mini|Logo KlimaTicket mini|ÖBB Railjet mit KlimaTicket-Werbung mini|Stadler KISS der WESTbahn mit KlimaTicket-Werbung

Das KlimaTicket (genauer: KlimaTicket Österreich) ist eine Jahreskarte für fast alle öffentlichen Verkehrsmittel in Österreich. Eingeführt wurde es mit dem Nationalfeiertag, 26. Oktober 2021 als frühestem, wählbaren Gültigkeitsbeginn. Bis 20. Dezember 2021, also in den ersten 8 Wochen der Gültigkeit, wurden 133.999 Tickets verkauft,ORF (Wien): Gewessler zieht positive Zwischenbilanz für KlimaTicket, 26. Dezember 2021. bis Juni 2022 waren es rund 170.000. Im November 2022 nutzten das KlimaTicket Ö, Ende 2023 , Ende 2024 , Ende November 2025 .

Seit 1. Jänner 2022 gibt es auch für jedes Bundesland ein eigenes Klimaticket als Jahreskarte, mit Ausnahme von Niederösterreich und Burgenland, für die es eine gemeinsame Jahreskarte gibt. Die Ticketpreise betragen anders als geplant nicht einheitlich jeweils 365 Euro, sondern sind je nach Bundesland unterschiedlich. Im Oktober 2023 nutzten Personen ein Bundesland-KlimaTicket. Die meisten Klimatickets Ö pro 100.000 Einwohner wurden in Wien verkauft, die wenigsten in Kärnten und der Steiermark (Stand April 2024).

Geschichte Am 1. Mai 2012 wurde eine Jahreskarte für ganz Wien zum Preis von 365 Euro eingeführt. Die Zahl der Jahreskartenbesitzer in Wien hat sich in den ersten zehn Jahren nahezu verdreifacht. Sie stieg von 363.000 auf 850.000 im Jahr 2019, dies aber hauptsächlich durch Umsteiger aus anderen Tarifen, ohne massiv Neukunden anzusprechen oder mehr Fahrten zu generieren. Für mehr Fahrgäste sorgt vor allem das attraktive Netz und die enge Taktung der Verbindungen. Die Initiative für diese Fördermaßnahme des öffentlichen Verkehrs ging von den Wiener Grünen aus, die damals mit der SPÖ die Wiener Stadt- und Landesregierung bildeten. Anknüpfend an dieses Erfolgsmodell verhandelte die Bundespartei der Grünen in der Vorbereitung der Bundesregierung Kurz II zur Jahreswende 2019/20 das sogenannte 1-2-3-Ticket in die Koalitionsvereinbarung. Geplant war ein einheitlicher Preis von 365 Euro je Bundesland, zweimal 365 Euro für zwei Bundesländer und dreimal 365 Euro für ganz Österreich. Im Laufe der Verhandlungen stellte sich heraus, dass eine derart klare und einheitliche Systematik in der föderalen Struktur des Landes nicht durchsetzbar sein würde. Daher kam es zum KlimaTicket und zu Sonderlösungen für einzelne Bundesländer.

Im Sommer 2021 präsentierte Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) gemeinsam mit dem oberösterreichischen Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) eine Light-Variante des ursprünglich für ganz Österreich geplanten Tickets, die nur in den sechs westlichen Bundesländern und auf allen Bahnstrecken von ÖBB und Westbahn gegolten hätte. Damit setzte die Ministerin die zögernden Landeshauptleute Hans Peter Doskozil (Bgld.), Michael Ludwig (W, beide SPÖ) und Johanna Mikl-Leitner (NÖ, ÖVP) unter Zugzwang, ebenso den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR). Rechtzeitig vor Beginn des Vorverkaufs wurde eine Einigung mit den zögernden Bundesländern erzielt, sodass das KlimaTicket seit seiner Einführung österreichweit gültig ist. Gewessler sagte, sie betrachte das Gelingen des Projekts als „ersten großen Erfolg ihrer versprochenen Klimapolitik“.

Zur Einführung des KlimaTickets Ö galten Early-Bird-Preise bei Kauf von 1. bis 31. Oktober 2021: für Erwachsene 949 Euro, in der reduzierten Tarifstufe 699 Euro. Ratenzahlung war möglich. Inhaber von Jahreskarten können ohne Gebühren einfach auf die neuen günstigen Tarife umsteigen. Im Oktober 2021, als der um grob etwa 12 % reduzierte Early-Bird-Preis galt, wurden insgesamt 128.000 KlimaTickets verkauft, davon 54 Prozent zum Classic-Preis und 46 Prozent zum reduzierten Preis (29 Prozent Jugendtickets, 16 Prozent Seniorentickets, 1 Prozent Tickets für Behinderte).

Als Maßnahme gegen die Teuerung wurde im Juni 2022 eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer um einen Monat bei Neukauf oder Verlängerung angekündigt. Diese Aktion galt bei Kauf bis Ende 2022. Der Gültigkeitsbeginn kann – seit jeher – auf bis zu 1 Monat nach dem Kauf gelegt werden.

Angesichts der damaligen Inflation beschloss der Ministerrat im Juli 2022, dass der Bund den Ländern weitere 80 Millionen Euro zur Verfügung stellt, um auch hier eine finanzielle Entlastung der öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen. Ein Teil der Mittel sollte für Preissenkungen bei regionalen Klimatickets verwendet werden.

Eine digitale Version des Klimatickets kann seit dem 27. November 2023 mittels Apps von ÖBB, WESTbahn oder Wiener Linien genutzt werden.

Gültigkeit KlimaTicket Ö Das KlimaTicket Ö gilt österreichweit in Zügen der ÖBB (2. Klasse), der WESTbahn (2. Klasse, mit KlimaTicket Ö auch Klasse 2+) und RegioJet (bestimmte Klassen, jedoch ohne Reservierung nur bei freien Sitzplätzen) und in allen öffentlichen Verkehrsmitteln, die in österreichische Verkehrsverbünde integriert sind, wie Regionalzüge, S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen und Autobuslinien sowie gemäß den Verbundbestimmungen Anrufsammeltaxis (Letztere ggf. mit Aufpreis). Erster Gültigkeitstag war der Nationalfeiertag, der 26. Oktober 2021. Es gilt auf Bahnstrecken bis zur letzten Bahnstation in Österreich sowie darüber hinaus bis zu den definierten Grenztarifpunkten (nur ÖBB) und bis zu folgenden im Ausland gelegenen Grenzbahnhöfen: Richtung Deutschland: Lindau-Reutin, Simbach (Inn) und Passau Hbf, im Regionalverkehr bis Freilassing, Freilassing-Hofham sowie der Freilassinger Buslinien 24, 81 und 82. Richtung Italien: Tarvisio Boscoverde, San Candido/Innichen, Brennero/Brenner Richtung Schweiz: Buchs SG und St. Margrethen Richtung Tschechien: Břeclav nur in den Zügen von RegioJet, nicht in den Zügen der ÖBB Richtung Ungarn: Sopron. Nach Hegyeshalom nur in Zügen von RegioJet, nicht in den Zügen der ÖBB

Aufgrund der Tarifbestimmungen der jeweiligen Verkehrsverbünde reicht die Gültigkeit für aus Österreich kommende Züge stellenweise auch über die Grenzbahnhöfe hinaus, konkret bis Mittenwald und Szentgotthárd, weiters bei Fahrten von oder nach Österreich sowohl bis Lindau-Insel als auch für Nahverkehrszüge bis Freilassing-Hofham sowie auf einigen grenzüberschreitenden Regionalbuslinien bis ins Ausland.

Das Ticket gilt auch in den Fernverkehrs-Korridorzügen von ÖBB und WESTbahn Richtung Innsbruck über das sogenannte deutsche Eck zwischen Salzburg Hbf und Kufstein (ohne Halt via Rosenheimer Schleife) und auf der durch Liechtenstein in die Schweiz führenden ÖBB-Bahnstrecke zwischen Tisis und Buchs (SG). Nur bei Fahrtantritt und Fahrtziel in Österreich gilt es auf dem deutschen Abschnitt zwischen Scharnitz und Ehrwald mit Umstieg in Garmisch-Partenkirchen sowie auf dem italienischen Abschnitt zwischen Sillian und Brenner mit Umstieg in Franzensfeste.

Bundesländer-KlimaTickets Die regionalen KlimaTickets gelten im Gebiet des jeweiligen Verkehrsverbunds auf allen Verbundlinien sowie in den Fernverkehrszügen von ÖBB und WESTbahn in der 2. Klasse.

Wo KlimaTickets nicht gelten Ein KlimaTicket (unabhängig davon, ob mit österreichweitem oder regionalem Geltungsbereich) gilt nicht auf Nostalgie-, Tourismus- und Zahnradbahnen (zum Beispiel Waldviertelbahn, Wachaubahn, Schneebergbahn, Schafbergbahn, Achenseebahn), in internationalen Touristikzügen wie dem UrlaubsExpress sowie auf Seilbahnen und Schifffahrtslinien. Es gilt auch nicht im City Airport Train; in diesem erhalten Inhaber eines KlimaTickets seit dem 1. Juni 2022 jedoch Tickets zum halben Preis. Weiters gilt das Ticket nicht auf Buslinien, die in keinen österreichischen Verkehrsverbund integriert sind. Dazu zählen etwa die Nicht-Verbundverkehre in der Steiermark. Nicht enthalten sind auch die von der Österreichische Postbus AG betriebenen Linien des Vienna Airport Bus, welche den Wiener Flughafen mit Wien verbinden, die innerösterreichische Fernbuslinien von Flixbus und der ebenfalls von der Postbus AG betriebene Thermenlandbus zwischen Wien und der Steiermark und manche Nachtbuslinien.

Eine nach Bundesländern gegliederte Übersicht mit Einschränkungen der Gültigkeit ist auf der KlimaTicket-Website abrufbar.

Preisentwicklung Der Preis betrug von der Einführung des Tickets im Jahr 2021 bis 2024 1.095 Euro. Das ermäßigte Ticket kostete 821 Euro. In Folge wurde der Vollpreis im Jänner 2025 auf 1.179,30 Euro angehoben. Durch eine weitere Preisanhebung im August 2025 betrug der Vollpreis 1.300 Euro, der ermäßigte Preis 975 Euro. Anfang 2026 wurde der Preis auf 1.400 Euro erhöht, ermäßigt 1.050 Euro.

Die reduzierte Tarifstufe ist für junge Erwachsene erhältlich (bis 1 Tag vor dem 26. Geburtstag), für Menschen mit Behinderung (Behinderung von mindestens 70 Prozent) sowie für Senioren (ab 65) und kostet 75 % des Vollpreises. Mitreisende Kinder unter 6 Jahren zahlen nichts. Ein Aufschlag von 140 Euro pro Jahr ermöglicht die Mitnahme von bis zu vier Kindern im Alter zwischen dem sechsten Geburtstag und 1 Tag vor dem 15. Geburtstag. Wer mit den ÖBB regelmäßig in der ersten Klasse reisen möchte, kann zusätzlich zum KlimaTicket Ö ein Erste-Klasse-Upgrade für ein Jahr erwerben.

KlimaTickets für die Bundesländer Die Preise für die Jahrestickets der einzelnen Bundesländer variieren stark, sie reichen von 396 Euro (in Vorarlberg) über 514 Euro (in der Steiermark) bis zu 703 Euro (in Oberösterreich). Die kombinierte Jahreskarte für Niederösterreich und das Burgenland kostet 552 Euro, für Niederösterreich, das Burgenland und Wien sind 1.019 Euro zu zahlen. Alle Bundesländer bieten ermäßigte Versionen für Senioren, junge Menschen (unter 26 Jahren) und für Behinderte an.

+ Preise der Jahreskarten Bundesland Jahreskarteje Bundesland Nameder Jahreskarte Einführungdes Bundesland-Tickets KlimaTicketfür ganz Österreich,ab 26. Oktober 2021 Burgenland 552 €Kombiticket VOR KlimaTicket Region 25. Oktober 2021 1.400 € Niederösterreich Kärnten 430 € Kärnten Ticket 1. Jänner 2022 Oberösterreich 703 € KlimaTicket OÖ 26. Oktober 2021 Salzburg 399 € KlimaTicket Salzburg 1. Jänner 20221. Jänner 2020 als myRegio Steiermark 532 € KlimaTicket Steiermark 1. Jänner 2022 Tirol 625,60 € KlimaTicket Tirol 1. März 20221. Juni 2017 als Tirolticket Vorarlberg 396 € Klimaticket VMOBIL maximo 1. November 20211. Jänner 2014 als maximo um 365 € Wien 467 € Jahreskarte WIEN 1. Mai 2012

Steuerliche Auswirkungen Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer das KlimaTicket unter bestimmten Bedingungen steuerfrei sowohl für ihn selbst als auch für den Arbeitnehmer zur Verfügung stellen oder die entsprechenden Kosten steuerfrei ersetzen. Auch für die Bemessung der Sozialversicherung ist der Betrag dann nicht maßgebend.

Kündigung Während der Gültigkeitsdauer kann das Ticket ab dem siebenten Gültigkeitsmonat ohne Angabe von Gründen schriftlich mittels Kündigungsformular gekündigt werden. Dabei ist eine Monatsrate als Kündigungsentgelt zu zahlen. Im Falle von Umzug, mehr als dreimonatiger Erkrankung, Arbeitslosigkeit oder im Todesfall kann das Ticket jederzeit und ohne Kündigungsentgelt gekündigt werden.

Personengruppen, die das Klimaticket unentgeltlich erhalten Folgende Personengruppen erhalten ein Klimaticket Ö für die Dauer der (zum Teil verpflichtenden) Dienst- oder Ausbildungszeit: Grundwehrdiener des Bundesheers: Seit April 2022 Zivildiener: Seit April 2022 Freiwillige des Freiwilligen Sozialjahres (FSJ): Seit 2023 Teilnehmer des Freiwilligen Umweltjahres (FUJ): Seit 2023 Polizeischüler: Seit Sommer 2023 Verwaltungspraktikanten und Lehrlinge im Innenministerium: Seit 2023 Lehrlinge in der Metallindustrie: Seit 2024