mini|Hoher Weg 28 in Augsburg Das aus dem 16./17. Jahrhundert stammende Anwesen Hoher Weg 28, nach der Eigentümerfamilie auch Grotz-Haus genannt, in Augsburgs Altstadt, unmittelbar neben dem Hochchor des Doms gelegen, wurde im Jahr 1900 überarbeitet und mit einer Neurokokofassade versehen. Es ist als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen., Denkmalnummer D-7-61-000-430

Geschichte Das denkmalgeschützte Gebäude entstand nach Besitzeraufzeichnungen im 16. Jahrhundert. Georg Westermair und Matthias Neidhart waren die ersten Bewohner des Hauses. Danach wechselte das Baudenkmal in den Besitz der Familien Rehlinger und Schellenberger, letztere stellten von 1623 bis 1628 einen Bürgermeister. Anschließend wurde das Gebäude zum Domherrenhof des Freiherren von Baader. Infolge der Säkularisation des Hochstifts Augsburg gelangte es in den Besitz des königlichen Advokaten Josef Wittmann. Nach mehreren Eigentümerwechseln, unter anderem zum königlichen Rittmeister Graf Maximilian von Waldburg-Hohenems, kaufte im Jahr 1899 Josef Georg Grotz das Haus für seinen Sohn Emil Grotz und ließ es, um es an das westliche Nachbarhaus Hoher Weg 30 anzupassen, um ein Stockwerk erhöhen. Anschließend bekam das Baudenkmal eine Neorokokofassade vorgesetzt.

Emil Grotz eröffnete im Jahr 1900 die erste Sanitär-Großhandlung in Augsburg die bis Ende 2018 existierte.

Infolge der Bombardierungen Augsburgs am 25./26. Februar 1944 wurde das Haus bis auf die Grundmauern ausgebombt, wobei das äußere Erscheinungsbild erhalten blieb. Noch vor der Währungsreform im Juni 1948 ließ Emil Grotz das Gebäude wieder aufbauen. Nach 2000 wurde es renoviert.

Beschreibung Das dreigeschossige kleine Palais besitzt sieben Fensterachsen und reichen Fassadenstuck an den Obergeschossen und am geschweiften Zwerchgiebel. Das Erdgeschoss, die Fassadengliederungen und der Fassadenstuck sowie die ebenfalls geschweiften Dachgauben sind weiß gehalten. Die Grundfarbe der Obergeschosse und des Zwerchgiebels ist Gelb. Das obere Fenster des Giebels ist mehrfach gewölbt. Die mittige korbbogige Toreinfahrt führt in einen Innenhof mit anschließendem Garten.

Literatur Jürgen Bartel: Schönes altes Augsburg. Presse-Druck- und Verlags-GmbH Augsburg, Seite 26.

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Einzelnachweise

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