Jüdische Rundschau ist der Name einer jüdischen Monatszeitung, die seit Anfang Juli 2014 im Verlag Jewish Berlin Online GmbH (J.B.O.) erscheint. Mit der Wochenzeitschrift Jüdische Rundschau vom Anfang des 20. Jahrhunderts hat sie den Namen gemein.
Herausgeber und Ausrichtung Herausgeber der Zeitung ist der Berliner Unternehmer und ImmobilienverwalterFundatis-Curanis-Chef Rafael Korenzecher hat die Geschäftsführungen bei gleich drei Unternehmen der Fundatis-Curanis abgegeben. Karriereportal IZ-Jobs, 13. Januar 2011, als Memento gespeichert am 23. Januar 2021. Rafael Korenzecher. Als Redakteure fungierten bis Ende 2014 Susanne Wein und Clemens Heni,Jüdische Rundschau: Ausgabe Nr. 6, Dezember 2014, als Memento gespeichert am 2. Februar 2021 von 2015 bis 2022 Simon Akstinat,Jüdische Rundschau: Ausgabe Nr. 7, März 2015, als Memento gespeichert am 17. April ab 2022 Laila Mirzo (die bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2023 für die AfD kandidierte).https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/laila-mirzo Im gleichen Haus erscheint auch die russischsprachige Ausgabe Jewrejskaja Panorama (Еврейская панорама, deutsch: Jüdisches Panorama).
Als Ziele beider Zeitschriften gibt der Verlag unter anderem an, ein „heute häufig verzerrtes und unvollständiges Medienbild von Israel sinnvoll zu konterkarieren“. In der Berichterstattung sollen „konservative, orthodoxe wie auch liberale Strömungen“ berücksichtigt werden. Die Jüdische Rundschau versteht sich als Gegengewicht zur liberalen Zeitung Jüdische Allgemeine, die vom Zentralrat der Juden in Deutschland herausgegeben wird. Die Zeitung erscheint im Tabloid-Format, die Startauflage betrug 7000 Exemplare.
Einordnung in der Medienlandschaft Shimon Stein und Moshe Zimmermann bezeichneten die Jüdische Rundschau in der Zeit als „rechtsgerichtet“. Daniel Bax nannte sie in der taz „ein marginales, rechtes Blatt“. Christoph Gollasch nannte sie im Jahrbuch für Antisemitismusforschung eine „wirtschaftsliberal-konservative Monatszeitung“. Der Politikwissenschaftler Lars Rensmann behauptete 2020, die Jüdische Rundschau sympathisiere mit der Partei Alternative für Deutschland.
Artikel zu Antisemitismus-Vorwürfen am Otto-Suhr-Institut Am 6. Januar 2017 erschien in der Jüdischen Rundschau ein Artikel, der „antizionistischen Aktivismus“ der am Otto-Suhr-Institut tätigen Dozentin Eleonora Roldán Mendívil thematisierte. Wie sich später herausstellte, handelte es sich nicht um einen Originalbeitrag für die Jüdische Rundschau, sondern um eine wortidentische Wiederveröffentlichung eines Beitrags im Blog Boasinfo vom 25. Dezember 2016.Gemäß Christoph Gollasch: Ein neuer „Berliner Antisemitismusstreit“? Der „Fall Mendívil“ am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. In: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 26, 2017, S. 395–414, hier: S. 397f. Der Original-Blogbeitrag findet sich hier. Nachdem die Vorwürfe von einer Studenteninitiative „Gegen jeden Antisemitismus an der Freien Universität Berlin“ in einem Brief an die Institutsleitung und das Präsidium der Universität aufgenommen worden waren, veröffentlichte die Institutsleitung ein Statement unter expliziter Bezugnahme auf den Artikel, dem zufolge bis zur Klärung der Angelegenheit die Dozentin keine weiteren Lehraufträge des Otto-Suhr-Institutes mehr erhalten werde. Der Vorgang löste ein umfangreiches Presseecho bis nach Israel und weitere Veröffentlichungen aus.
Sonstiges Rafael Korenzecher stiftete 2016 den „Preis für ehrlichen Journalismus“. Erster und bisher einziger Preisträger war Tuvia Tenenbom.
Weblinks Website der Jüdischen Rundschau
Einzelnachweise
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