mini|Gerold Schnitter (ca. 1965) Gerold Schnitter (* 25. Oktober 1900 in Basel; † 22. Juli 1987 in Küsnacht ZH; heimatberechtigt in Zürich) war ein Schweizer Wasserbauingenieur und Hochschullehrer.
Leben Gerold Schnitter war Sohn des Dr. phil. et med. Hermann Schnitter und der Emilie, geborene Jenny. Schnitter besuchte von 1907 bis 1919 Schulen in Basel und absolvierte von 1919 bis 1923 ein Bauingenieurstudium an der ETH Zürich. Er war ab 1925 mit Margaretha Behn-Eschenburg, der Tochter des Hans Behn-Eschenburg, verheiratet. Das Ehepaar hatte vier Kinder. Die Familie lebte ab 1934 in Italien, zog Ende 1940 wegen des Krieges zurück in die Schweiz. Gerold Schnitter selbst arbeitete noch bis Mitte 1941 in Italien.Drei Schweizer Wasserbauer, von Prof. Dr. Daniel Vischer, ETH Zürich, und Dipl. Ing. ETH Niklaus Schnitter, Reihe Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik, Verein für wirtschaftshistorische Studien, Meilen 1991, Seiten 66–67.
Schaffen Schnitter war zwischen 1925 und 1929 bei Mazorano & Co. in Triest tätig und plante dort unter anderem die grosse Brücke Ura e Zogut über den Mat in Nordalbanien. In der Folge arbeitete er von 1929 bis 1933 bei der Buss AG in Basel, bei welcher er für die Bauleitung eines Dampfkraftwerks in Belgrad zuständig war. Von 1934 bis Mitte 1940 war er Leiter der Mailänder Filiale der Firma Fougerolle aus Paris. Nach dem Kriegseintritt Italiens am 10. Juni 1940 musste Fougerolle seine Filiale in Italien schließen. Bis Mitte 1941 hatte Schnitter noch mit der Liquidierung der Firma in Italien zu tun.Drei Schweizer Wasserbauer, von Prof. Dr. Daniel Vischer, ETH Zürich, und Dipl. Ing. ETH Niklaus Schnitter, Reihe Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik, Verein für wirtschaftshistorische Studien, Meilen 1991, Seite 67 1941 bis 1945 war er Direktor der Swissboring AG Zürich und von 1945 bis 1952 Direktor der C. Zschokke AG. Er spezialisierte sich auf den Bau großer Talsperren, insbesondere auf die Fundamente von Staumauern, zur Erzeugung von Elektrizität.
An der ETH Zürich arbeitete Schnitter von 1952 bis 1970 als ordentlicher Professor für Hydraulik (ab 1960 für Hydraulik, Wasser- und Grundbau) und war zudem ab 1953 Direktor der Versuchsanstalt für Wasser- und Erdbau.
Parallel ging er einer umfangreichen Beratertätigkeit bei Grossprojekten im In- und Ausland nach, unter anderem als ständiger Experte und Gutachter für Projekte von Elektrowatt und Motor-Columbus. Weiterhin war Schnitter Präsident des Schweizerischen Nationalkomitees für grosse Talsperren von 1961 bis 1973, Verwaltungsratspräsident der C. Zschokke AG von 1969 bis 1977 und Vizepräsident der International Commission On Large Dams von 1970 bis 1973. Als Gutachter für den Stausee Mattmark war er indirekt involviert in die tödlichen Folgen beim Gletschersturz des Allalingletschers 1965.Mattmark-Prozess (1972): Ein Fehlurteil mit Ansage, von Kurt Marti, auf www.infosperber.ch, 21. August 2015.
Schnitter wurde für seine Leistungen mit der Ehrendoktorwürde (Dr. h. c.) der ETH Lausanne ausgezeichnet. Sein Sohn Niklaus richtete 1994 an der ETH Zürich den Gerold und Niklaus Schnitter-Fonds für Technikgeschichte ein.
Literatur
Niklaus Schnitter, Daniel Vischer: Drei Schweizer Wasserbauer: Conradin Zschokke (1842–1918), Eugen Meyer-Peter (1883–1969), Gerold Schnitter (1900–1987). Verein für Wirtschaftshistorische Studien, Meilen 1991, S. 62–84.
Weblinks
Archivmaterialien im Hochschularchiv der ETH Zürich: Biographisches Dossier. Nachlassverzeichnis von Gerold Schnitter an der ETH-Bibliothek Eintrag zu Gerold Schnitter in Schweizerische Eliten des 20. Jahrhunderts.
Einzelnachweise
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