mini|Abtei Neresheim. Links unten ein ehemaliges Wohnhaus von Bediensteten des Klosters. mini|Haus Klosterallee 16 in Neresheim, eines der ehemaligen Bediensteten-Wohnhäuser, die zur Gemeinde Schloß Neresheim gehörten
Schloß Neresheim, teilweise auch Dorf Neresheim genannt, war von 1811 bis zur Eingemeindung im Jahr 1892 eine kleine politische Gemeinde nahe der Stadt Neresheim in Baden-Württemberg. Sie entstand im 19. Jahrhundert nach der Säkularisation des Klosters Neresheim, das nun „Schloß Neresheim“ genannt wurde. Die gleichnamige politische Gemeinde bestand aus dem ehemaligen Kloster sowie aus einigen benachbarten Gebäuden und Flächen. Nach der Eingemeindung wurde das entsprechende Teilgebiet von Neresheim weiterhin Schloß Neresheim genannt.
Politische Gemeinde Schloß Neresheim Beschreibung Neben den Gebäuden der Abtei Neresheim gehörten zur ehemaligen Gemeinde „Schloß Neresheim“ noch einige landwirtschaftliche Nebengebäude wie der Schafhof, einige Gebäude in der Klosterallee, die damals Wohnhäuser von Bediensteten des Klosters waren, und einige vereinzelt stehende Privathäuser an der Alten Kösinger Straße oberhalb der Klosteranlage. Zusätzlich waren die durch das Kloster angelegten Weiler Sägmühle und Steinmühle im Egautal Teil der Gemeinde.
Geschichte
1764 erlangte die Abtei Neresheim die Reichsstandschaft und wurde so zu einer Reichsabtei. Die Abtei musste jedoch viele Besitzungen abtreten, darunter auch die Stadt Neresheim. Dadurch kam es zu einer Trennung von Stadt und Kloster.
Mit der Säkularisation wurde das Kloster Neresheim aufgelöst, es wurde nun „Schloß“ genannt.Karte aus dem Jahr 1829 mit den Bezeichnungen Neresheim und Schloss Neresheim, vgl. Angaben zur Karte. Die Stadt sowie die Abteigebäude mit Nebengebäuden gelangten 1802 an das Fürstenhaus Thurn und Taxis, 1806 an das Königreich Bayern und 1810 an das Königreich Württemberg. Neresheim und Schloß Neresheim blieben jedoch getrennt und bildeten ab 1811 zwei politische Gemeinden, bis Schloß Neresheim 1892 eingemeindet wurde.
Im Jahr 1920 wurde die Abtei Neresheim wieder eingerichtet.Chronik des Konvents abtei-neresheim.de
Schloß Neresheim als Gebiet in Neresheim Nach der Eingemeindung blieb Schloß Neresheim die offizielle Bezeichnung für das eingemeindete Gebiet. Sie ist auch in einigen aktuellen Karten eingetragen. Andere Texte und Karten bevorzugen die Bezeichnung Kloster Neresheim. Schloß Neresheim findet sich in amtlichen Verzeichnissen von Wohnplätzen aus den Jahren 1961,Staatshandbuch für Baden-Württemberg, Wohnplatzverzeichnis 1961. Stuttgart, 1964. 1980Land Baden-Württemberg: Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg, 1980. und 1992.Ostalbkreis: Wohnplatzverzeichnis Ostalbkreis, 1992 (PDF; 80 kB), S. 13. In der digitalen Karte von ViaMichelin ist Schloß Neresheim als Gebiet eingetragen.Karte von ViaMichelin: Schloß Neresheim in das Suchfeld eingeben. In der Karte der Bodenrichtwerte in Neresheim zum Stichtag 31. Dezember 2020 ist im Bereich des Klosters die Gebietsbezeichnung Schloss Neresheim eingetragen.Stadt Neresheim: Bodenrichtwertkarte Neresheim zum Stichtag 31. Dezember 2020. Die Karte stammt vom Landratsamt Ostalbkreis (siehe Hinweis rechts unten). In der interaktiven Karte des Bodenrichtwertinformationssystems Baden-Württemberg ist stattdessen Kloster Neresheim eingetragen.BORIS-BW: Neresheim in das Suchfeld eingeben und auf Vergrößern (+) klicken. In der vom Ostalbkreis herausgegebenen digitalen Karte „Ostalbmap“ ist Schloß Neresheim für die Suchfunktion hinterlegt; auf der Karte selbst findet sich diese Bezeichnung nicht.Ostalbmap: Schloß Neresheim in das Suchfeld eingeben. Beim Klick wird auf der Karte das Kloster Neresheim mit Umgebung angezeigt; in der ebenfalls angezeigten Infobox wird Schloß Neresheim als „Teilort/Weiler“ kategorisiert. Der LEO-BW-Artikel zur Gemeinde Neresheim kennt keinen Wohnplatz namens Schloß Neresheim, stattdessen wird dort das Kloster Neresheim unter den Wohnplätzen aufgeführt.Neresheim auf LEO-BW, siehe die Liste der Wohnplätze unter Ortsteile. Der LEO-BW-Artikel zum Kloster Neresheim erwähnt Schloß Neresheim nur als Bezeichnung der ehemaligen politischen Gemeinde.Kloster Neresheim – Wohnplatz auf LEO-BW. Im Geoportal Baden-WürttembergGeoportal Baden-Württemberg auf der Website des Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg. ist der Begriff Schloß Neresheim nicht auffindbar.Karte des Geoportals Baden-Württemberg: Bei der Eingabe von Schloß Neresheim oder Schloss Neresheim wird nichts gefunden. In der interaktiven Karte des Geoportals wird das Gebiet Kloster Neresheim genannt.Karte des Geoportals Baden-Württemberg: Neresheim in das Suchfeld eingeben.
Kulturdenkmäler Benediktinerkloster mit Klostergebäude, Kirche, Ökonomie, Michaelsbrunnen, Ummauerung – Sachgesamtheit Kruzifix an der Alten Kösinger Straße Ehemaliges Forsthaus Fünf ehemalige Klosterbedienstetenwohnhäuser in der Klosterallee Sogenannter Abeleshof (Schafhof) Wegkapelle bei Steinmühle
Literatur
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg und Regionalverband Ostwürttemberg (Hrsg.): Regional bedeutsame Kulturdenkmale in Ostwürttemberg. Schwäbisch Gmünd 2004, online.
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Neresheim) Kategorie:Ort im Ostalbkreis Kategorie:Ort auf der Schwäbischen Alb Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Ostalbkreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1892