Willy Martin Walter Neunnach Heiratsregister Nr. 536/1937 des Standesamts Berlin Pankow (* 30. Mai 1911 in Berlin; † unbekannt) war ein deutscher Mediziner, der als Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes der Hitler-Jugend an der Propagierung der HJ-Gesundheitspolitik beteiligt war.
Leben Neun trat zum 1. Januar 1931 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 429.855).Bundesarchiv R 9361-I/2476 Nach seinem Medizinstudium wurde er im Juni 1937 als Arzt bestallt und war bis Juni 1942 als solcher im Hauptgesundheitsamt Berlin-Reinickendorf tätig. 1937 promovierte er an der Universität Berlin zum Dr. med. mit der 19-seitigen Dissertation Ungewöhnliche Psychose nach Typhus.
Ab Juni 1942 war Neun als Regierungsrat beamteter Arzt und als Nachfolger von Eberhard Kitzing stellvertretender Chef des Gesundheitsamtes bei der Reichsjugendführung der Hitler-Jugend. Der Historiker Michael Buddrus sieht in der „Gesundheitspflicht“ der HJ eine Konzeption, die auf die Etablierung eines neuen Menschenbildes abgezielt habe. Die HJ-Sozialingenieure hätten eine Entpersönlichung bewusst forciert, um die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen zugunsten der Volksgemeinschaft von ihrem eigenen Körper zu enteignen.Michael Buddrus: Totale Erziehung für den totalen Krieg. Hitlerjugend und nationalsozialistische Jugendpolitik. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11615-2, S. 921f.
Literatur Michael Buddrus: Totale Erziehung für den totalen Krieg, 2003, S. 1192.
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Person der Hitlerjugend Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1911 Kategorie:Gestorben im 20. oder 21. Jahrhundert Kategorie:Mann