Nina Kunz (* 3. April 1993 in Zürich) ist eine Schweizer Journalistin, Kolumnistin und Autorin. Bekannt wurde sie insbesondere mit persönlichen Essays und Kolumnen über gesellschaftliche Gegenwartsfragen sowie mit dem 2021 erschienenen Buch Ich denk, ich denk zu viel.
Leben und journalistische Arbeit Kunz wuchs im Zürcher Kreis 4 auf und studierte an der Universität Zürich Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Während des Studiums gehörte sie der Redaktion der Zürcher Studierendenzeitung an. Anschliessend arbeitete sie als Volontärin bei der WOZ und der Neuen Zürcher Zeitung.
Seit 2017 arbeitet Kunz für Das Magazin des Tages-Anzeigers, wo sie Essays und Interviews veröffentlichte und bis 2022 eine zweiwöchentliche Kolumne schrieb. Ihre Texte erscheinen unter anderem in der Zeit und dem Zeit Magazin. In den Jahren 2018 und 2020 wurde sie bei der Online-Abstimmung des Fachmagazins Schweizer Journalist zur Kolumnistin des Jahres gewählt.
Buch und Rezeption Ihr Debüt Ich denk, ich denk zu viel erschien 2021 bei Kein & Aber und umfasst 30 Texte, in denen Kunz persönliche Erfahrungen mit Sekundärliteratur und gesellschaftlichen Themen wie Klimawandel, Patriarchat, Leistungsdruck, digitaler Gegenwart nutzt und die Überidentifikation mit Arbeit behandelt. Die Süddeutsche Zeitung hob an der Sammlung hervor, dass die Texte über autobiografische Beobachtungen hinausgingen und unter anderem Arbeitswahn, Frauenbilder, Feminismus und digitale Gegenwart behandelten. Das Buch stand mehr als 70 Wochen und damit über ein Jahr auf der Schweizer Sachbuch-Bestsellerliste. 2022 wurde es für den Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg in der Sparte Essay nominiert.
Literaturvermittlung Seit 2024 gehört Kunz als festes Mitglied zur Kritikrunde des Literaturclubs im SRF. Gemeinsam mit der Dramaturgin Miriam Ibrahim organisierte sie von 2022 bis 2024 eine Lesereihe am Schauspielhaus Zürich. Zudem moderiert sie regelmässig Gespräche mit Autorinnen und Autoren, darunter Deborah Levy, Luisa Neubauer und Michelle Steinbeck.
Werke Ich denk, ich denk zu viel. Kein & Aber, Zürich 2021, ISBN 978-3-0369-5843-9.
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