mini|hochkant=0.9|Walther Graßmann
Walther Hellmuth Karl Otto Graßmann (* 1. Mai 1885 Neu-Luckow; † 27. September 1918 gefallen in den Vorgefechten zur Schlacht von Cambrai) war ein deutscher Landwirt und Ornithologe.
Leben und Wirken Walther Graßmann wurde als drittes Kind des Landwirtes Adolf Graßmann und Anna geb. von Domarus geboren. Seine älteste Schwester war Elisabeth, die nach ihrer Heirat Thierbach hieß.Dietrich von Knorre (2006), S. 87. Nach seiner Schulzeit begann Graßmann im Herbst 1902 eine Ausbildung als Landwirt in Ringenwalde. Es folgten die Stationen Parmen, Grauwinkel und Kloster Hadmersleben. Am Kloster Hadmersleben schien er eine gehobenere Stelle innegehabt zu haben, denn 1914 wurde er zu großen Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft nach Hannover entsandt.Dietrich von Knorre (2006), S. 88.
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs diente er zunächst als Leutnant der Reserve an die Westfront. Es erfolgt die Versetzung nach Ost-Galizien und schließlich vom Sommer 1915 bis in den Sommer 1917 in das Gebiet der Prypjatsümpfe. Im Winterhalbjahr 1917/18 erfolgte die Versetzung ins Elsass und andere Gebiete der Westfront. Als er am 27. September 1918 als Batterieführer bei den Englisch-amerikanischen Massenangriffe Richtung Cambrai auf Erkundungsritt unterwegs war, kehrte er von diesem nicht mehr zurück und galt seither als vermisst.
Den noch neun erhaltenen Briefen von Graßmann an seine Eltern, kann man nur wenige Schilderungen über naturhistorische Beobachtungen entnehmen. Somit ist anzunehmen, dass er seine Begeisterung für die Ornithologie nicht durch seine Eltern vermittelt bekommen hat. Trotz allem erwähnt er in einem Brief aus dem Jahr 1914 stolz, dass er auf Kosten von Ferdinand Heine junior zur Versammlung des Deutschen Vereins zum Schutz der Vogelwelt nach Quedlinburg eingeladen worden war. So berichtete er begeistert von seiner ersten Begegnung mit Alwin Voigt (1852–1922), dessen Buch Excursionsbuch zum Studium der Vogelstimmen er erst kürzlich zu seinem Geburtstag geschenkt bekommen habe. Außerdem lernte er dort andere bekannte Ornithologen wie Hans Freiherr von Berlepsch, Johannes Thienemann, Oskar und Magdalena Heinroth, Carl Richard Hennicke und andere bei der Versammlung kennen. Während der Bericht zur Versammlung in der Ornithologische MonatsschriftCarl Richard Hennicke (1914), S. 425–426. relativ nüchtern geschrieben war, sprühte Graßmanns Brief geradezu voller Begeisterung über das Treffen.
In seinen Ausführungen zur Vogelwelt in den Prypjatsümpfen bezog sich Otto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler auf viele Beobachtungen aus Manuskripten von Graßmann und der dessen Publikationen zu den Rokitnosümpfen (ein Synonym für Prypjatsümpfe). Am Ende seiner ausführlichen Publikationen über das Gebiet schrieb von Zedlitz und Trützschle, wohl auch im Gedenken an Graßmann.
Graßmanns ornithologischen Schriften erschienen in den Fachzeitschriften Journal für Ornithologie, Ornithologische Monatsberichte und Ornithologische Monatsschrift.
Noch heute befindet sich eine Eiersammlung von Graßmann im Phyletischen Museum in Jena. Die oologische Sammlung aus 24 Gelegen und Einzeleiern von 15 Arten übergab Ursula Thierbach dem Museum gemeinsam mit einem Sonderdruck über die Vogelwelt des 420 ha umfassenden Guts- und Gemeindebezirk Grauwinkel b. Schönwalde.Dietrich von Knorre (2006), S. 87.
Graßmanns Tod wurde erst am 23. April 1920 in Hadmersleben offiziell registriert.
Dedikationsnamen Graf von Zedlitz und Trützschler widmete ihm 1920 die Haselhuhn-Unterart Tetrastes bonasia grassmanniOtto Eduard Graf von Zedlitz und Trützschler (1920), S. 227., die heute aber als Synonym zur Nominatform gesehen wird.
Publikation (Auswahl)
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Ornithologe Kategorie:Leutnant (Preußen) Kategorie:Oologe Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1885 Kategorie:Gestorben 1918 Kategorie:Mann