Carsten Brennecke (* 9. Dezember 1975 in Frechen)Dr. Carsten Brennecke: CV, abgerufen am 29. Oktober 2025 ist ein deutscher Rechtsanwalt für Presserecht, Medienrecht, Äußerungsrecht sowie Wettbewerbsrecht.

Leben Nach seinem Jurastudium an der Universität Köln und einem Auslandssemester in Argentinien folgte 2003 die Promotion zum Dr. jur. Von 2003 bis 2005 absolvierte er das Rechtsreferendariat, das mit dem zweiten Staatsexamen endete. Anschließend war er als selbständiger Rechtsanwalt tätig. 2007 gründete Brennecke zusammen mit Ralf Höcker eine Kanzlei mit Schwerpunkt Presserecht.Kressköpfe, abgerufen am 5. August 2021

Mandate

Ärztebewertungsportal jameda Brennecke übernahm zahlreiche Mandate gegen das Ärztebewertungsportal jameda. Ein Musterprozessverfahren vor dem BundesgerichtshofUrteil des VI. Zivilsenats vom 20.2.2018 - VI ZR 30/17, in: juris.bundesgerichtshof.de, abgerufen am 31. Juli 2021 führte dazu, dass die Bewertungsplattform erstmalig verpflichtet wurde, Profile von Ärzten zu löschen, die dort nicht bewertet werden wollen.Arztbewertung bei Jameda: Rechtswidrige Meinungsäußerungen, abgerufen am 31. Juli 2021Geschäftsmodell Ärzte-Bashing, in: faz.net, abgerufen am 31. Juli 2021Grundsatzurteil: Jameda in der Beweispflicht, in: aerzteblatt.de, abgerufen am 31. Juli 2021BGH: Jameda-Urteil gefährdet Geschäftsmodell von Bewertungsportalen, in: juve.de, abgerufen am 31. Juli 2021Bewertungsportal: Jamedas Neutralität weiterhin fragwürdig, in: aerzteblatt.de, abgerufen am 31. Juli 2021

Erzbistum Köln Im Zuge der Erstellung des Kölner Missbrauchsgutachtens übernahm Carsten Brennecke die presserechtliche Beratung des Erzbistums Köln.Erzbistum Köln: Gutachten von Gercke Wollschläger findet international Beachtung, in: juve.de, abgerufen am 31. JuliAnwälte wollen erstes Missbrauchsgutachten offenlegen, in: sueddeutsche.de, abgerufen am 31. Juli 2021Missbrauch: Köln hätte erstes Gutachten fast veröffentlicht, in: vaticannews.va, abgerufen am 16. August 2021 Auch die in diesem Kontext öffentlich geführte Diskussion um ein vom Erzbistum anberaumtes Pressegespräch mit Journalisten begleitete Brennecke mit seiner Expertise.Debatte um Verhalten des Erzbistums Köln, in: kress.de, abgerufen am 5. August 2021Lesen und Schweigen, in: sueddeutsche.de, abgerufen am 5. August 2021

Jörg Kachelmann Brennecke gehörte dem Anwaltsteam des Wetterjournalisten im sogenannten Kachelmann-Prozess an und führte darüber hinaus zusammen mit Ralf Höcker erfolgreich mehrere presserechtliche Verfahren gegen die Berichterstattung des Axel Springer Verlags.Keine voreiligen Details, in: taz.de, abgerufen am 16. August 2021Letzte Gefechte im Kachelmann-Prozess, in: tagesspiegel.de, abgerufen am 16. August 2021

Papst emeritus Benedikt XVI. Im Zuge der Ermittlungen für das vom Erzbistum München und Freising in Auftrag gegebene Missbrauchsgutachten wurde auch der ehemalige Erzbischof und spätere Papst Benedikt XVI. seitens der Kanzlei befragt. Aufgrund seines hohen Alters zum Zeitpunkt der Befragung (94 Jahre) sowie der Fülle an in diesem Kontext auszuwertenden Dokumenten (8000 Seiten) hat sich der emeritierte Papst ein Team aus kirchenrechtlichen sowie juristischen Beratern zusammengestellt, welchem auch Carsten Brennecke angehörte. Die Erkenntnisse der Überprüfung des Gutachtens wurden dann in einem sogenannten „Faktencheck“ veröffentlicht. Der Faktencheck kommt zu dem Ergebnis, dass Papst Benedikt in keinem der Fälle Kenntnis von Taten oder vom Tatverdacht sexuellen Missbrauchs durch die Priester hatte. Brennecke resümierte die Ergebnisse dahingehend, dass die Indizienlage so ungenügend sei, dass man daraus keinesfalls eine Verurteilung ableiten könne. Das Münchener Gutachten verletze die auch aus dem Grundgesetz abgeleitete Unschuldsvermutung. Sie gelte für jeden Menschen, also auch für den Papst.

Wolfgang Hatz Im Zusammenhang mit dem Abgasskandal und einem Pressebericht zum ehemaligen VW-Manager Wolfgang Hatz erwirkte Brennecke vor dem BGH ein Grundsatzurteil zu Anhörungspflichten der Presse.

Die Entscheidung des BGH hat nachhaltige Auswirkungen auf die künftige Verdachtsberichterstattung durch Journalisten. Demnach ist die Presse verpflichtet, erhebliche Anstrengungen zu unternehmen, um eine Stellungnahme des Betroffenen zu erreichen, bevor sie namentlich oder identifizierend über den Betroffenen berichtet. Ulrich Vosgerau Brennecke vertrat von Januar bis März 2024 Ulrich Vosgerau, Teilnehmer am Treffen von Rechtsextremisten in Potsdam 2023, gegen das Medienunternehmen Correctiv. Die Beschwerden zur Wiedergabe seines Vortrages in Potsdam wurden beim Landgericht Hamburg in zwei von drei Punkten und beim OLG Hamburg vollständig zurückgewiesen.Felix W. Zimmermann: Vosgerau scheitert gegen Correctiv vor OLG Hamburg, LTO Legal Tribune Online, 27. März 2024

Mitgliedschaften Carsten Brennecke ist Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und engagiert sich darüber hinaus in Organisationen wie Greenpeace und Sea Shepherd. Seine Mitgliedschaft im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat er beendet. Dies begründete er damit, dass diese NGO ebenso wie andere NGOs in den Wahlkampf eingegriffen hätte.Die Correctiv-Recherche "Masterplan für Deutschland", abgerufen am 7. August 2025 Er ist zudem Mitglied in der Deutschen Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht (GRUR e.V.), im Kölner Anwaltverein e.V. sowie im Deutschen Anwaltverein e.V. (DAV).

Interviews Pia Lorenz, «Wer das neue Gutachten liest, weiß genau, wer wofür Verantwortung trägt», Legal Tribune Online vom 15. März 2021Gutachter und Erzbistums-Anwalt zur Kölner Missbrauchsstudie, in: lto.de, abgerufen am 5. August 2021 Christian Rath, «Verschwiegenheitsvereinbarungen. Für beide Seiten nützlich», journalist.de vom 11. Oktober 2021 «Kardinal Woelki mag keine PR», PR Magazin vom 6. August 2021 Felix Bohr, «Boshafte Spekulation: So verteidigt Benedikts Anwalt den emeritierten Papst», Der Spiegel vom 8. Februar 2022 Sebastian Ostritsch, „Bestimmte Politiker üben über das Strafrecht Druck auf die Meinungsfreiheit aus“, Die Tagespost, 21. Februar 2025

Publikationen

mit Ralf Höcker: Lexikon der kuriosen Rechtsfälle. Ullstein, Berlin 2007, ISBN 3-548-36929-4.

Weblinks Carsten Brennecke auf der Webseite seiner Anwaltskanzlei Carsten Brennecke in der Deutschen Anwaltauskunft Tagesspiegel, Artikelsammlung, abgerufen am 12. August 2021 Süddeutsche Zeitung, Artikelsammlung, abgerufen am 12. August 2021 Der Spiegel, Artikelsammlung, abgerufen am 24. März 2021

Einzelnachweise

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