Das Amtsgericht Rötha war von 1910 bis 1951 ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und eines von 15 Amtsgerichten im Sprengel des Landgerichtes Leipzig mit Sitz in Rötha.
Geschichte Von 1856 bis 1874 bestand in Rötha das Gerichtsamt Rötha als erstinstanzliches Gericht. Im Jahre 1874 wurde dieses aufgehoben und seine Aufgaben wurden vom Gerichtsamt Borna übernommen. Mit den Reichsjustizgesetzen wurde das Gerichtsamt Borna aufgelöst und das Amtsgericht Borna als Nachfolger des Gerichtsamtes eingerichtet. Mit Gesetz vom 28. Mai 1910 wurde ein Amtsgericht Rötha eingerichtet.Nr. 38. Gesetz, die Errichtung eines Amtsgerichts in Rötha betreffend; vom 28. Mai 1910 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen, 9. Stück, S. 84–85) Digitalisat Es nahm seine Tätigkeit am 1. Oktober 1910 auf. Sein Sprengel bestand aus der Stadt Rötha und weiteren 29 Landgemeinden. Diese Orte gehörten vorher zu den Amtsgerichtsbezirken Borna, Leipzig, Pegau und Zwenkau.Nr. 39. Verordnung zur Ausführung des Gesetzes, die Errichtung eines Amtsgerichts in Rötha betreffend; vom 29. Mai 1910 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen, S. 85–86) Digitalisat
In der DDR wurde das Amtsgericht Rötha 1951 zum Zweiggericht des Amtsgerichtes Borna herabgestuft.Durchführungsbestimmungen zur Vereinfachung der Gerichtsorganisation im Land Sachsen vom 28. Mai 1951 zur Verordnung vom 5. Mai 1951; in: Gesetz- und Verordnungsblatt Land Sachsen, S. 256. Mit dem Gerichtsverfassungsgesetz vom 2. Oktober 1952 wurde das Amtsgericht Rötha aufgehoben. Das Kreisgericht Borna war nunmehr allein zuständig im Kreis Borna.Bestand 20134 Amtsgericht Rötha
Gerichtsgebäude mini|Ehem. Amtsgerichtsgebäude (2014) Im Jahre 1910 wurde zur Eröffnung des Amtsgerichtes auch ein Amtsgerichtsgebäude (heutige Adresse: Straße der Jugend 5) erbaut.Als Vertreter der Staatsregierung nahm an der Eröffnung Paul Gotthold Hugo Wilsdorf teil. Das Gerichtsgebäude ist ein zweigeschossiger, asymmetrisch gegliederter Baukörper mit Putzfassade und Porphyrtuffelementen. Es hat ein hohes, ausgebautes Walmdach, an der Straßenfront mit abgewalmtem Zwerchgiebel, darüber ein Uhrentürmchen mit geschwungener Haube, links einen Eckturm mit skulptiertem Portal. Als Architekten und Bauleiter wurden genannt: Edmund Waldow, Heinrich Tscharmann und M. Zettler.
Siehe auch Gerichte in Sachsen 1879 bis 1945 Liste der Gerichte des Freistaates Sachsen Liste der Kulturdenkmale in Rötha
Einzelnachweise
Rotha Kategorie:Geschichte (Landkreis Leipzig) Kategorie:Rötha Kategorie:Organisation (Landkreis Leipzig) Kategorie:Gerichtsgründung 1910 Kategorie:Aufgelöst 1952