mini|Saeffelen, Pfarrkirche Sankt Lucia mini|Pfarrhaus, Denkmal Nr. 13 mini|Hofanlage, Denkmal Nr. 28 mini|Ortsschild mini|Hofanlage, Denkmal Nr. 23 mini|Wohn-Stall-Haus, Denkmal Nr. 53 mini|hochkant|Alte Wasserpumpe, Denkmal Nr. 24 mini|Saeffelen auf der Neuaufnahme von 1912 mini|Saeffelen auf der Urkatasterkarte von 1846 mini|Saeffelen auf der Tranchotkarte 1803–1820

Saeffelen ist eine ländliche Ortschaft in der Gemeinde Selfkant, der westlichsten Gemeinde Deutschlands im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Geographie Lage Saeffelen () liegt im Osten der Gemeinde Selfkant in etwa auf halber Strecke zwischen Heinsberg und Sittard. Die derzeit noch wichtigste Verbindung zwischen diesen beiden Städten, die stark frequentierte L228, führt mitten durch Saeffelen.

Nördlich des Dorfes liegt die niederländische Grenze, am Ortsausgang befindet sich ein Grenzübergang nach Koningsbosch (Gemeinde Echt-Susteren). Südlich des Ortes fließt in Ost-West-Richtung der Saeffeler Bach in einem Tälchen (Naturschutzgebiet Höngener und Saeffeler Bruch).

Gewässer Bei Starkregen und bei Schneeschmelze fließt das Oberflächenwasser aus den Bereich Saeffelen über den Saeffelbach in den Rodebach (GEWKZ 281822)http://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/wasser/pdf/Gewaesserverzeichnis%20GSK3C.xls und dann weiter in die Maas. Der Rodebach hat eine Länge von 28,918 km bei einem Gesamteinzugsgebiet von 173,385 km².

Nachbarorte

Dorfform Saeffelen ist ein beidseitig bebautes Platzdorf.

Geschichte

Ortsname 1144 Safele 1276 Sefele 14. Jahrhundert Soyffele 1457 Saefelen 1550 Saiffelen 1666 Saeffelen Der Saeffelbach gab dem Dorf seinen Namen. An dem Gewässernamen wurde das Suffix -e(n) angehängt.

Ortsgeschichte Erstmals erwähnt wurde Saeffelen im Jahr 1136 als Safla. Safla ist auf eine keltische Bezeichnung für den sandigen Boden zurückzuführen, somit spricht der Ortsname für eine Siedlung aus der Keltenzeit.

Saeffelen gehörte zur Waldgemeinschaft des großen Echterbuschs, den nach der Überlieferung Pippin II. der Gemeinde Echt geschenkt hatte. Eine Kapelle ist aus dem Jahr 1276 bezeugt, das alte Lucia-Patronat lässt auf ein hohes Alter schließen.

Die heutige Kirche, ein schlichter Backsteinbau der Jahre 1846/49 wurde am 9. Mai 1852 geweiht. Sie bildet zusammen mit dem Pfarrhaus und dem Dorfplatz den Mittelpunkt des Ortes. Zur Pfarre Saeffelen gehören die beiden Weiler Dieck und Heilder.

Im Zuge der zweiten Pfarrgemeindereformen im Bistum Aachen im Jahr 2025 wurde die ehemals eigenständige katholische Pfarrgemeinde St. Lucia Saeffelen in den Pastoralen Raum Gangelt/Selfkantt eingegliedert.

Heilder wird im 15. Jahrhundert als Heylare erwähnt. Ob das Beiwort sich auf Heide bezieht, ist nicht sicher. Das Grundwort -lar könnte Weide oder Sumpf bedeuten. Heilder hat eine kleine kath. Kapelle.

Das Haus Dieck, das versteckt hinter ausgedehnten Wiesen in einem Bachtal liegt, wurde bereits im 14. Jahrhundert als Dyke, d. h. Deich, erwähnt. Heute bildet es ein allseitig geschlossenes Hofgeviert.

Im Mittelalter gehörte Saeffelen zur Herrschaft Millen, die später in den Besitz der Herren von Heinsberg überging. 1499 übernahm das Herzogtum Jülich das Heinsberger Gebiet. Saeffelen gehörte nun zum jülicher Amt Millen.

In der frühen Neuzeit galt Saeffelen als Zentrum der Täuferbewegung.

Am 1. Juli 1969 wurde durch das Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg aus den Gemeinden Saeffelen, Havert, Hillensberg, Höngen, Millen, Süsterseel, Tüddern und Wehr die neue Gemeinde Selfkant gebildet. Saeffelen hatte zuvor zum Amt Waldfeucht gehört. Die übrigen Gemeinden, welche die neue Gemeinde Selfkant bildeten, hatten aufgrund niederländischer Annexionspläne bis zum 31. Juli 1963 unter Auftragsverwaltung gestanden und ab dem 1. August 1963 das Amt Selfkant gebildet.

Politik Gemäß § 3 (1) der Hauptsatzung der Gemeinde Selfkant ist das Gemeindegebiet in Ortschaften eingeteilt. Saeffelen ist eine Ortschaft und wird nach § 3 (2) von einem Ortsvorsteher in der Gemeindevertretung vertreten. Ortsvorsteher der Ortschaft Saeffelen ist Wilfried Palmen. (Stand 2026)

Infrastruktur Ein Heilpädagogisches Zentrum steht zur Verfügung. Ein Alten- und Pflegezentrum kümmert sich um bedürftige Menschen. Der Ort hat Anschluss an das Radverkehrsnetz NRW.

Sehenswürdigkeiten Katholische Pfarrkirche St. Lucia, als Denkmal Nr. 12 Buntverglasung in der Pfarrkirche St. Lucia Rundweg Saeffelen Statue „Bookeskook“ am Dorfsaal Statue „Hastenraths Will“ am Diecker Radcafé

Vereine Freiwillige Feuerwehr Selfkant, Löscheinheit Höngen-Saeffelen St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Saeffelen Sportverein SC Selfkant Musikverein St. Gregorius Saeffelen Spielmannszug Saeffelen 1921 e. V. Pfarrcaecilienchor St. Lucia Saeffelen Sozialverband VdK Deutschland – Ortsverband Selfkant betreut Saeffelen Dorfsaal Saeffelen e. V. Soefelder Kids e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen Vogelschuss der Bruderschaft Patronatsfest und Kirmes St. Martin-Umzug in Saeffelen Oktoberfest Dorfkonzert

Verkehr Autobahnanbindung BAB Streckenabschnitt Anschlussstelle Entfernung A 46 Heinsberg – Düsseldorf AS Heinsberg 15 km A 44 Aachen – Mönchengladbach AS Aldenhoven 30 km A 4 Aachen – Köln AS Weisweiler 40 km

Bahnanbindung Ab Bahnhof Geilenkirchen (ca. 15 km Entfernung) Linie Linienbezeichnung Linienverlauf Wupper-Express Aachen–Mönchengladbach–Düsseldorf–Dortmund Rhein-Niers-Bahn Aachen–Mönchengladbach–Duisburg–Essen

Busanbindung Saeffelen wird von den AVV-Buslinien 434, 436, 438, 474 und 475 der WestVerkehr bedient.

Zudem verkehrt der Multi-Bus seit dem 9. Juni 2024 kreisweit erweitert und zu einheitlichen Bedienzeiten. Mehr Informationen gibt es bei WestVerkehr.

Linie Verlauf

Straßennamen Am Bäderweg, Am Bilderweg, Am Dorfanger, Am Hundsrath, Am Steincleef, An der Raderstraße, Breberener Straße, Friedhofstraße, Grenzstraße, Heinsberger Straße, Kirchweg, Lindenstraße, Pfarrer-Jäger-Straße, Selfkantstraße, Waldfeuchter Straße, Weidenstraße, Zum Schützenbruch

Söhne Saeffelens Wilhelm Cleven (1893–1983), Weihbischof von Köln Willi Otten, Bürgermeister der Gemeinde Selfkant bis 2004

Kurioses Das Rurtal Trio, nach eigener Darstellung „eines der ganz wenigen Zwei-Mann-Trios auf der Welt und Fachkräfte für Comedy und Realsatire“, machte Saeffelen bekannt, weil es seine Programme dort ansiedelt.

Im März 2022 erhielt Christian Macharski ein Denkmal in Saeffelen.

Literatur Handbuch des Bistums Aachen. 3. Auflage. Kühlen, Mönchengladbach 1994, ISBN 3-87448-172-7, S. 693f. Leo Gillessen: Die Ortschaften des Kreises Heinsberg, ISBN 3-925620-13-3, S. 253 Leo Gillessen: Zur Ortsnamen- und Siedlungskunde des südlichen Selfkantkreises, in: Heimatkalender 1971, S. 41–50 Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Nicolai, Berlin und Stettin 1830

Weblinks

Website der Gemeinde Selfkant Denkmale in der Gemeinde Selfkant Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Selfkant

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kreis Heinsberg Kategorie:Geographie (Selfkant) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Heinsberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1969