Scorpaena ist eine Fischgattung aus der Familie der Drachenköpfe (Scorpaenidae), die weltweit in tropischen, subtropischen und warm gemäßigten Meeren vom küstennahen Flachwasser bis in Tiefen von mehr als 500 Metern vorkommt.

Merkmale Scorpaena-Arten erreichen Körperlängen von lediglich 5 cm bis zu einem halben Meter, wobei die meisten Arten länger werden als 10 cm. Ihr Rumpf ist vorne mäßig seitlich abgeflacht, zum Schwanz hin werden sie aber immer schmaler. Die Körperseiten der meisten Arten sind mit Kammschuppen besetzt, der Bauch mit Rundschuppen. Nur bei Scorpaena cardinalis und S. jacksoniensis sind auch die Seiten mit Rundschuppen besetzt. Die Region um den Brustflossenansatz und der untere Hinterkörper können auch schuppenlos sein. Die Beschuppung erstreckt sich auch auf die basale Schwanzflosse, die übrigen Flossen sind schuppenlos. Der Kopf ist mit zahlreichen knöchernen Graten, Stacheln und Hautlappen versehen. Das Kopfprofil ist steil, das schräg stehende Maul ist relativ groß. Der hintere Rand des Oberkiefers reicht bis zu einer gedachten senkrechten Linie durch die Pupille oder darüber hinaus bis zum Hinterrand des Auges. Der Rand des hinteren Oberkiefers bildet einen niedrigen oder deutlich ausgeprägten Grat. Die Kiefer sind bei den meisten Arten mit kurzen, konischen Zähnen besetzt. Das Zahnband wird nach hinten schmaler. Auch Gaumenzähne sind vorhanden. Die Rückenflosse wird von 12, in seltenen Fällen auch von 11 oder 13, Stachelstrahlen und von 9 oder 10, hin und wieder auch von 8 oder 11, verzweigten Weichstrahlen gestützt. Der dritte, vierte und fünfte Stachel sind am längsten. Danach werden sie immer kürzer. Der letzte Weichstrahl ist über eine Membran mit dem Schwanzstiel verbunden. Die Brustflossen werden von 13 bis 21 Weichstrahlen gestützt. Die oberen sind bei adulten Exemplaren verzweigt, bei den Jungen sind es weniger verzweigte oder alle sind unverzweigt. Der Bauchflossenansatz befindet sich vor der Brustflossenbasis. Die Bauchflossen haben einen Stachel und 5 verzweigte Weichstrahlen. Der zum Rumpf hin gelegene Weichstrahl ist durch eine Membran mit dem Körper verbunden. Die Schwanzflosse hat 12 bis 14 Hauptflossenstrahlen. Die Seitenlinie erstreckt sich bis zur Schwanzflossenbasis.

Weitere morphometrische Angaben:

Schuppenformel: 3–10/mLR 36–74 / SL 21–30/9–26 Kiemenrechen: 4–6/(6)8–13. Branchiostegalstrahlen: 7.

Nach verschiedenen Autoren ist Scorpaena am nächsten mit der Gattung Sebastapistes verwandt. Von dieser Gattung lässt sich Scorpaena durch ihre Hinterhauptsgrube (occipital pit) und die drei Stacheln unterhalb der Augen unterscheiden. Sebastapistes-Arten haben keine Hinterhauptsgrube (Ausnahmen sind S. ballieui und S. mauritiana) und nur einen oder zwei Stacheln unterhalb der Augen (S. taeniophrys und S. tinkhami besitzen ebenfalls drei Unteraugenstacheln).

Lebensweise Wie fast alle Vertreter der Skorpionfische sind die Scorpaena-Arten gut getarnte Lauerjäger, die auf dem Meeresboden leben und sich hauptsächlich von Krebsen und kleineren Fischen ernähren.

Arten Zur Gattung Scorpaena gehören die folgenden Arten: mini|Scorpaena dispar mini|Madeira-Drachenkopf (Scorpaena maderensis) mini|Scorpaena miostoma mini|Kleiner Drachenkopf (Scorpaena notata) mini|Scorpaena onaria mini|Großer Drachenkopf (Scorpaena scrofa)

Scorpaena afuerae , 1946 Scorpaena agassizii , 1896 Scorpaena albifimbria , 1900 Scorpaena angolensis , 1935 Scorpaena annobonae , 1969 Scorpaena ascensionis , 1971 Scorpaena azorica , 1969 Scorpaena bergii , 1900 Scorpaena brachyptera , 1965 Brasilien-Drachenkopf (Scorpaena brasiliensis (, 1829)) Scorpaena brevispina , 2008 Scorpaena bulacephala , 2005 Scorpaena calcarata , 1882 Scorpaena canariensis (, 1878) Scorpaena cardinalis , 1842 Scorpaena cocosensis , 2004 Scorpaena colorata (, 1905) Scorpaena cookii , 1874 Scorpaena decemradiata et al., 2018 Scorpaena dispar , 1940 Scorpaena elachys , 1965 Scorpaena elongata , 1943 Scorpaena fernandeziana , 1875 Scorpaena gasta , 2006 Scorpaena grandicornis , 1829 Scorpaena guttata , 1854 Scorpaena hatizyoensis , 1943 Scorpaena histrio , 1840 Pilz-Drachenkopf (Scorpaena inermis , 1829) Scorpaena isthmensis , 1928 Scorpaena lacrimata , 2004 Scorpaena laevis , 1866 Scorpaena longaecrista & , 2021 Scorpaena loppei , 1943 Madeira-Drachenkopf (Scorpaena maderensis , 1833) Scorpaena melasma , 1965 Scorpaena mellissii , 1868 Scorpaena miostoma , 1877 Scorpaena moultoni , 1961 Scorpaena mystes , 1895 Scorpaena neglecta , 1843 Scorpaena normani , 1943 Kleiner Drachenkopf (Scorpaena notata , 1810) Scorpaena onaria , 1900 Scorpaena orgila , 1971 Scorpaena papillosa (, 1801) Scorpaena pele , 1975 Scorpaena pepo , 2007 Scorpaena petricola , 1965 Gebänderter Drachenkopf (Scorpaena plumieri , 1789) Brauner Drachenkopf (Scorpaena porcus , 1758) Scorpaena russula , 1890 Großer Roter Drachenkopf (Scorpaena scrofa , 1758) Scorpaena sonorae , 1889 Scorpaena sororreginae & , 2021 Scorpaena stephanica , 1943 Scorpaena sumptuosa , 1875 Scorpaena thomsoni , 1880 Scorpaena tierrae , 1946 Scorpaena uncinata , 1961 Scorpaena wellingtoni , 2013

Eine fossile Art ist Scorpaena prior aus dem Miozän von Sankt Margarethen im Burgenland in Österreich.Karl Albert Frickhinger: Fossilien Atlas Fische, Mergus-Verlag, Melle, 1999, ISBN 3-88244-018-X

Einzelnachweise S. G. Poss & W. N. Eschmeyer: Scorpaenidae. In: Kent E. Carpenter (Hrsg.): FAO species identification guide for fishery purposes and American Society of Ichthyologists and Herpetologists Special Publication No. 5. The living marine resources of the western central Atlantic. Vol. 2. Bony fishes part 1 (Acipenseridae to Grammatidae), 2003, ISBN 92-5-104826-6. S. 1233..f.

Kunto Wibowo & Hiroyuki Motomura (2021): Review of Indo-Pacific species of the scorpionfish genus Scorpaena (Teleostei: Scorpaenidae), with descriptions of two new species from the west coast of Australia. Ichthyological Research, August 2021, doi: 10.1007/s10228-021-00827-0

Kategorie:Drachenköpfe (Fische) Kategorie:Scorpaenidae