Operation Dogeared war der Deckname für die Einnahme der Salomoneninsel Vella Lavella durch die alliierten Streitkräfte zwischen dem 15. August und dem 9. Oktober 1943 während des Pazifikkriegs im Zweiten Weltkrieg.

Vella Lavella Vella Lavella ist die nordwestlichste Insel im New-Georgia-Archipel der Salomonen. Sie ist rund 65 Kilometer von Munda Point entfernt, der nordwestlichen Spitze der Insel New Georgia, die von den Alliierten während der Operation Toenails eingenommen wurde. Die Insel ist durch den Vella-Golf von Kolombangara vor der Nordküste der Insel New Georgia getrennt. Vella Lavella ist 42 km lang und 19 km breit, gebirgig und mit Dschungel bedeckt. Die Insel war 1941 völlig unbebaut und bot für größere Schiffe keinen guten Ankerplatz. Das Hauptdorf der Inselbewohner war Barakoma im Südosten der Insel. Die Ressourcen, die Vella Lavella im Überfluss hatte und die für alliierte Pioniere und Marinebaueinheiten nützlich sein würden, waren die Korallen, die zerkleinert für Straßenbelag verwendet werden konnten, und das reichliche Angebot an verarbeitbarem Holz.

Für die Inselbewohner war die japanische Invasion eine Katastrophe, die zur Verwüstung ihrer Ernten und Dörfer sowie zu extremen Störungen ihrer Gesellschaft und für einige der Inselbewohner zu Tod oder Verstümmelung geführt hatte.

Vorgeschichte

Im Jahr 1943 begannen die Alliierten im Pazifik, die Japaner zurückzudrängen, und die Bedrohung einer Nachschubblockade gegen Australien begann nachzulassen. Die einst friedlichen Inseln der Salomonen wurden zu einem Schlachtfeld.

Die Einnahme des Flugfeldes Munda durch die Streitkräfte von Admiral William F. Halsey am 5. August hatte das Ende von nur einer Phase, der New Georgia-Kampagne bedeutet. Es gab immer noch eine große Anzahl von Japanern auf New Georgia und sie mussten aufgespürt und neutralisiert werden, bevor die Insel als sicher angesehen werden konnte. Dann müssten die verbleibenden Inseln der Gruppe, Arundel, Banga, Ghizo, Kolombangara und Vella Lavella, besetzt werden. Erst dann wäre der Feldzug beendet und die Truppen des Südpazifiks könnten in die nördlichen Salomonen vordringen. mini|244x244px|Generalmajor Minoru (Noburu) Sasaki Die Amerikaner benötigten mehr als zwei Wochen schwerer Kämpfe, um die kleine japanische Streitmacht zu beseitigen, die Generalmajor Minoru Sasaki auf New Georgia zurückgelassen hatte. Die überlebenden Japaner hatten sich nach Bairoko Harbor an der Nordwestküste von New Georgia und höherrangige Einheiten nach Kolombangara zurückgezogen. Aber Mitte August 1943 waren alle japanischen Hoffnungen auf eine geplante Gegenoffensive verflogen. Die aus Rabaul geschickte Verstärkung, die aus etwa 1500 Soldaten der Armee und Marine bestand, war in der Nacht vom 6. auf den 7. August im Vella-Golf abgefangen und größtenteils vernichtet worden (→ Schlacht im Vella-Golf). Nur rund 300 Männer hatten überlebt und konnten Vella Lavella erreichen. Als Nächstes war der Befehl gekommen, sich aus Banga, wo die Amerikaner bereits gelandet waren, zurückzuziehen und alle Pläne für einen Gegenangriff abzubrechen. Sasakis Mission bestand nun darin, so lange wie möglich durchzuhalten, um den Japanern in den nördlichen Salomonen Zeit zu geben, sich auf den nächsten Vormarsch der Alliierten vorzubereiten. Es würden keine Verstärkungen mehr kommen; Sasaki blieb eine gemischte Truppe von etwa 11000 Soldaten, von denen die meisten auf Kolombangara konzentriert waren.

Die Japaner waren mit Gewehren, Maschinenpistolen, leichten und schweren Maschinengewehren, leichten 50-mm-Mörsern vom Typ 89 und Granaten bewaffnet. Obwohl berichtet wurde, dass sie über keine Artillerie verfügten, wurden die Japaner später mit 75-mm-Gebirgsgeschützen, schweren Mörsern und 20-mm-Geschützen ausgestattet. Es wurden Lebensmitteldepots in verschiedener Größe eingerichtet. Die Japaner hatten außer Handkarren keine anderen Transportmittel. Die medizinische Versorgung war schlecht. Die japanische Luftüberlegenheit führte dazu, dass sie versuchten, ihre Truppen aus der Luft zu versorgen. Mit bunten, rot-weiß gestreiften Fallschirmen wurden Reis, Mörser und Munition abgeworfen. Oft landeten diese zwischen alliierten Linien oder im Meer. Zudem gab es keine koordinierte Verteidigung, da der japanische Kommandant nie auf Vella Lavella eintraf. Auch die legendäre Uneinigkeit zwischen der Kaiserlich Japanischen Armee und der Marine verhinderte eine effektive Verteidigung. mini|221x221px|Admiral William Frederick „Bull“ Halsey, Jr.

Die amerikanische Planung Admiral Halsey hatte zwischenzeitlich seine eigenen Pläne überarbeitet. Ein weiterer, schwerer Kampf, wie der um das Munda-Flugfeld, musste vermieden werden. Daher verwarf er die Möglichkeit einer Landung auf Kolombangara um das dortige Vila-Flugfeld einzunehmen. Kolombangara sollte einfach umgangen werden und die weiteren Operationen sich auf Bereiche in Richtung Bougainville konzentrieren. Die offensichtliche Alternative war Vella Lavella, nur 24 Kilometer nordwestlich und nur von einer Handvoll Japaner verteidigt. Eine Landung dort wäre sicherlich einfacher, wenn die Geheimdienstschätzungen richtig waren und hätte den weiteren Vorteil, die Südpazifik-Streitkräfte noch näher an ihr nächstes Ziel, Bougainville, zu bringen, als eine Landung auf Kolombangara.

Als Admiral Halsey die Idee im Juli vorgeschlagen wurde, waren noch einige Fragen zu klären. Können auf Vella Lavella amerikanische Kampfflugzeuge stationiert werden, um die Invasion von Bougainville zu unterstützen? Kann das japanische Flugfeld bei Vila während der Landung durch Artillerie neutralisiert werden und kann Sasakis Nachschublinie unterbrochen werden, damit die Kolombangara-Garnison komplett isoliert und ausgehungert wird? mini|210x210px|Brigadegeneral Robert B. McClure Ein Aufklärungstrupp lieferte einige Antworten, als dieser Ende Juli berichtete, dass bei Barakoma am Südende von Vella Lavella ein Flugfeld gebaut werden könnte. Allerdings ging der Trupp fälschlicherweise davon aus, dass es keine Japaner in der Gegend gab. Auf der Grundlage dieser Informationen und der Empfehlung von Admiral Wilkinson, dem Nachfolger von Admiral Turner, erteilte Halsey am 11. August den Befehl zur Einnahme von Vella Lavella. Die Invasionstruppe sollte aus einem Regimentskampfteam der 25. Infanterie-Division sowie Unterstützungs- und Servicetruppen unter dem Kommando von Brigadegeneral Robert B. McClure bestehen. Armee- und Marinebautrupps würden kurz nach der Invasion landen, um das Flugfeld und einen kleinen Marinestützpunkt zu errichten. Drei separate Einsatzflotten mit Flugzeugträgern und U-Booten waren zur Unterstützung der Landung vorgesehen. Sie sollten jeden japanischen Versuch abwehren die Invasion zu stören. Kampfflugzeuge aus New Georgia würden auch die Landung abdecken und zusätzlich japanische Stützpunkte auf den Shortland-Inseln und Bougainville angreifen. Zur Einnahme von Arundel war ein Kommando unter Generalmajor Oscar Griswold vorgesehen. Mit dort aufgestellter Artillerie konnte der Flugplatz Vila unter direktes Feuer genommen und für die Dauer des Feldzugs unbrauchbar gemacht werden.

Vorabaufklärung Der Landungstag (D-Day) für die Operation DogearedDogeared war der amerikanische Deckname für Vella Lavella. war der 15. August und drei Tage vorher verließ eine Vorhut Rendova, um die Strände am Landeplatz auf Vella Lavella zu markieren. Am 11. August meldete der Küstenbeobachter Henry Josselyn per Funk nach Guadalcanal die Anwesenheit von vierzig Japanern. Weiterhin vermeldete er, dass pro-alliierte Einheimische sie gefangen genommen hatten. Vom Koli Flugfeld auf Guadalcanal rief General Millard Harmon über Funk Generalmajor Griswold an und bat ihn um mehr Männer, die Vorhut zu begleiten und die Gefangenen in Gewahrsam zu nehmen. Griswold orderte 26 Männer, die in vier Torpedobooten Rendova am 12. August verließen. Unterwegs bombardierten und beschossen japanische Flugzeuge zwei Stunden lang die vier Torpedoboote. Ein Boot wurde getroffen und vier Männer verletzt, aber die anderen drei Boote schafften es sicher bis vor den Strand. Indigene in Kanus fuhren hinaus und nahmen die Amerikaner mit an Land.

Inzwischen hatte Josselyn Admiral Wilkinson erneut per Funk mitgeteilt, dass sich 140 Japaner in der Gegend aufhielten; 40 bei Biloa und 100 etwa 8 Kilometer nördlich von Barakoma. Bei genauerer Aufklärung wurde klar, dass es sich um viele hungernde, zerlumpte und schlecht bewaffnete Nachzügler handelte, aber es keine Gefangenen gab. Nachdem erneut um Verstärkung gebeten worden war, setzten sich in den frühen Morgenstunden des 14. August vier Torpedoboote mit 72 Offiziere und Mannschaften der F-Kompanie der 103. Infanterie nach Barakoma in Fahrt. Die Vorhut mit der Geheimmission, Strände zu markieren und die Kampfgruppe mit der Gefangenenmission machten sich an ihre jeweiligen Aufgaben. Die Strandmarkierung verlief zufriedenstellend, jedoch wurden nur sieben Japaner gefangen genommen. Die F-Kompanie hielt den Brückenkopf bei Barakoma bis zur Ankunft der Hauptinvasionstruppe.

Planung der Landung Admiral Wilkinson erteilte am 11. August seine Befehle. Die Nordflotte war in drei Invasionsstaffeln organisiert. Die Haupteinheit und zwei weitere Staffeln sowie die Torpedobootflottillen. Unter dem direkten Kommando von Wilkinson befand sich die Haupteinheit, bestehend aus drei Transportgruppen, dem Zerstörerschirm und der nördlichen Landungstruppe. Jede Transportgruppe wurde von Zerstörern abgeschirmt und sollte sich unabhängig von Guadalcanal nach Vella Lavella begeben. Die Abfahrt von Guadalcanal würde so zeitlich abgestimmt sein, dass jede Gruppe vor Barakoma ankommen würde, kurz bevor sie mit dem Entladen beginnen sollte. Vorläufige Küstenbombardierungen würden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nötig sein, aber Wilkinson forderte zwei Zerstörer auf, sich bereitzuhalten, die Landung notfalls zu unterstützen. Insgesamt waren für die Landungen drei Wellen vorgesehen, die innerhalb von fünf Tagen an Land gehen und ihre gesamte Ausrüstung entladen sollten. Die LSTs wurden angewiesen nach dem Entladen sofort wieder nach Guadalcanal zurückzukehren.

Die nördliche Landungstruppe mit insgesamt 5888 Soldaten bestand aus dem 35. Regimentskampfteam der 25. Division; dem 4. Marineverteidigungsbataillon; der 25. Kavallerie-Aufklärungstruppe; dem 58. Baubataillon der Marine; und eine Marinestützpunktgruppe. Das Kommando über die Landekräfte wurde Brigadegeneral Robert B. McClure, dem stellvertretenden Kommandeur der 25. Division übergeben.

Auf Vella Lavella lag keine japanische Garnison, sondern dort befand sich nur eine Gruppe von Nachzüglern, die auf etwa 250 Mann geschätzt wurde, weitere 100 auf der nahe gelegenen Insel Ranongga und 250 auf Ghizo. Wilkinson warnte, dass die feindliche Luftstärke im südlichen Bougainville, weniger als 160 Kilometer entfernt, und bei Rabaul beträchtlich sei und dass an beiden Orten Seestreitkräfte stationiert seien.

Bis zum 14. August waren die Landungsstreitkräfte und ihre Vorräte an Bord der Schiffe verstaut und alle Transporter der Hauptlandungseinheiten stachen planmäßig in Richtung Barakoma in See. An Bord wurden die Männer über ihr Ziel informiert. Japanische Flugzeuge wurden über Guadalcanal, den Russell-Inseln und New Georgia gemeldet, aber Wilkinsons Schiffe hatten eine ereignislose Reise den SlotDer sogenannte Slot war die Seefahrtstraße zwischen der fast parallelen Reihe der Salomonen-Inseln. Die Japaner aus Rabaul fuhren mit ihren Kreuzern und Zerstörern regelmäßig den Slot nach Guadalcanal hinunter (→ Tokyo Express), um Nachschub zu liefern und die US-Marines dort zu bombardieren und zu beschießen. hinauf und durch den Blanche Kanal und die Ghizo Straße. Nordwestlich von Rendova überholten die LCIs die LSTs, während die APDs beide langsameren Gruppen überholten.

Landung auf Vella Lavella mini|Der Zerstörer Cony