Burgstall Biesenberg ist die Bezeichnung einer historischen Befestigungsanlage auf einem Bergsporn südlich von Biesenberg, einem Ortsteil des Marktes Heimenkirch im Landkreis Lindau (Bodensee) im bayerischen Westallgäu.

Lage Die Reste der Spornburg liegen in der Waldflur Rotschachen nahe dem abgegangenen Altweiler Biesenberg (Altbiesenberg),Altbiesenberg auf historischer Karte im Bayernatlas auf einem etwas höher gelegenen Areal südsüdwestlich der Wüstung. Angelegt wurde die Befestigung auf einer schmalen Geländezunge zwischen den Tobeln zweier, der Leiblach zustrebender, Waldbäche die sich unterhalb der Spornspitze vereinen.

Dieser Standort bot ideale Voraussetzungen zur Errichtung einer hochmittelalterlichen Spornburg. Insbesondere weil Burgenbauer des 11. oder 12. Jahrhunderts hier möglicherweise auf eine schon bestehende, in vorgeschichtlicher Zeit errichtete Schanzanlage zurückgreifen konnten.

Kontroverse über Ursprung und Nutzung der Anlage Regionale Quellen benennen das verschwundene Befestigungswerk als Erdburg oder Fliehburg früherer Bewohner der Region. Die Anlage wird darin als „Erdburg Rotschachen“Die Besiedelung des Westallgäus von Franz Sander, August 1954 „Westallgäuer Heimatblätter 1998–008“ bei digishelf.de, oder auch als „Erd- und Flieburg Biesenberg“Burgen rings um Weiler von Werner Dobras „Westallgäuer Heimatblätter 1989–021“ bei digishelf.de bezeichnet und in der Flur „Auf´m Rotschachen“ verortet. Franz Ludwig Baumann mutmaßte in seiner „Geschichte des Allgäus“ die in vorrömischer Zeit hier ansässigen Vindeliker als Erbauer.Plan der Bergveste Biesenberg bei Heimenkrich in: digitale Sammlung der bayerischen Staatsbibliothek

Ein 1973 in den „Westallgäuer Heimatblättern“ veröffentlichter Aufsatz von 1943 des damaligen hauptamtlichen Heimatpflegers für den Bezirk Schwaben Bartholomäus Eberl, trägt den Titel: „Die Befestigung auf dem Biesenberg, Gem. Heimenkirch“. Eberl widerspricht darin nachdrücklich der baumannschen These einer vorgeschichtlichen Erdburg an diesem Standort und vertritt die Meinung, dass es sich ganz augenscheinlich, auch aufgrund der Spornlage, um eine hochmittelalterliche Burganlage handeln müsse. Dazu hatte er eine handgefertigte Lagezeichnung des nach seiner Meinung mittelalterlichen Burgstalls dem Aufsatz beigefügt.Die Befestigung auf dem Biesenberg, Gem. Heimenkirch Eberl 1943 „Westallgäuer Heimatblätter 1973–031“ bei digishelf.de Zwei Auszüge aus dem Artikel Seine Beschreibung der Anlage:

Seine Einschätzung zur Herkunft der Anlage:

Mittelalterliche Burg Biesenberg Gleichwohl hat offenkundig eine mittelalterlich/neuzeitliche „Burg Biesenberg“ existiert, unabhängig davon wo diese tatsächlich stand. Dies wird durch mehrere Faktoren untermauert: Die Mothenmühle an der Laiblach bei Mothen wird als die frühere Burgmühle der Burg Biesenberg genannt.Ehemalige Mühlen im Landkreis Lindau vom Bruggmüller Karg „Westallgäuer Heimatblätter 1980–006“ bei digishelf.de Die Inschrift auf einem, auf Initiative des Heimatforschers und Kemptener Bürgermeisters Otto Merkt, in den 1930er Jahren auf dem Burgareal errichteten Gedenkstein lautet: Burgstelle Biesenberg, erwähnt 1127, Hartholf von Piesenperch, welfischer DienstmanneGeschichtliches über Beuren, Gemeinde Opfenbach und das Geschlecht der Straub von Eugen Kleiner „Westallgäuer Heimatblätter 1976–007“ bei digishelf.de Der private Burgenatlas "alleburgen.de" listet für den hier behandelten Standort eine Burg Biesenberg. Als Quelle wird darin ein vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) im Jahr 1985 herausgegebenes Buch über Denkmäler in Schwaben angegeben.

Heutiger Zustand Die Befestigungsanlage wurde archäologisch erfasst und als Bodendenkmal (D-7-8325-0013) unter Schutz gestellt.Mittelalterlicher Burgstall auf dem Rotschachen bei Biesenberg im Denkmalatlas Bayern In der amtlichen Denkmalliste des BLfD für HeimenkirchBau- und Bodendenkmäler im Markt Heimenkirch Denkmalliste des BLfD als PDF wird dieses Bodendenkmal ausschließlich als „Mittelalterlicher Burgstall“ bezeichnet. Jedoch nicht, wie bei vorzeitlichen Wallburgen und Schanzanlagen üblich, als „Befestigung vor- und frühgeschichtlicher oder frühmittelalterlicher Zeitstellung“.

Da in der Umgebung von Biesenberg und Mothen kein weiterer archäologischer Befund (abgesehen vom römischen Burgus Kappen) über eine historische Befestigung vorliegt und das hier behandelte Gelände amtlicherseits als „mittelalterlicher Burgstall“ benannt wird, dürfte die Burg Biesenberg mit hoher Wahrscheinlichkeit hier gestanden haben.

Weblinks

Einzelnachweise

Biesenberg, Burgstall Biesenberg, Burgstall Kategorie:Bodendenkmal in Heimenkirch Biesenberg Kategorie:Ersterwähnung 1127