Power Play (ursprünglicher ArbeitstitelLibrary and Archives Canada: Power Play (1977)Gerald Pratley: Torn Sprockets – The Uncertain Projection of the Canadian Film, Seite 236. Associated University Presses, London/Toronto 1987 und kanadisch-französischer Alternativtitel Coup d‘ Etat) ist ein kanadisch-britischer Spielfilm. Der Politthriller des kanadischen Regisseurs und Drehbuchautors Martyn Burke wurde 1974kinotv.com: Power PlayBadische Zeitung online vom 12. Februar 2006: Peter O’Toole in Lahrer Kulissen bzw. 1977 gedreht und 1978 auf dem Montreal World Film Festival erstmals gezeigt. In den USA und Kanada kam der Film unter dem Alternativtitel State of Shock ins Fernsehen, die DVD wurde dort als Operation Overthrow verkauft.Franz Antony Clinton: British Thrillers 1950–1979, Seite 377. MacFarland, Jefferson 2020 In Deutschland kam der Film 1983 zunächst als Power Play ins Kino und FernsehenJürgen Berger, Rüdiger Koschnitzki, Ronny Loewvy: Fischer Film Almanach 1984, Seite 154. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt (Main) 1984, auf VHS und DVD wurde er später unter dem (inhaltlich unrichtigen) Titel Söldnerkommando Power Play verkauft. Hauptdarsteller sind Peter O’Toole, David Hemmings, Donald Pleasence und Barry Morse. Produzenten des Films waren Christopher Dalton und David Hemmings (Co-Produzent); auf der DVD wird neben Dalton stattdessen Alain Delon als Produzent angegeben.Cinema Retro: DVD Review „Power Play“...

Handlung mini|Flagge der fiktiven Republik, in der der Coup d'Etat stattfindet Colonel Narriman freut sich auf seine bevorstehende Pensionierung, als ihn Professor Rousseau, sein einstiger Lehrer an der Militärakademie, zu überreden versucht, im aktiven Dienst zu bleiben, um einen Staatsstreich gegen die korrupte und faschistoide Regierung der Republik zu organisieren. Als auch Narrimans Nachbarn ihn bitten, sich für ihre vom Geheimdienst verhaftete Tochter Donna einzusetzen, er aber ihre Ermordung nicht verhindern kann, stimmt Narriman Rousseaus Bitte zu. Zusammen mit Colonel Kasai gewinnen die Verschwörer weitere Offiziere (zumeist Obristen) für ihre Sache, zuletzt auch den arroganten Panzerkommandanten Zeller, der selbst Putschgedanken hat und zumindest Verteidigungsminister werden will. Die Treffen von Offizieren, die sonst nie zusammen gesehen wurden, mit Rousseau sowie Zellers Affäre mit Rousseaus Frau erregen den Verdacht des Chefs der Sicherheitspolizei; den kurz darauf anlaufenden Staatsstreich kann Geheimdienstchef Blair trotzdem nicht mehr verhindern. Der Coup mit dem Codenamen „Aurora“ gelingt, doch die Macht übernimmt überraschend Colonel Zeller, der Narriman verhaften und zusammen mit Blair und dem Expräsidenten hinrichten lässt. Rousseau wird gezwungen, Minister von Zellers Gnaden zu werden. Kasai gelingt die Flucht ins Ausland.Christopher Gullo: The films of Donald Pleasence, Seite 86, BearManor Media, Duncan 2012

Besetzung und Synchronisation mini|Hauptdarsteller und Co-Produzent: David Hemmings (Colonel Narriman) + Putschisten Rolle gespielt von Synchronstimme Colonel (Anthony) Narriman David Hemmings Norbert Gescher Colonel Zeller Peter O’Toole Lothar Blumhagen Colonel (Raymond) Kasai Jon Granik Joachim Nottke Colonel Barrientos George Touliatos Colonel Minh August Schellenberg Major Dominique Eli Rill Major Anwar Harvey Atkin Major Aramco Gary Reineke Captain Hillsman Chuck Shamata Dr. (Jean) Rousseau Barry Morse

+ Regierung Rolle gespielt von Synchronstimme Präsident der Republik Robert Goodier Friedrich Georg Beckhaus Geheimdienstchef Blair Donald Pleasence Friedrich W. Bauschulte Colonel Stauffenberg Doug Lennox Colonel Kirov (im Abspann Colonel Lucas) George R. Robertson Panzerkommandeur John Bayliss Blairs Assistent David Calderisi Fotograf Eugène Amodeo

+ Sonstige Rolle gespielt von Synchronstimme Aktivistin Donna Alberta Watson Rousseaus Frau Marcella Saint-Amant   Narrimans Tochter Marie Bridget McCann Hausmeister Peter Sturgess Zu Filmbeginn spielt US-TV-Moderator Dick Cavett sich selbst in einer kleinen Rolle. In einer wortlosen Nebenrolle als Geheimdienstmitarbeiter, der erst Donna und später Barrientos foltert, ist Michael Ironside zu sehen, dessen Name im Abspann aber nicht auftaucht.

Hintergrund mini|Als Kulisse für den umkämpften Präsidentenpalast diente das Residenzschloss Rastatt Burkes Drehbuch erhielt 1978 einen der Canadian Film Awards.Northern Stars - The Canadian Movie Database: Canadian Film Awards 1949-1979 Dem Filmvorspann zufolge wurde die Handlung durch Edward N. Luttwaks Putschhandbuch Coup d'État – A Practical Handbook von 1968 angeregt, die Obristen im Film diskutieren aber auch über spätere marokkanische und chilenische Putschversuche der Jahre 1972 und 1973. Zwar soll der marokkanische Putschführer Oufkir nach Luttwaks Handbuch vorgegangen sein, allerdings gilt gerade Oufkirs Putschversuch als beispielhaftes Scheitern trotz (oder wegen) Luttwaks Handbuch.Thomas Meaney: The Machiavelli of Maryland, in The Guardian vom 9. Dezember 2015Charles Glass: Coup it yourself. in The TLS vom 3. Juni 2016 (Erst 1979 erschien eine Neuauflage seines Handbuchs, in der Luttwak dazu Stellung nahm.Edward N. Luttwak: Coup d'État – A Practical Handbook – Revised Edition, Seite xxi. Harvard University Press, Cambridge 2016) Burkes Film war offenbar erfolgreicher als Luttwaks Buch: Dem nigerianischen Militärhistoriker Nowa Omoigui zufolge sei Power Play zum Leitfaden für jene Putschoffiziere geworden, die in einem unblutigen Staatsstreich 1985 die Regierung Nigerias stürzten.Nowa Omoigui: The Palace Coup of August 27, 1985, , (Als Bonus zum Film gibt es einen Audiokommentar von Martyn Burke über Voraussetzungen eines erfolgreichen StaatsstreichsJason McElreath: Power Play (1978), der aber auf der deutschen DVD nicht enthalten ist.)

Die ausdrücklich nicht genannte und nicht lokalisierte Republik, in der der Putsch stattfindet, soll sich unterschiedlichen Deutungen zufolge entweder in Nord-, Mittel- oder SüdeuropaDennis Gifford: The British Film Catalogue, Seite 886. Taylor & Francis (Routledge), New York 20217Badische Zeitung online vom 12. Juli 2019: Lahr als Kinokulisse - Militär vor dem Henkershislifilmaffinity.com: Asalto al poder (1978) bzw. in Nord-, Mittel- oder Südamerika befinden – vor allem wegen der europäischen und nordamerikanischen Darsteller und Drehorte.Cinema Essentials: Power Play (1978) Gedreht wurde (in Filmstudios) in Toronto und auf dem Luftwaffenstützpunkt Camp Borden in Kanada sowie (auf einem Truppenübungsplatz kanadischer Einheiten) in Deutschland bzw. mit kanadischen Truppen in den baden-württembergischen Städten Lahr und Rastatt. (Schulterschlaufen, Ärmelringe und Kragenspiegel der Truppen der fiktiven Republik ähneln denen kanadischer Streitkräfte.) Politisch passen die gespielten Ereignisse eher nach Südamerika, wo Mitte der 1970er Jahre mehrere Militärdiktaturen errichtet wurden, während sie in Südeuropa etwa zur gleichen Zeit gerade überwunden wurden. (In Bolivien beispielsweise gab es allein zwischen 1971 und 1978 dreizehn Putschversuche.Blair P. Turner: The World Today Series - Latin America, Seite 71. Rowman & Littlefield Publishers, Lanham 2018Thomas M. Leonard: Encyclopedia of U.S.-Latin American Relations, Seite 54. SAGE Publications, Los Angeles/London 2012)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1978 Kategorie:Kanadischer Film Kategorie:Britischer Film Kategorie:Politthriller Kategorie:Filmdrama