mini|Bildschirmfoto zur Illustration einer durch Störmaßnahmen massiv beeinträchtigten Radaranzeige, hier eine britische Nachkriegsaufnahme um 1956 Funkmessstörsender (FuMS),Frank Dörenberg: Kurzbezeichnungen – Radio & COM Related Abbrevations. S. 8, PDF; 720 kB, abgerufen am 13. August 2021. damalige authentische Schreibweise „Funkmeßstörsender“, wurden von der Wehrmacht vor und während des Zweiten Weltkriegs als spezielle Störsender eingesetzt, deren Zweck es war, gegnerische Funkmessgeräte (FuMG) beziehungsweise Funkmessortungsgeräte (FuMO, Radargeräte) mithilfe aktiv abgestrahlter Hochfrequenzsignale (HF-Signale) elektromagnetisch zu stören (Bild). FuMS stellen somit ein frühes Mittel der elektronischen Kampfführung dar.
Einsatz Die FuMS der Wehrmacht wurden als Bodenfunkstellen betrieben, aber auch an Bord von Flugzeugen der Luftwaffe und auf Seefahrzeugen der Kriegsmarine. Ein Nachteil von aktiven Störmaßnahmen dieser Art war und ist jedoch, dass der Gegner sie nutzen kann, um die Störquelle anzupeilen. Deshalb wurden sie vermutlich nicht auf deutschen U-Booten eingesetzt, sondern nur auf Überwasserschiffen, insbesondere zum Schutz beschädigter U-Boote, die tauchunklar waren und daher besonders verwundbar.A. O. Bauer: Funkpeilung als alliierte Waffe gegen deutsche U‑Boote 1939–1945. Wie Schwächen und Versäumnisse bei der Funkführung der U‑Boote zum Ausgang der „Schlacht im Atlantik“ beigetragen haben. Arthur O. Bauer Selbstverlag, Diemen, Niederlande 1997, ISBN 3-00-002142-6, Leseprobe S. 200. Als Alternative gab es speziell für U-Boote auch passive Störmaßnahmen wie Funkmesstäuschungsgeräte (FuMT).
Heute werden Funkmessstörsender, aus dem Englischen von Radar jamming transmitter, kurz jammer, abgeleitet, zumeist unter Verwendung des Anglizismus als Jammer bezeichnet.
Modelle Die folgende unvollständige Tabelle fasst wichtige Eigenschaften von damals verwendeten FuMS-Modellen zusammen. Neben der Typbezeichnung wird der Deckname angegeben, dann der ungefähre Frequenzbereich in MHz sowie der entsprechende Wellenlängenbereich in Metern, die Ausgangsleistung in Watt (W) und schließlich die Herstellerfirma, ihr damals zur Tarnung benutztes Fertigungskennzeichen (Fkz) sowie der Herstellort.
ModellDecknameFrequenz/MHzWellenlänge/mLeistung/WHerstellerFkzOrtFuMS 1Olga60–2221,35–5,0450BlaupunktfvwBerlin-WilmersdorfFuMS 3Karl170–2201,36–1,76450RPZBerlin-TempelhofFuMS 5Kettenhund166–2501,2–1,88×60TelefunkenbouBerlin-ZehlendorfFuMS 11Roderich2850–40000,075–0,1054SiemensazgBerlin-BorsigwaldeFuMS 12Roland2730–37500,08–0,1050SiemensazgBerlin-Borsigwalde
Vom FuMS 1 Olga gab es drei Modellvarianten, genannt Olga I (Hersteller Gema), Olga II (Blaupunkt) und Olga III. Alle hatten rund 300 bis 450 W Ausgangsleistung. Sie deckten jedoch leicht unterschiedliche Frequenzbänder ab, nämlich 170 bis 200 MHz, 168 bis 222 MHzA. O. Bauer: Funkpeilung als alliierte Waffe gegen deutsche U‑Boote 1939–1945. Wie Schwächen und Versäumnisse bei der Funkführung der U‑Boote zum Ausgang der „Schlacht im Atlantik“ beigetragen haben. Arthur O. Bauer Selbstverlag, Diemen, Niederlande 1997, ISBN 3-00-002142-6, S. 200. beziehungsweise 60 bis 100 MHz.Funkmeß-Störsender, abgerufen am 13. August 2021.
Literatur Arthur O. Bauer: Funkpeilung als alliierte Waffe gegen deutsche U‑Boote 1939–1945. Wie Schwächen und Versäumnisse bei der Funkführung der U‑Boote zum Ausgang der „Schlacht im Atlantik“ beigetragen haben. Arthur O. Bauer Selbstverlag, Diemen, Niederlande 1997, ISBN 3-00-002142-6, Leseprobe S. 194–203 PDF; 135 kB, S. 200, mit Foto von Olga II. Gerhard Hepcke: The RADAR War. PDF; 135 kB.
Weblinks
Funkmeß-Störsender Radio and RADAR Equipment of the Luftwaffe. A.D.I.(K) Report No. 380/1945, PDF; 90 kB bei CDV&T. Kriegsmarine Jamming Service (englisch). Kommando Koch – July 1942–May 1943 (englisch).
Einzelnachweise
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