Hans Soltmann (* 4. Dezember 1876 in Breslau; † 1955 in Leipzig) war ein deutscher Maler, Grafiker und Hochschullehrer.

Leben und Werk Hans Soltmann war der Bruder des Mediziners Otto Soltmann.Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete. C. A. Starke, 1977, S. 108. Er studierte ab 1897 an der Akademie der Bildenden Künste München,Hans Soltmann, Matrikeldatenbank auf adbk.de, abgerufen am 16. August 2021. bei Adolf Hölzel an der Dachauer Malschule, bei Ludwig Schmid-Reutte an der Kunstakademie Karlsruhe, an der Kunstakademie Berlin und in Paris.

1910 wurde er als Leiter der Lehrkurse „Anatomie und anatomisches Zeichnen“ an der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig bestellt.Julius Zeitler: Der Lehrkörper der königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe Leipzig im Jubiläumsjahr 1914. 1914, S. 22. Beeinflusst von Max Klinger war er ein Anhänger der Darstellung des nackten Körpers.Hans Werner Schmidt u. a. (Hrsg.): Eine Liebe. Max Klinger und die Folgen. Kerber-Verlag, 2007, S. 242. Während er auch grafisch tätig war betätigte er sich in dieser Zeit hauptsächlich als Maler. Seine häufig banalenArno Rink, Dieter Gleisberg: Hochschule für Grafik und Buchkunst. Leipzig. S. 32. Kinderbildnisse und Genreszenen waren weit verbreitet. Wenig später erhielt Soltmann eine Professur an der Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe.Archiv für Buchgewerbe. 1915, S. 129.

Zu seinen Schülern gehörten u. a. Hans Bunge-Ottensen, Bruno Eyermann, Gerhard Tag, Walther Kohlhase, Karl Krug, Johannes Lebek,Der Holzschneider Johannes Lebek. Kustodie der Universität Leipzig, 1991 Josef Georg Miller, Gabriele Meyer-Dennewitz, Erich Ohser,Erich Ohser – E. O. Plauen, der Zeichner. 1903-1944. Die Galerie, 1987, S. 7. Erich Otto, Marianne Scheel, Günter Albert Schulz und Eva Schwimmer. Im Ersten Weltkrieg war Soltmann als Offizier an der Westfront eingesetzt, u. a. 1915 in Lille.

Soltmann war u. a. Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und des Vereins Leipziger Jahresausstellung und dort u. a. 1920 Mitglied der Jury der Kunstausstellung des Vereins.Kunstchronik und Kunstmarkt. 56, 1920/1921, S. 827. Mit einer großen Anzahl weiterer, zum Teil hoch-renommierter, Künstler beteiligte er sich ab 1918 an der Grafik-Edition „Drucke der Wahlverwandten“ des Leipziger Verlags Meissner & Buch. Er arbeitete auch als Buchillustrator, und seine Bilder wurde neben Bildern weiterer Künstler zur Illustration von einigen weitverbreiteten Büchern nutzt.

In der Zeit des Nationalsozialismus war Soltmann Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Soltmann wohnte in der Elisenstraße (heute Bernhard-Göring-Straße) 153. Das Gebäude fiel den Luftangriffen auf Leipzig zum Opfer. Seine Tätigkeit an der Leipziger Akademie wurde nach dem Ende des NS-Staats 1945 beendet.

Soltmann ist heute nahezu der Vergessenheit anheimgefallen.Herwig Guratzsch u. a.: Last und Lust. Leipziger Kunst seit 1945. Germanisches Nationalmuseum, 1997, S. 10.

Darstellung Soltmanns in der bildenden Kunst

Albrecht Leistner: Hans Soltmann (Büste, Bronze, 1923) Walter Tiemann: Bildnis Prof. Hans Soltmann (Tafelbild, Öl; um 1936)

Werkbeispiele Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur

Tafelbilder

Selbstporträt (Öl; 1942 auf der Großen Deutsche Kunstausstellung in München)

Druckgrafik Auf dem Lande (Lithografie, um 1910) Betender Mann (Holzschnitt)Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstler „Wiener Secession“, 1903 Selbstbildnis (Holzschnitt, 1911) Mutter mit Kind (Radierung, um 1914)Die Kunst für Alle. 1915, S. 78. Im Kampf der Seele (Holzschnitt)Die Kunstwelt. Monatsschrift für die bildende Kunst der Gegenwart. 1914, S. 577. Morgenwäsche (Holzschnitt) Lille (Lithografie, 1915) Kinder (Mappen-Werk mit 11 Kreidelithografien, um 1921; Menes-Verlag, Leipzig)Der Cicerone. 1922, S. 174 Flickschuster (Holzschnitt)Haye Walter Hansen: Deutsche Holzschnittmeister des 20. Jahrhunderts. U. Berg Verlag, 1979, S. 263. Mädchenakt (Holzschnitt, 1928)Mädchenakt, 1928, auf artsy.net, abgerufen am 16. August 2021.

Buchillustrationen Erwin Banck: 12 Kinderlieder. August Scherl, Berlin, 1924 Aus deutscher Dichtung. Verband der selbstständigen Buchbindermeister Thüringens, Weimar 1925 (Sammlung neuer Schulbücher für die Thüringer Einheitsschule). Wenn Frau Sommer freundlich lacht. Tierbilder von der Mücke bis zur Eule. Verlag der deutschen Kinderwelt, Leipzig 1936. Tausendstimmiges Leben. Hirts Sammlung deutscher Gedichte. 5.–8. Schuljahr. Hirt Verlag, Breslau 1936.

Architekturbezogene Kunst Altargemälde (Kirche Groß-Wiederitzsch)

Ausstellungen (unvollständig) 1903: Wien, Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstler „Wiener Secession“ 1911, 1912: Leipzig, Leipziger JahresausstellungDer Cicerone. 1911, S. 549. 1914: Wien, Künstlerhaus, XLVII. Ausstellung des Aquarellistenclubs (mit Holzschnitten)Mitteilungen der Gesellschaft für vervielfältigenden Kunst. 1915, S. 15 1933,1937, 1940, 1942 und 1943: Leipzig, Grassimuseum bzw. Museum der bildenden Künste, Große Leipziger Kunstausstellungen 1942: München, Große Deutsche Kunstausstellung 1946/1947: Leipzig, Museum der bildenden Künste („Mitteldeutsche Kunst“) postum 1965: Leipzig, Museum der Bildenden Künste („500 Jahre Kunst in Leipzig“)

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Einzelnachweise

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