Das Gerichtsamt Wermsdorf war in den Jahren zwischen 1856 und 1873 die unterste Verwaltungseinheit und nach der Abschaffung der Patrimonialgesetzgebung im Königreich Sachsen Eingangsgericht. Es hatte seinen Amtssitz in der Gemeinde Wermsdorf.
Geschichte Nach dem Tod des Königs Friedrich August II. von Sachsen wurde unter dessen Nachfolger König Johann nach dem Vorbild anderer Staaten des Deutschen Bundes die Abschaffung der Patrimonialgesetzgebung verordnet. An die Stelle der bisher im Königreich Sachsen in Stadt und Land vorhandenen Gerichte der untersten Instanz traten die zentral gelegenen Bezirksgerichte und Gerichtsämter in nahezu allen größeren Städten. Die Details der Verwaltungsreform regelten das sächsische Gerichtsverfassungsgesetz vom 11. August 1855 und die Verordnung über die Bildung der Gerichtsbezirke vom 2. September 1856. Pierer’s Universal-Lexikon. Band 12, Altenburg, 1861, S. 749–750
Stichtag für das Inkrafttreten der neuen Behördenstruktur im Königreich Sachsen war der 1. Oktober 1856. Das neugebildete Gerichtsamt Wermsdorf unterstand dem Bezirksgericht Oschatz. Der Gerichtsbezirk war Teil der Amtshauptmannschaft Grimma innerhalb der Kreisdirektion Leipzig. Aufgelöst wurden das Justizamt Mutzschen zu Wermsdorf. Hinzu kamen die 1835 bis 1856 aufgehobenen Patrimonialgerichte.
Der Sprengel des Gerichtsamt Wermsdorf umfasste folgende Ortschaften:Verordnung über die Bildung der Gerichtsbezirke vom 2. September 1856; in Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen: 1856, S. 264–265 Digitalisat Wermsdorf Ablaß Böhlitz mit der Mehlisschänke Brösitz (Prösitz) Cannewitz Colm Denkwitz Döbern Fremdiswalde Gastewitz bei Mutzschen Göttwitz Großquerbitzsch Hubertusburg mit Schloss und Anstalt Jenkewitz Kleinquerbitzsch Köllmichen mit Leipen Löbschütz Lüptitz Mahlis Mannewitz Merschwitz Mutzschen Niedergrauschwitz Obergrauschwitz Pommlitz bei Mügeln Reckwitz Remsa Roda Sachsendorf Serka Thümlitz Wadewitz bei Mutzschen Wagelwitz Wäldgen Wetteritz Wiederoda Zschannewitz bei Mutzschen Albertsdorfer Mark Wermsdorfer und Luppaer Forstrevier
Das Gerichtsamt Wermsdorf wurde zum 31. Dezember 1873 aufgehoben. Sein Sprengel wurde wie folgt aufgeteilt:Bekanntmachung, die Aufhebung des Gerichtsamts Wermsdorf betreffend vom 8. November 1873, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen: 1873, S. 549 ff., Digitalisat
Gerichtsamt Mügeln Wermsdorf Ablaß Großquerbitzsch Hubertusburg mit Schloss und Anstalt Kleinquerbitzsch Lüptitz Mahlis Mannewitz Niedergrauschwitz Obergrauschwitz Pommlitz bei Mügeln Reckwitz Remsa Wadewitz bei Mutzschen Wiederoda Zschannewitz bei Mutzschen Wermsdorfer und Luppaer Forstrevier Gerichtsamt Grimma Böhlitz mit der Mehlisschänke Brösitz (Prösitz) Cannewitz Denkwitz Döbern Gastewitz bei Mutzschen Göttwitz Jenkewitz Köllmichen mit Leipen Löbschütz Merschwitz Mutzschen Roda Serka Thümlitz Wagelwitz Wetteritz Gerichtsamt Wurzen Fremdiswalde Sachsendorf Wäldgen Gerichtsamt Oschatz Colm mit der Albertsdorfer Mark
Schriftliche Überlieferung Die Archivalien des Gerichtsamts Wermsdorf werden als Bestand 20111 Gerichtsamt Wermsdorf heute im Sächsischen Staatsarchiv – Staatsarchiv Leipzig verwaltet.Bestand 20102 20111 Gerichtsamt Wermsdorf im Staatsarchiv Leipzig
Richter Die Leiter des Gerichtsamts trugen den Titel Gerichtsamtmann. Dies war:
1856–1873: Carl Heinrich Hermann Glöckner (vorher Amtmann beim Justizamt Mutzschen)
Siehe auch Gerichte im Königreich Sachsen Liste der Kulturdenkmale in Wermsdorf Weblink Eintrag zum Gerichtsamt Wermsdorf im Digitalen historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
Einzelnachweise
Kategorie:Wermsdorf Wermsdorf Wermsdorf Kategorie:Aufgelöst 1873