Margarete von Minden (Schreibung auch Margarethe, Margaretha), kurz Grete Minde, (* um 1593; † 22. März 1619 in TangermündeEva Labouvie [Hrsg.]: Frauen in Sachsen-Anhalt, Böhlau-Verlag, S. 264 f.) war eine verarmte Tangermünder Patriziertochter, die wegen angeblicher Brandstiftung hingerichtet wurde. Ihr Leben wurde Gegenstand mehrerer künstlerischer Werke. Das bekannteste ist Fontanes Grete Minde.

Leben mini|hochkant|Grete-Minde-Denkmal in Tangermünde Margarete von Minden entstammt einer Tangermünder Patrizierfamilie. Ihr Vater ist Peter von Minden, der wegen Totschlags der Stadt verwiesen war, über ihre Mutter ist nichts bekannt (nach anderer Quelle eine katholische SpanierinHelmut Caspar: Hier irrte Theodor Fontane), weswegen sie später als uneheliches Kind galt. Nach dem Tod ihres Vaters konnte sie ihre Familienzugehörigkeit nicht beweisen und empfand sich um ihren Erbteil betrogen.Grete Minde alias Margarete von Minden auf erlebnisland.de Ihre Versuche, ihr Erbteil einzuklagen, scheiterten. 1616 heiratete sie in Stendal Antonius „Tönnies“ Meilahn, einen Landstreicher ohne Einkommen, der wiederholt wegen Diebstahls verurteilt wurde. Margarete von Minden verdiente sich ein kärgliches Einkommen als Kräuterfrau und Wahrsagerin.

Nach dem verheerenden Stadtbrand in Tangermünde am 13. September 1617 gehörte Margarete von Minden zu den der Brandstiftung Verdächtigten, ihr Motiv soll Rachsucht wegen des ihr vorenthaltenen Erbes gewesen sein. Sie wurde am 13. März 1619 zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt und am 22. März hingerichtet. Ihre Schuld wird jedoch von Historikern angezweifelt.

Ein baulicher Bezug zum Stadtbrand von 1617 hat sich am Fachwerkhaus Kirchstraße 23 (Tangermünde) erhalten. Die dortige Brandinschrift nennt den 13. September als Tag, an dem die Wohnhäuser von Peter Falcken und Catharina Matthiasen an dieser Stelle niederbrannten.

Künstlerische Verarbeitung mini|Tafel mit Grete Minde am Stadtbrunnen Tangermünde Theodor Fontane verarbeitete das Schicksal der Margarete von Minden in seiner 1879 erschienenen Novelle Grete Minde. 1902 erschien unter dem Namen Horst Waldheim das Drama Grete Minden. Ein Trauerspiel in fünf Akten. Im selben Jahr wurde in Tangermünde ein Grete-Minde-Festspiel Waldheims aufgeführt. 1939 schrieb Peter Huchel das Hörspiel Der Schicksalsweg der Grete Minde.Ursendung: 22. Juni 1939, Reichssender Leipzig, Neuinszenierung: MDR Kultur, Erstsendung 25. Dezember 1995 1977 entstand ein deutscher Spielfilm Grete Minde unter Regie von Heidi Genée, die auch das Drehbuch verfasst hat. 1994 erschien die Erzählung Flammen über Tangermünde von Hannelore Reimann. 2009 wurde in Tangermünde eine Bronzeskulptur des Bildhauers Lutz Gaede enthüllt, die Margarete von Minden gebeugt in Ketten zeigt.Lutz Gaede gibt Grete Minde ein Gesicht. In: Volksstimme 2010 komponierte Siegfried Matthus ein „Musikalisch-Szenisches Spektakel“ Grete Minde nach dem Roman von Theodor Fontane.Siegfried Matthus: Grete Minde 1933 komponierte Eugen Engel die Oper Grete Minde. Sie wurde erst 2022 in Magdeburg uraufgeführt. Eine andere gleichnamige Oper von Søren Nils Eichberg wurde bereits 2009 in Tangermünde gespielt.Uraufführung Grete Minde auf theaterkompass.de

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Einzelnachweise

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