Johanna Weber (* 1968Steckbrief Johanna Weber. In: Die Regierung weiß gar nicht, was wir Prostituierten wollen. In: Xing-Klartext vom 6. Juli 2016 (abgerufen: 8. August 2021)., bürgerlich: Verena Johannsen)Wer sind die Sexarbeiterinnen wirklich? In: Emma vom 2. September 2014 (abgerufen: 8. August 2021). ist eine deutsche Sexarbeiterin sowie Mitbegründerin und politische Sprecherin des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD).Simone Schmollack: Wir arbeiten lieber unabhängig. In: taz vom 19. Februar 2019 (abgerufen: 8. August 2021).

Leben Mit Prostitution kam Weber das erste Mal während ihres Studiums der Pädagogik und Slawistik in Berührung, als sie in Hamburger Wohnungsbordellen „einen interessanten Nebenjob“ fand.Julian Beyer: In: Bremen Zwei vom 22. April 2021 (abgerufen: 8. August 2021). In die Sexarbeit kehrte sie dann 2009 auch nach einer Tätigkeit „als Führungskraft in der Marketingabteilung eines großen Konzerns“Volker ter Haseborg/Hanna-Lotte Mikuteit: Prostituierte ein ganz normaler Beruf. In: Die Welt vom 28. Dezember 2012 (abgerufen: 8. August 2021). als „berührbare Domina, die Erotik und SM vereint“Refiererende: Johanna Weber. In: Wie wir arbeiten wollen. Taz lab vom 21. April 2018 (abgerufen: 8. August 2021). zurück und war seitdem in unterschiedlichen Bordellen und auch als Escort in Deutschland und der Schweiz tätig. In: SM-Kurse des Studio Lux, ohne Datum (abgerufen: 8. August 2021). Weber selbst bezeichnet sich als BizarrladyJulian Beyer: Johanna Weber. Ich habe Spaß an Sex als Dienstleistung. In: Bremen Zwei vom 22. April 2021 (abgerufen: 8. August 2021). und teilt sich in Berlin mit anderen Sexarbeitenden ein Studio, dessen Mitbegründerin sie ist.Sabine Beikler: Masken können ohnehin in die Sexarbeit integriert werden. In: Der Tagesspiegel vom 7. Juli 2020 (abgerufen: 8. August 2021). Im Rahmen von Coachings In: SM-Kurse des Studio Lux, ohne Datum (abgerufen: 8. August 2021). gibt sie ihr Wissen an andere Sexarbeitende weiter und bietet Backstage-Führungen durch das Studio an.Backstagetour im Dominastudio Backstagetour im Dominastudio. In: visit Berlin, ohne Datum (abgerufen: 8. August 2021).

BesD Während der Fachtagung zur Prostitutionspolitik des Bündnisses der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (bufaS e. V.) im Jahr 2012 in BochumJahresfachtagung bufaS Forum Sexarbeit: ‘SexarbeiterInnen willkommen in Europa?!’ vom 13. bis 15. November 2012 im Jahrhunderthaus in Bochum (abgerufen am 8. August 2021). sah Weber die Chance zur Gründung eines Berufsverbandes eigens für Sexarbeitende in Deutschland.Undine de Rivière: Mein Huren-Manifest. Inside Sex-Business. München 2018. Aus dieser Idee entstand dann 2013 der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD).Dorothea Czarnecki et al.: Prostitution in Deutschland – Fachliche Betrachtung komplexer Herausforderungen Berlin im April 2014, S. 31 (abgerufen am 8. August 2021).

Politische Arbeit und Mitgliedschaften Weber war Mitverfasserin der Streitschrift Appell FÜR Prostitution für die Stärkung der Rechte und für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in der SexarbeitJohanna Weber/Undine de Rivière(=BesD): Appell für Prostitution für die Stärkung der Rechte und für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in der Sexarbeit (abgerufen am 8. August 2021). in Erwiderung zum Appell gegen Prostitution von Alice Schwarzer und positionierte sich gegen deren Befürwortung des Schwedischen Modells für Deutschland.Adelheid Müller-Lissner/Andreas Oswald: Kann Sexarbeit freiwillig sein? In: Der Tagesspiegel vom 13. Oktober 2013 (abgerufen am 8. August 2021).

Weber war Teilnehmerin diverser Runder Tische zum Thema „Sexarbeit“.Judith Langowski: Mehr Beratung und Sicherheit für Sexarbeiter In: Der Tagesspiegel vom 13. November 2019 (abgerufen am 8. August 2021).

Bereits vor ihrer Tätigkeit für den BesD war Weber Mitglied bei VerdiMario Beisswenger: Zu viele Klischees über Sexarbeit. In: M – Menschen Machen Medien. Heft 2/2021 (abgerufen am 8. August 2021). und sie gehört dem Beirat des Bündnisses der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (bufas e. V.) an.Fachberatungsstellen. Unterwerfung unter Regierungskurs schreitet immer schneller voran. In: Doña Carmen vom 24. März 2018 (abgerufen am 8. August 2021).

Standpunkte Sexarbeit statt Prostitution Weber lehnt den Oberbegriff „Prostitution“ ab, denn „der trägt überhaupt nicht dazu bei, Sexarbeit positiver zu bewerten und zu normalisieren.“Patricia Hecht: Denen geht es um Kontrolle. In: Taz vom 27. Dezember 2017 (abgerufen am 8. August 2021).

Nein zum Sexkaufverbot Ein Kernpunkt ihrer politischen Arbeit betrifft die Entstigmatisierung von SexarbeitChristina Laußmann: Der richtige Weg wäre, an der Stigmatisierung zu arbeiten. In: magazin.hiv vom 18. September 2015 (abgerufen am 8. August 2021). und ihr Eintreten gegen ein faktisches Sexkaufverbot in Deutschland im Rahmen des Nordischen Modells.Johanna Weber/Lilli Erdbeermund (=BesD): Stellungnahme zur SPD-Forderung nach dem „Nordischen Modell“. Ein Sexkaufverbot in Deutschland würde die Diskriminierung von tausenden Menschen in der Sexarbeit massiv verschärfen und insbesondere Migrant*innen schaden (abgerufen am 8. August 2021). Hierbei geriet Weber auch in die Kritik von abolitionistischen Prostitutionsgegnern, wie etwa Alice Schwarzer, die sich für das Nordische Modell einsetzen.Noëmi Landolt: Wir haben eine eigene Stimme. In: Die Wochenzeitung 16/2015 (abgerufen: 8. August 2021).

Artikel (Auswahl) Sozialministerin will Prostituierte mit Freierbestrafung retten. In: HuffPost vom 12. Oktober 2015 (Memento im Internet Archive vom 9. August 2021).

Von Zwangspolitikern und der Registrierungspflicht für Sexarbeiter*innen. In: Menschenhandel Heute vom 4. September 2014 (abgerufen am 9. August 2021).

Literatur

Weblinks Internetauftritt von Johanna Weber Profil von Johanna Weber in der Speakerinnen Liste

Blog-Beiträge von Johanna Weber auf der Internetseite vom BesD Profil von Johanna Weber auf Twitter

Einzelnachweise

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