Die Rocket Factory Augsburg (kurz RFA) ist ein deutsches Raumfahrtunternehmen mit Sitz in Augsburg. RFA entwickelt Trägerraketen und Raumfahrzeuge.

Geschichte Die Rocket Factory Augsburg AG wurde 2018 gegründet.Rocket Factory Augsburg perceives historic moment for European launch industry. Spacenews, 15. November 2023.

Im April 2022 belegte das Unternehmen den zweiten Platz beim „Microlauncher-Wettbewerb“ der Deutschen Raumfahrtagentur (DLR) und erhielt dafür 11 Millionen Euro Fördergelder der ESA.Finale für den 2. und 3. Platz des Mikrolauncher-Wettbewerbs. DLR, 25 April 2022. Im August 2023 beteiligte sich der Wagniskapitalgeber KKR mit einem Investment von 30 Millionen Euro an RFA.KKR investiert kräftig in Raketen-Technologie. VC-Magazin, 17. August 2023.

Die Rocket Factory Augsburg ist neben Isar Aerospace und HyImpulse eines der drei ersten deutschen Unternehmen, die orbitale Trägerraketen entwickeln. Als erstes dieser drei Unternehmen testete RFA im Juni 2023 eine Raketenstufe.First ever in Europe hot-fire test by RFA. Swedish Space Corporation 3. Juni 2023. Das Raumfahrt-Analystenhaus Capital Momentum schätzt RFA als den technisch führenden deutschen Raketenbauer ein.Road to the Launchpad: A Comparative Analysis of Germany’s Microlaunchers. Capital Momentum, 2. Februar 2023.

Im August 2024 kam es bei Tests auf dem Weltraumbahnhof Saxavord Spaceport der schottischen Insel Unst zu einer Raketenexplosion. Gleichwohl wurde im Januar 2025 von der Civil Aviation Authority (CAA) die Lizenz zum Start von zehn Raketen erteilt.

Durch das Boost!-Programm der Europäischen Weltraumorganisation wurden Rocket Factory Augsburg im November 2024 weitere 11,8 Millionen Euro vergeben.

Im April 2025 löste Indulis Kalnins Stefan Tweraser als chief executive officer (CEO) ab. Tweraser hatte das Unternehmen seit Oktober 2021 geführt.

Produkte in Entwicklung Die RFA One ist eine dreistufige, mit Flüssigtreibstoffen betriebene orbitale Trägerrakete, welche bis zu 1600 Kilogramm Nutzlast in etwa 400 km hohe Erdorbits befördern können soll.Europe’s 1st commercial staged rocket passes hot-fire milestone. Space.com, 20. Juli 2022. Ein erster Start soll Ende 2026 vom Weltraumbahnhof Saxavord Spaceport auf den Shetlandinseln erfolgen. Es wurden auch Starts von der ehemaligen Diamant-Startrampe des europäischen Weltraumbahnhofs in Französisch-Guayana angekündigt.RFA to launch from Kourou. RFA-Pressemeldung vom 21. Juni 2023.

Die ersten beiden Stufen der RFA One werden durch Triebwerke des Typs Helix angetrieben. Dieses Triebwerk wurde von RFA auf der Grundlage von Turbopumpentechnologie des ukrainischen Konzerns Juschmasch entwickelt.Max Polyakow: What is Allowed in Space, Part 4: Does might make right? 24. Mai 2023. Das Triebwerk wurde 2022 erstmals gezündet. Damit ist es das erste von einem europäischen Privatunternehmen entwickelte, funktionsfähige Hauptstromtriebwerk.

Als dritte Stufe entwickelt RFA die Kickstufe Redshift OTV, welche die Rakete in die Lage versetzen soll, 1300 kg Nutzlast in 500 km hohe sonnensynchrone Umlaufbahnen und 450 kg in geostationäre Transferbahnen zu tragen.https://www.rfa.space/redshift/

Zudem wurde das unbemannte Versorgungsraumschiff Argo angekündigt. Es soll über bis zu 4000 kg Nutzlast zu einer Raumstation im Erdorbit und ebenso viel wieder zurück auf die Erde bringen können. Die Nutzlastkapazität wurde im Dezember 2023 angepasst, nachdem im November die Ausschreibungskriterien für das kommerzielle Frachtprogramm der ESA, dem LEO Return Cargo Service, erhöht wurden. Die Triebwerke des Raumschiffes sollen Fenix heißen, und auf Nitromethan basieren. Bei der ersten Ausschreibungsrunde des LEO Return Cargo Service erhielt RFA keinen Zuschlag.

Weblinks

Website der Rocket Factory Augsburg Youtube-Kanal der Rocket Factory Augsburg

Einzelnachweise

Kategorie:Raumfahrtunternehmen Kategorie:Deutsche Raumfahrt Kategorie:Unternehmen (Augsburg) Kategorie:Augsburg-Haunstetten-Siebenbrunn Kategorie:Unternehmensgründung 2018