Heinz Kreidl (* 28. Juli 1945 in Kufstein) ist ein österreichischer Theater- und Opernregisseur und Intendant. Leben Nach dem Abitur studierte er an der Universität Innsbruck 3 Semester Jura und 5 Semester Germanistik und Musikwissenschaft. Er war Mitbegründer eines Studententheaters, begann eine Schauspielausbildung und wurde 1967 als Schauspieler ans Tiroler Landestheater engagiert. 1969 zog er nach Wien, arbeitete als Rundfunksprecher beim ORF, studierte Regie am Wiener Max Reinhardseminar und war anschließend Regieassistent am Wiener Burgtheater, u. a. bei Jean-Louis Barrault, Giorgio Strehler, Konrad Swinarski, Gerhard Klingenberg und Claus Peymann.
Nach den ersten eigenen Inszenierungen in Wien zog er 1975 nach Deutschland mit vielen Stationen als freier Regisseur u. a. in Nürnberg, Karlsruhe, Mannheim, Wiesbaden, Frankfurt, Wuppertal, Köln, Dortmund, Braunschweig, Berlin und Zürich, aber auch mit festen Engagements (z. B. als Oberspielleiter am Stadttheater Heidelberg, im Leitungsteam am Staatstheater Kassel oder als Hausregisseur am Theater Bonn).
Seit 1986 ist er auch vermehrt als Opernregisseur tätig, u. a. Kassel, Freiburg, Darmstadt, Augsburg, Bielefeld.
Von 1999 bis 2004 war er Schauspieldirektor am Staatstheater Darmstadt und von 2009 bis 2013 Intendant der Burgfestspiele Jagsthausen.
Heinz Kreidl war verheiratet mit der, 2019 verstorbenen, Übersetzerin Angelika Gundlach, hat einen Sohn aus erster Ehe und lebt seit kurzem in Berlin.
Inszenierungen
Schauspiel (Auswahl) Edward Bond, Hochzeit des Papstes, Theater der Courage, Wien, 1974 Molière, George Dandin, Theater Landshut, 1975 Ödön von Horvath, Glaube, Liebe, Hoffnung, Theater Landshut, 1976 Botho Strauss, Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle, Städt. Bühnen Heidelberg, 1978 Wolfgang Deichsel, Frankenstein (UA), Schauspiel Frankfurt 1980 August Strindberg, Todestanz, Staatstheater Kassel, 1981 Henrik Ibsen, Die Wildente, Nationaltheater Mannheim, 1982 Anton Cechov, Drei Schwestern, Staatstheater Kassel, 1983 Schiller, Die Räuber, Staatstheater Braunschweig, 1985 Jörg Läderach/Andres Müry, Der Tod eines Kellners (UA), Schauspiel Bonn, 1985 Jörg Läderach/Andres Müry, Körper brennen (UA), Steirischer Herbst/Schauspielhaus Graz, 1986 Lars Norén, Die Nachtwache, als sechsstündige Nachtaufführung anlässlich der Documenta, Staatstheater Kassel, 1986 Lars Norén, Dämonen, Staatstheater Kassel, 1987 Lars Norén, Eintagswesen (UA), Staatstheater Kassel, 1988 Per Olov Enquist, In der Stunde des Luchses (DE) Theater am Neumarkt, Zürich, 1990 Andreas Pflüger, Herrengold (UA), (Tatort-Kammerspiel mit Günter Lamprecht), Renaissancetheater Berlin und Hörspiel und Fernsehaufzeichnung durch den SFB, 1991 August Strindberg, Der Pelikan, Staatstheater Darmstadt, 1991 Samuel Beckett, Warten auf Godot, Staatstheater Darmstadt, 1992 Goethe, Egmont, mit dem Orchester der Bonner Philharmonie für das Beethovenfest, Schauspiel Bonn, 1992 Lars Norén, Blätterschatten (UA), Schauspiel Bonn, 1994 Arthur Miller, Der letzte Yankee, (DE), Renaissancetheater Berlin, 1994 Alexej Schipenko, Moskau - Frankfurt (DE), Schauspiel Bonn 1995 Harold Pinter, Betrogen, Schauspiel Dortmund, 1999 Turgeniev, Väter und Söhne, Staatstheater Darmstadt, 2000 Büchner, Leonce und Lena und Ionesco, Die Stühle an einem Abend, Staatstheater Darmstadt, 2001 Shakespeare, Macbeth, Staatstheater Darmstadt, 2002 Henrik Ibsen, Hedda Gabler, Staatstheater Darmstadt, 2003 Che Walker, Lange her (DE), Schauspiel Dortmund 2003 Biljana Srbljanovic, God save America (DE), Staatstheater Braunschweig 2005 Werner Fritsch, Bach (UA), Staatstheater Darmstadt, 2004 Edward Albee, Wer hat Angst vor Virginia Woolf, Staatstheater Braunschweig, 2006 Goethe, Götz von Berlichingen, Burgfestspiele Jagsthausen, 2007 Brecht, Die Dreigroschenoper, Burgfestspiele Jagsthausen 2009 Peter Shaffer, Amadeus, Burgfestspiele Jagsthausen 2012 Agatha Christie, Die Mausefalle, Fritz Rémond Theater Frankfurt, 2019 Ferdinand von Schirach, Gott, Fritz Rémond Theater, 2020 Marivaux, Das Spiel von Liebe und Zufall, Fritz Rémond Theater, 2021
Oper (Auswahl) Jost Meier, Der Drache, nach Jevgenij Schwarz (DE), Staatstheater Kassel, 1986 Verdi, Ein Maskenball, Staatstheater Kassel, 1988 Massenet, Werther, Städt. Bühnen Freiburg, 1991 Johann Strauss, Die Fledermaus, Hans-Otto-Theater Potsdam, 1992 Mozart, Così fan tutte, Städt. Bühnen Freiburg, 1993 Korngold, Violanta, Staatstheater Darmstadt, 1993 Gounod, Margarethe, Städt. Bühnen Augsburg, 1994 Tschaikowsky, Eugen Onegin, Städt. Bühnen Gera, 1995 Berlioz, Benvenuto Cellini, Städt. Bühnen Bielefeld, 1996 Puccini, La Bohème, Städt. Bühnen Bielefeld, 1997 Romberg, The Student Prince, Schlossfestspiele Heidelberg, 2006
Auszeichnungen und Einladungen Edward Bond, Hochzeit des Papstes, Theater der Courage, Wien, 1974 - Kritikerpreis für die beste Inszenierung an einem Off-Theater Anton Cechov, Drei Schwestern, Staatstheater Kassel - Einladung zum Hessischen Theatertreffen, 1983 Jörg Läderach/Andres Müry, Körper brennen, Schauspielhaus Graz - Einladung zum Theaterfestival Bern, 1986 Aufzeichnung der Norén-Trilogie (Dämonen / Nachtwache / Eintagswesen, Staatstheater Kassel) durch das schwedische Fernsehen, Sveriges Television (SVT), 1988 Lars Norén, Blätterschatten, Schauspiel Bonn – Fernsehaufzeichnung durch den WDR und Einladung zum Europäischen Theatertreffen in Luxemburg, 1995 Che Walker, Lange her, Schauspiel Dortmund - Einladung zum NRW Theatertreffen, 2003 Biljana Srbljanovic, God save America, Staatstheater Braunschweig - Einladung zum Norddeutschen Theatertreffen, 2006
Weblinks Sonja Baum und Heinz Kreidl - Was ihr wollt 2010 -> https://www.youtube.com/watch?v=VSRaKgs7Eg8 Das Programm 2012 (Burgfestspiele Jagsthausen) -> https://www.youtube.com/watch?v=kJUSCHaMqGw Begrüßung zur Spielzeit 2012 - Team von Götz v. Berlichingenhttps://www.youtube.com/watch?v=yiWEz9Ep8UI&t=17s
Einzelnachweise
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