Der Haldenbach ist ein selbst nur knapp 3 km, zusammen mit seinem längeren linken Oberlauf ein etwa 11 km langer Bach, der beim Stadtteil Endersbach von Weinstadt von links in die Rems mündet. Er entsteht aus dem Zusammenfluss seiner beiden Oberläufe, des linken Stettener Haldenbachs und des rechten Strümpfelbachs, die beide im Schurwald entspringen.

Geographie Oberläufe Stettener Haldenbach Der linke Hauptoberlauf Stettener Haldenbach des Haldenbachs entspringt westlich des Dorfes Aichschieß der Gemeinde Aichwald auf einer Höhe von ca. .

Er fließt anfangs im Schurwald nordwestwärts und wendet sich nach Austritt aus dem geschlossenen Waldgebiet in seiner Talbucht zwischen dem Kernen () links und dem Sporn des Höhenrückens bei Lobenrot () rechts unter Weinbergen an den Unterhängen auf nordöstlichen Lauf, dort längstenteils durch das Dorf Stetten im Remstal. An dessen folgendem Wohnplatz Seemühle vereint er sich auf mit dem rechten Strümpfelbach zum Haldenbach.

Der Stettener Haldenbach endet nach 8,3 km langem Lauf mit mittlerem Sohlgefälle von etwa 26 ‰ rund 215 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er spendet dem Haldenbach ein 12,8 km² großes Teileinzugsgebiet.

Auf seinen ersten etwa vier Kilometern bis wenig vor seinem Waldaustritt trennt der Stettener Haldenbach das Stadtgebiet von Esslingen am linken Ufer vom Gemeindegebiet von Aichwald am rechten. Am unteren Abschnitt fließt er durch das Dorf Stetten von Kernen abschnittsweise verdolt (seit 1952 In: Docplayer (Transkript), Mitteilungsblatt Kernen KW21 / 2017, Gemeinde Kernen, 24. Mai 2017, S. 22.).

Neben dem Haldenbach befindet sich die Kläranlage Haldenbach.

Um 1700 wurden vom Bach zwei Mühlkanäle abgeleitet. Der Mühlkanal an der Seemühle existiert noch, der an der Dorfmühle hingegen nicht mehr.

Strümpfelbach Der rechte Oberlauf Strümpfelbach des Haldenbachs entspringt im ebenfalls zur Gemeinde Aichwald gehörenden Schanbach wenig westlich der Kirche auf etwa ; die Hauptstraße schlägt dort einen auffälligen Bogen um seine beginnende Talmulde. Er fließt nordostwärts in sein zunächst bewaldetes Tal ein und wendet sich dann langsam auf Nordnordwestlauf. Nach etwa einem Viertel seines Weges, etwa ab dem Wechsel auf die Stadtteilgemarkung Strümpfelbach von Weinstadt, zieht er durch eine offene Landschaft, unter Weinbergen rechts und Obstgärten links an den Unterhängen entlang. Dabei durchquert er lange und abschnittsweise verdolt den Weinbauort Strümpfelbach selbst. Für seine letzten etwa 0,3 km wechselt er auf Kerner Gemarkung über und fließt dann an der Seemühle mit dem Stettener Haldenbach zusammen.

Der Strümpfelbach endet nach 5,9 km langem Lauf mit mittlerem Sohlgefälle von etwa 34 ‰ rund 200 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er spendet dem Haldenbach ein 9,3 km² großes Teileinzugsgebiet.

Weiterer Verlauf Der Haldenbach fließt anfangs in Zuflussrichtung des Strümpfelbachs nach Nordwesten, wendet sich aber schnell auf Nordostlauf und unterquert noch vor der Ortsgrenze von Endersbach die aus dem Strümpfelbachtal kommende L 1201. In Endersbach mündet von rechts ein mit 2,2 km recht langer rechter Mühlbach, der vom untersten Strümpfelbach abzweigt; natürliche Zuflüsse hat der Haldenbach selbst, anders als seine beiden Oberläufe, keine. Innerorts fließt er seit 1965 größtenteils verdolt. Am Ende der Strümpfelbacher Straße unterquert er unterirdisch das Haldenbach-Viadukt der Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental. Zuletzt ändert er seine Laufrichtung im Industriegebiet im Norden von Endersbach für weniger als einen halben Kilometer auf Nordwest, unterquert dort die autobahnartig ausgebaute B 29 und mündet dann zwischen den Gebäuden um die Gewerbestraße An der Rems rechts und einem übriggebliebenen Streifen Ackerflur links auf von links in die Rems; gegenüber steht die einzige rechtsremsische Siedlung von Endersbach um die Remssstraße.

Der Haldenbach mündet 2,8 km unterhalb des Zusammenflusses seiner Oberläufe nach mittlerem Sohlgefälle von 8 ‰ auf diesem flachen Abschnitt etwa 23 Höhenmeter tiefer in die Rems. Auf dem Hauptstrang mitsamt dem Stettener Haldenbach ist er 11,1 km lang, hat ein mittleres Sohlgefälle von 21 ‰ und ein Gesamtgefälle von etwa 238 Höhenmetern.

Zuflüsse Hierarchische Liste der Zuflüsse, jeweils von der Quelle zur Mündung. Auswahl.

Stettener Haldenbach, auch Stettener Bach, linker Oberlauf, 8,3 km und 12,8 km² Abfluss des Eichensees, von rechts, ca. 0,7 km Mönchswiesenbach, von links, 1,3 km Schalzberger Bächle, von links, 0,7 km Gehrnwiesenbach, von links am Südrand von Kernen aus der Stäudlesklinge, 1,8 km und 0,9 km² Hardtwiesenbach, von links in Kernen, 1,1 km und 1,1 km² Strümpfelbach, rechter Oberlauf, 5,9 km und 9,3 km² Schachengraben, von rechts, 0,5 km Hüttenbach, von links in Strümpfelbach, 1,5 km Preißgraben, von rechts, 0,4 km unbenannter Bach (Mündung nordwestlich des Sportplatzes), 0,5 km → (Abgang des Mühlbachs), nach links kurz vor dem Zusammenfluss mit dem Stettener Haldenbach; kreuzt bald danach den Strümpfelbach nach rechts Mühlbach, von rechts in Endersbach, 2,2 km

Schutzgebiete/Naturdenkmale Am linken Hauptstrang-Oberlauf liegt das 49,6 ha große Naturschutzgebiet Stettener Bach. Somit liegt ein großer Teil des Oberlaufs in einem Naturschutzgebiet. Nahe dem Oberlauf liegt auch das Naturdenkmal Sumpfgebiet am Haldenbach. Am rechten Oberlauf, dem Strümpfelbach, liegt das Naturdenkmal Lauf des Strümpfelbaches mit Wasserfall und Feuchtwiese. Am Zulauf Hüttenbach des Strümpfelbachs befinden sich die beiden Naturdenkmale Tiefe Klingen beim Säuplatz und Stieleiche mit Quelle und Bachlauf.

Geschichte Am Oberlauf oberhalb des Dorfes im Wald wurde der (Stettener) Haldenbach früher „Ettenfirstbach“ oder „Stettener Bach“ genannt, in Stetten dann immer „Alter Bach“. Daraus wurde aufgrund eines Fehlers bei der Württembergischen Landesvermessung 1824 der Name „Haldenbach“, da er zwischen Obst- und Weinhalden entlangläuft.Eugen Bellon: Flurnamen des Weinortes Stetten im Remstal. Eugen Bellon, Kernen im Remstal, 1986, S. 25. Flussabwärts von Stetten wurde der Haldenbach früher auch als „Grundelbach“ bezeichnet.

In Stetten, zwischen dem Haldenbachursprung und der Seemühle, gab es früher zwölf künstlich angelegte Seen, die der Wasserregulierung, der Holztrift oder der Fischzucht dienten; heute sind sie alle verschwunden.

Siehe auch Liste der Zuflüsse der Rems Liste der Naturdenkmale in Weinstadt Liste der Naturdenkmale in Kernen im Remstal

Literatur Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 7122 Winnenden, Nr. 7221 Stuttgart Südost und Nr. 7222 Plochingen Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-7995-5176-2, S. 490–491

Einzelnachweise

Weblinks

Karte von Lauf und Einzugsgebiet des Haldenbachs auf: Karte des Haldenbachs ab dem Zusammenfluss seiner Oberläufe auf: Meßtischblätter in der Deutschen Fotothek: 7122 Winnenden von 1904 7221 Stuttgart 7222 Plochingen

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