mini|Soldatenfriedhof von 1914 in Drwęck Drwęck () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Olsztynek (Stadt- und Landgemeinde Hohenstein i. Ostpr.) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein).

Geographische Lage Drwęck liegt im südlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 22 Kilometer südöstlich der früheren Kreisstadt Osterode in Ostpreußen () bzw. 31 Kilometer südwestlich der heutigen Kreismetropole und Woiwodschaftshauptstadt Olsztyn ().

Im Großen Ohmen-See (polnisch Jezioro Wielkie Omińskie, auch Jezioro Wielki Omin) bei Drwęck entspringt die Drewenz (polnisch Drwęca, früher deutsch auch Drebnitz genannt). Sie fließt nordwestlich bis Ostróda, danach bis nach Toruń (Thorn), wo sie nach insgesamt 253 Kilometern in die Weichsel (polnisch Wisła) mündet.

Geschichte Ortsgeschichte Das kleine Dorf Drewancz – nach 1436 Trebantz, nach 1477 Drebnitz genannt – wurde 1374 erstmals urkundlich erwähnt.Dietrich Lange: Dröbnitz, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Damals schlossen Scode und Nadrow von Dröbnitz Frieden mit ihrem Nachbarn Kuneke von Pötzdorf (polnisch Pacółtowo). Im Jahre 1874 kam die Landgemeinde Dröbnitz zum Amtsbezirk Hohenstein i. Ostpr.-Land (polnisch Olsztynek) im Kreis Osterode in Ostpreußen.Rolf Jehke: Amtsbezirk Hohenstein i. Ostpr.-Land

Die Zahl der Einwohner Dröbnitz’ belief sich 1885 auf 311,Michael Rademacher: 1910 auf 322, und 1933 auf 320 bzw. 1939 auf 1009, wobei dann aber 633 zum Reichsarbeitsdienstlager gehörten. 1939 bestanden in Dröbnitz 66 Haushalte. 244 Einwohner arbeiteten in der Land- und Forstwirtschaft, 33 in Industrie und Handwerk sowie sechs in Handel und Verkehr.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung in den Volksabstimmungen in Ost- und Westpreußen am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Dröbnitz stimmten 220 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 100

In Kriegsfolge kam 1945 das gesamte südliche Ostpreußen zu Polen. Dröbnitz erhielt die polnische Namensform „Drwęck“ und ist heute als Schulzenamt (polnisch Sołectwo), das auch für Czarci Jar zuständig ist, eine Ortschaft im Verbund der Stadt- und Landgemeinde Olsztynek (Hohenstein i. Ostpr.) im Powiat Olsztyński (Kreis Allenstein), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren mit Amtssitz in Olsztyn (Allenstein) zugehörig. Im Jahre 2011 zählte Drwęck 198 Einwohner.

Das „Mädchen von Dröbnitz“

Im Dröbnitzer Moor wurde 1939 im Zusammenhang mit Arbeiten des Reichsarbeitsdienstes an den Panzergräben eine Moorleiche gefunden, in einen Umhang gehüllt und gut erhalten. Das „Mädchen von Dröbnitz“ stammte wohl aus der Zeit um 500 v. Chr.

Kirche Bis 1945 war Dröbnitz in die evangelische Pfarrkirche Hohenstein (Ostpreußen)Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 498 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union, außerdem in die römisch-katholische Stadtkirche in Hohenstein,AGOFF: Kreis Osterode in Ostpreußen Bistum Ermland, eingepfarrt.

Der kirchliche Bezug zu Olsztynek besteht auch für Drwęck: zur katholischen Herz-Jesu-Kirche, jetzt dem Dekanat Olsztynek im Erzbistum Ermland zugehörig, und zur evangelischen Kirchengemeinde, jetzt eine Filialgemeinde der Christus-Erlöser-Kirche Olsztyn in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr Drwęck liegt an einer Nebenstraße, die von Olsztynek über Lichtajny (Köllmisch Lichteinen) in den Ort und dann als Landweg bis nach Pacółtowo (Groß Pötzdorf) führt. Eine Anbindung an den Bahnverkehr besteht nicht.

Weblinks

Bildarchiv Ostpreußen: Diashow Dröbnitz Bildarchiv Ostpreußen: Ortsplan von Dröbnitz (Stand 1945)

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1374 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Olsztynek