Die Laßnitz ist ein Nebenfluss der Sulm in der Weststeiermark in Österreich.

Geographie Beschreibung des Laufes mini|links|Quellgebiet der Laßnitz: Handalm und Weberkogel/Wildbachalm (re.) am Horizont, davor links Poschkogel, Weberbauerkogel, im Vordergrund (kl.) Pöschlkogel und Rettenbachtal

Die LaßnitzDigitaler Atlas Steiermark, Thema Gewässer und Wasserinformation; insb. Laßnitz. und Niedere Laßnitz. Auszug aus der digitalen Gewässerkartei Steiermark. entspringt auf etwa 1650 m als Niedere Laßnitz in der mittleren Koralpe zwischen Handalm () und Wildbachalm () im Ortschaftsgebiet Osterwitz. Sie fließt bis zur Einmündung des Rettenbachs (für den sich ebenfalls der Name Niedere Laßnitz findet) an der Grenze zur ehemaligen Gemeinde Kloster kurz nach Norden, dann in einem tief eingeschnittenen Tal bis Deutschlandsberg Richtung Osten. In diesem Teil ihres Laufes ist sie ein Wildbach mit starkem Gefälle.

Kurz vor Deutschlandsberg umrundet die Laßnitz in der Deutschlandsberger Klause den Burgberg der Burg Deutschlandsberg.

Ab Deutschlandsberg verläuft der Fluss in einem weiten, flachen Tal, dem eigentlichen Laßnitztal, umrundet den Sausal und mündet in Leibnitz auf 267 m in die Sulm. Die Sulm mündet nach weiteren 6,5 km in die Mur. Aus der Lage der Flussmündungen kann der Eindruck entstehen, die Sulm wäre ein rechter Nebenfluss der Laßnitz und die Laßnitz würde in die Mur münden. Zudem ist die Laßnitz am Ort des Zusammenflusses der längere der beiden Flüsse.

Die Laßnitz fließt wie viele größeren Flüsse der Ostalpen von Nordwesten nach Südosten. Grund dafür ist die Auffaltung der Alpen, die auch heute noch nicht ganz abgeschlossen ist.

Starkes Gefälle im Oberlauf durch geologische Situation Dieses Gefälle hat seinen Grund in der Entstehung der Koralpe:Peter Beck-Mannagetta (1917–1998): Die Geologie des Einzugsgebietes der Laßnitz (Weststeiermark). In: Mitteilungen der Alpinen geologischen Vereinigung. Band 34, Jahrgang 1941, Wien 1942, S. 1–37 (). Weiters das mehrseitige Literaturverzeichnis dieses Autors in dessen Nachruf: Mitteilungen der Österreichischen Geologischen Gesellschaft. Nr. 90 (1997), Wien 1999, , S. 207-212 ().Zum Einfluss auf die Alpenbildung, Aufteilung in Krustenkeile bzw. Teile am Beginn der Karpaten und des Dinarischen Gebirges: Hans Georg Krenmayr, Albert Daurer (Redaktion): Rocky Austria. Eine bunte Erdgeschichte von Österreich. Geologische Bundesanstalt, Wien 1999, ISBN 3-85316-006-9, S. 46.Gerda Woletz: Die Geschiebeverhältnisse der Laßnitz, in: Artur Winkler-Hermaden, Peter Beck-Mannagetta, Karl Bistritschan, Gerda Woletz, Karl Schoklitsch, Herbert Pichler: Wissenschaftliche Studienergebnisse der Arbeitsgemeinschaft für geologisch-bodenkundliche Untersuchungen im Einzugsbereiche des Laßnitzflusses in Südweststeiermark. Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften in Wien, mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, Abteilung 1, 149. Band, 7. bis 10. Heft (vorgelegt in der Sitzung am 27. Juni 1940). Verlag Hölder-Pichler-Tempsky, Wien 1940, S. 245–257. Die Koralpe ist geologisch ein emporgehobener Gebirgsteil, eine PultscholleArtur Winkler-Hermaden, Peter Beck-Mannagetta, Karl Bistritschan, Gerda Woletz, Karl Schoklitsch, Herbert Pichler: Wissenschaftliche Studienergebnisse der Arbeitsgemeinschaft für geologisch-bodenkundliche Untersuchungen im Einzugsbereich des Laßnitzflusses in Südweststeiermark. Österreichische Akademie der Wissenschaften, mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse Abt. I, 149. Heft 7–10, Wien 1939, S. 225–226 ().Peter Beck-Managetta: Über den geologischen Aufbau der Koralpe. In: Gernot Weissensteiner: Mineralien der Koralpe. 1. Sonderband der Vereinszeitschrift Die Eisenblüte. Vereinigung steirischer Mineraliensammler, Graz 1979, S. 6.. Von ihrem Gebirgskamm (an dem sich die Quellgebiete befinden) müssen die Flüsse und Bäche auf kurzen Strecken große Höhenunterschiede in das Tiefland überwinden (bei der Laßnitz: in das Leibnitzer Feld).

mini|hochkant|Laßnitz im Oberlauf in Osterwitz-Winkel, Pöschlstraßenbrücke Die steilen Hänge der Flusstäler führen zu Hangrutschungen (durch welche auch Mineralienfundstellen erschlossen werden).Gernot Weissensteiner: Mineralien der Koralpe. 1. Sonderband der Vereinszeitschrift Die Eisenblüte. Vereinigung steirischer Mineraliensammler, Graz 1979.

Geschichte Wortherkunft und Flussbenennung Der Name Laßnitz (890 Luonzniza) wird aus dem slawischen Lieznica abgeleitet und mit ‚Waldbach‘ übersetzt. In der Sprachwissenschaft wird auch lǫčicaFritz Lochner von Hüttenbach: Die Rodungsnamen der Steiermark. In: Michaela Ofitsch, Christian Zinko: 125 Jahre Indogermanistik in Graz. Festband anläßlich des 125jährigen Bestehens der Forschungseinrichtung „Indogermanistik“ an der Karl-Franzens-Universität Graz. Verlag Leykam, Graz 2000, ISBN 3-7011-0026-8, S. 252., *loNč'nica ‚Wiesenbach‘ diskutiert, zu lonka (Lokativ lonce)Wilhelm Brandenstein: Die Berg- und Flurnamen in Granatspitzgruppe (Hohe Tauern). In: Zeitschrift für Ortsnamenforschung. Nr. 4 (1928), S 155–165. Zitiert nach: Fritz Freiherr Lochner von Hüttenbach: Wilhelm Brandenstein. Kleine namenkundliche Arbeiten. Akademische Druck- und Verlagsanstalt. Graz 1978, ISBN 3-201-01038-3, S. 41–52, hier: S. 51. oder *lǫkaHeinz Dieter Pohl: Siedlungsgeschichte und Überlieferung von Ortsnamen slowenischer Herkunft in Osttirol und Kärnten (mit Ausblicken aufs übrige Österreich). In: Peter Ernst, Isolde Hausner, Elisabeth Schuster, Peter Wiesinger (Hrsg.): Ortsnamen und Siedlungsgeschichte. Akten des Symposiums des Arbeitskreises für Namenforschung – Institut für Germanistik der Universität Wien und Institut für österreichische Dialekt- und Namenlexika der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vom 28.-30. September 2000. Universitätsverlag C. Winter. Heidelberg 2002, ISBN 3-8253-1138-4, S. 177–189, hier: S. 178. ‚feuchte, sumpfige Wiese‘. Als weitere Möglichkeit (wie etwa 1345 Lesniz, Laßnitz bei Murau oder 1080 Laznich im Paltental) *laz'nica zu laz, lazъ ‚Gereut, Rodung, lichte Stelle im Wald‘ („Gereutbach“),Manfred Trummer: Slawische Steiermark = Leicht erweiterte Fassung des gleichnamigen Vortrags am Symposium „Fremd sein – beinander bleiben. Die slowenische Volksgruppe in Österreich“ im Rahmen der „Slowenischen Tage“ an der Karl-Franzens-Universität in Graz, 25.–28. März 1996. Aus: Christian Stenner (Hrsg.): Slowenische Steiermark. Verdrängte Minderheit in Österreichs Südosten. Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar 1997, ISBN 3-205-98690-3, S. 15–34. wie das auch im Quellbach Rettenbach stecken könnte. Die Wurzel könnte auch im Ortsnamen der Stadt Deutschlandsberg stecken. Unabhängig von den Details seiner Herkunft weist der -itz-Name (‚-bach‘) auf die alte slawische Bevölkerung hin.

mini|Die Laßnitz (re.) bildet die südliche Grenze des Schwarzkogelzuges. Im Mittelgrund Freiland, dahinter links der Laufenegger Kogel, rechts Trahütter Kogel. Am Horizont Grazer Becken im Bereich der Gleinz und Deutschlandsbergs

Informationen, die im Mittelteil der Koralpe einen Fluss Laßnitz behandeln, sind nicht eindeutig: Es können mehrere Gewässer gemeint sein, die zwar zum selben Flusssystem gehören, aber einige Kilometer (und mehrere Hundert Höhenmeter) auseinanderliegen können: Oberlauf der Laßnitz, Wildbach oder Rettenbach: Der Oberlauf der Laßnitz wird Niedere Laßnitz genannt.Österreichische Karte 1:50.000 – ÖK 50, Blatt 188 Wolfsberg. Herausgegeben vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (Landesaufnahme) in Wien. Neuaufnahme 1959/1960, Kartenfortführung 1991, einzelne Nachträge 1993. Je nach Kartendarstellung bezeichnet dieser Name die etwa 6½ Kilometer Lauf bis zur Einmündung des Rettenbaches,Rettenbach (3). Auszug aus der digitalen Gewässerkartei Steiermark: Angabe zum Einmündungskilometer Vorfluter: 8,488 km die etwa 15 Kilometer vom Quellgebiet bis zur Einmündung des Betleitenbaches/Osterwitzbaches im Gebiet von FreilandÖsterreichische Karte 1:50.000 189 Deutschlandsberg, Kartenrevision 1965, Nachträge 1968 und Bodenkarte 1:25.000 Kartierungsbereich Deutschlandsberg, Blatt 189-3N. Aufnahme und Druck: Landwirtschaftlich-chemische Bundesversuchsanstalt/Bodenkartierung, Wien. Herausgegeben vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft. Österreichische Bodenkartierung des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft - BFW, Bundesamt für Wald. oder die gut 25 km bis Deutschlandsberg.Freytag-Berndt Wanderkarte mit Kurzführer. Blatt 41, Graz-Koralpe-Eibiswald. 1:100.000 Auflage 1983 – 1183841137, Verlag Freytag-Berndt und Artaria, Wien, ISBN 3-85084-641-5. Der heute als Niedere Laßnitz geführte Quelllauf kann dann als Laßnitz oder auch Pöschlbach (nach dem großen Bauerngut an der Rettenbach-Mündung) bezeichnet sein.

mini|Oberlauf von Laßnitz und Wildbach, Rettenbach auch als Niedere Laßnitz: ca. 1932

Nördlich der Laßnitz fließt der früher als Hohe Laßnitz,Auf dem Titelblatt der Österreichischen Karte 1:25.000 – ÖK 25 V, Blatt 189 Deutschlandsberg. Aufgenommen 1983. und ab ca. 1990 als WildbachÖsterreichische Karte 1:50.000 – ÖK 50, Blatt 189 Deutschlandsberg. Neuaufnahme 1983, Kartenfortführung 1991. bezeichnete Nebenfluss, welcher bei Frauental an der Laßnitz in diese einmündet. Weiters wird die Bezeichnung Niedere Laßnitz für den Wildbach, und einen weiteren Nebenfluss Laßnitz, den Rettenbach verwendet. In älteren Publikationen kann sogar die heutige (Niedere) Laßnitz als Hohe Laßnitz und der Wildbach als Niedere Laßnitz bezeichnet sein.

Die Namensvarianten sind darauf zurückzuführen, dass im 19. Jahrhundert der Ursprung der Laßnitz nicht wie heute im Gebiet der Handalm, sondern auf der Hebalm angenommen und damit der Rettenbach als Oberlauf der Laßnitz gesehen wurde. In der Josephinischen Landesaufnahme 1787 ist die Laßnitz als Groß Lasnitz Bach ausgewiesen, der Wildbach als Klein Lasnitz Bach.Josephinische Landesaufnahme 1787, in: Historische Karten, Digitaler Atlas Steiermark, Geografisches Informationssystem GIS des Landes Steiermark. Damals war auch unklar, ob die Laßnitz in die Sulm mündete oder umgekehrt die Sulm in die Laßnitz, also die Benennung der letzten Kilometer von Leibnitz zur Mur.Maximilian Riederer, Gunther Riedlsperger, Johann Tomaschek: Freiländer Ortschronik. Eigenverlag der Gemeinde Freiland bei Deutschlandsberg, 1988, S. 195, mit einem Verweis auf Josef Andreas Janisch: Topographisch-statistisches Lexikon von Steiermark mit historischen Notizen und Anmerkungen. Verlag Leykam-Josefsthal, Graz 1878-85. Band 1: A-K. 1878-. VIII, 821 Seiten. Band 2: L-R. 1885. 793 Seiten (32 Tafeln). Nachdruck: Verlag für Sammler, Graz 1978-79.

Einzugsgebiet ist altes Siedlungsgebiet Hügelgräber im Einzugsgebiet der Laßnitz, z. B. bei Rassach, belegen eine Besiedlung dieses Gebiets in der Awarenzeit im 6.–8. Jahrhundert, in deren Rahmen ein slawischer Bevölkerungsanteil angenommen werden kann, und die Zugehörigkeit des Gebietes zu Karantanien.

In der Gemeinde Groß St. Florian befindet sich die Römische Villa von Grünau aus dem 1. bis 4./5. Jahrhundert In Leibnitz liegt die große römische Siedlung Flavia Solva.

Teufelsgraben bei Leibnitz Dieser Graben erstreckte sich ursprünglich über mehrere Kilometer zwischen Laßnitz und Mur. Er wird als römerzeitlicher Bewässerungskanal, aber auch als frühe Befestigungsanlage interpretiert, die mit der Hengistburg in der Mark an der Mur in Zusammenhang steht. Der Graben wird bereits in einer Urkunde des Jahres 982 n. Chr. erwähnt. Nahe der Autobahnraststätte Gralla an der Pyhrn Autobahn ist dieses Bodendenkmal noch gut erhalten. Dort hat der Graben eine Tiefe von eineinhalb und eine lichte Weite von etwa sechs Metern. Streckenweise wird er von einem noch bis zu 80 cm hohen und an seiner Basis bis vier Meter breiten Wall aus Aushubmaterial von der Grubensohle begrenzt., in burgenseite.com, Burgenforum Österreich.

Verbauungen und Änderungen im Lauf der Laßnitz