (PDF; 623 kB); Stand: 17. Januar 2010
1990er Jahre mini|Die Carl Vinson im Oktober 1993 vor der kalifornischen Küste Am 1. Februar 1990 verließ die Carl Vinson Alameda in Richtung Westpazifik. Nach einem Aufenthalt in Pearl Harbor am 15. Februar nahm der Träger vom 26. Februar bis zum 18. März am Team-Spirit-Manöver vor Korea teil. Im April folgte ein Manöver mit den Streitkräften Singapurs. Am 23. April begann der fünfte Einsatz der Carl Vinson im Indischen Ozean. Während des Einsatzes, der bis zum 1. Juni dauerte, nahm der Träger an mehreren Manövern mit Anrainerstaaten teil. Am 12. Juni lief der Flugzeugträger zu einem sechstägigen Hafenaufenthalt in Fremantle ein. Nach weiteren Manövern mit der Royal Australian Navy erreichte die Carl Vinson am 28. Juni Subic Bay, von wo aus sie am 1. Juli über Hongkong und Pearl Harbor nach San Diego fuhr, wo am 29. Juli der Air Wing von Bord ging. Am 31. Juli legte der Träger in Alameda an, am 15. September setzte er Kurs auf seinen neuen Heimathafen Bremerton im US-Bundesstaat Washington, wo er zwei Tage später eintraf. Am 29. September wurde die Carl Vinson im Trockendock 6 des Puget Sound Naval Shipyard eingedockt. (PDF; 844 kB); Stand: 17. Januar 2010 Während der folgenden zwei Jahre wurde die Carl Vinson für rund 300 Millionen US-Dollar gründlich überholt und modernisiert. Nach dem Verlassen des Trockendocks am 15. November 1991 (PDF; 434 kB); Stand: 17. Januar 2010 gingen die Arbeiten bis Ende März 1993 an der Pier der Werft weiter. Mitte April verlegte der Träger zurück nach Alameda, anschließend begannen erste Erprobungsfahrten vor der kalifornischen Küste. Im Dezember nahm der Träger zum ersten Mal seit Abschluss der Überholung an einem Manöver vor der kalifornischen Küste teil. (PDF; 917 kB); Stand: 17. Januar 2010 Am 17. Februar 1994 verließ die Carl Vinson in Richtung Yokosuka, wo sie am 11. März eintraf. Nach einem Hafenbesuch in Hongkong im März traf der Träger am 16. April in seinem Operationsgebiet im Persischen Golf ein, wo er als Teil der US-Flotte im Rahmen der Operation Southern Watch die Flugverbotszonen über dem südlichen Irak sicherte. Die Carl Vinson verließ den persischen Golf am 19. Juni und kehrte nach Hafenbesuchen in Fremantle und Hobart im Juli via Pearl Harbor am 14. August in San Diego zurück. Nach weiteren Übungen vor Südkalifornien erreichte der Träger am 2. Oktober seinen Heimathafen. (PDF; 735 kB); Stand: 17. Januar 2010
Im Mai 1996 verließ die Carl Vinson die US-Küste Richtung Persischer Golf, wo sie an der Überwachung der irakischen Flugzonen (Operation Southern Watch) teilnahm. Außerdem beteiligte sie sich an der Angriffsmission Operation Desert Strike. Der Träger kehrte am 14. November in seinen Heimathafen zurück., (PDF; 1,2 MB); Stand: 18. Januar 2010 1997 wurde die Carl Vinson in Bremerton überholt. (PDF; 851 kB); Stand: 18. Januar 2010 Im Juli 1998 nahm das Schiff an der Übung RIMPAC 98 teil, Anfang November folgte eine weitere Verlegung in den Golf, wo sich die Carl Vinson erneut an der Überwachung der Flugverbotszonen im Rahmen von Southern Watch beteiligte. Da jedoch die Spannungen am Golf stiegen, wurde ein Besuch Australiens abgesagt, die Vinson direkt in den Golf geschickt. Dort angekommen nahm die Gruppe um den Träger in Operation Desert Fox wieder an einem Angriff auf irakische Bodenstellungen teil, beteiligt waren sowohl die Schiffe Princeton und Fitzgerald aus der Kampfgruppe als auch Flugzeuge der Vinson. Auch während der folgenden Durchsetzung der Flugverbotszonen starteten regelmäßig Trägerflugzeuge – während der Verlegung insgesamt fast 8700 Mal. Der Flugzeugträger verließ den Golf am 22. März 1999 und kehrte über Fremantle und Hobart nach Bremerton zurück, wo er am 6. Mai eintraf. Von Juli 1999 bis Juni 2000 wurde die Carl Vinson im Puget Sound Naval Shipyard für 230 Millionen US-Dollar im Trockendock überholt.
2000er Jahre
2001 verließ die Vinson ihren Heimathafen Bremerton, um im Persischen Golf Operation Southern Watch zu unterstützen, also wiederum die Flugverbotszonen über dem Irak zu überwachen. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 wurde jedoch der Einsatzplan geändert. Die Vinson wurde ins Arabische Meer geschickt, von wo aus die ersten Angriffe auf Afghanistan im Rahmen der Operation Enduring Freedom geflogen wurden. Anfang 2002 erreichte der Träger die US-Westküste, wo er für den Rest des Jahres in die Werft ging. Im Februar 2003 verlegte die Carl Vinson wieder. Während ein Großteil der US-Streitkräfte an Operation Iraqi Freedom und Enduring Freedom teilnahmen, fuhr die Vinson im Westpazifik, um dort Präsenz zu zeigen, absolvierte zahlreiche Hafenbesuche und nahm an Übungen teil.
mini|Vinson während der RCOH in der Werft mini|Zwei F/A-18F Super Hornets beim Abheben vom Flugdeck der Carl Vinson (CVN-70) im Oktober 2014