500px|miniatur|Die Wahlkreisaufteilung des Deutschen Reichs. Der Reichstagswahlkreis Freie und Hansestadt Hamburg 1 (in der reichsweiten Durchnummerierung auch Reichstagswahlkreis 380; auch Reichstagswahlkreis Hamburg-Ost genannt) war der erste Reichstagswahlkreis für die Freie und Hansestadt Hamburg für die Reichstagswahlen im Deutschen Reich und im Norddeutschen Bund von 1867 bis 1918.

Wahlkreiszuschnitt Der Wahlkreis umfasste den östlichen Teil von Hamburg. Dies entsprach dem 1., 2., 3. und 7. Steuerdistrikt.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1890 144.300 1895 139.892 1900 145.578 1905 146.915 1910 132.666

Berufszugehörige Männer Landwirtschaft Industrie und Gewerbe Handel und Dienstleistungen 1895 1,3 40,9 57,8 1907 1,0 40,7 58,3

Konfession Evangelisch Katholisch 1890 93,6 4,0 1905 92,6 5,7 1910 91,1 6,7Reibel gibt für die Berufszugehörigen Männer im Wahlkreis Hamburg 1 und Hamburg 2 exakt die gleichen Werte an. Sie scheinen sich daher auf das Stadtgebiet und nicht den Wahlkreis zu beziehen

Abgeordnete Wahl Abgeordneter Partei Bild Reichstagswahl Februar 1867 bis August 1867 Charles Ami de Chapeaurouge NLP 130 px Reichstagswahl August 1867 bis 1868 Emil von Melle NLP 130 px Ersatzwahl 1869 bis 1871 Marcus Wolf Hinrichsen NLP Reichstagswahl 1871 bis 1871 Edgar Daniel Roß LRP Ersatzwahl 1871 bis 1874 Gustav Adolf Schön LRP Reichstagswahl 1874 bis 1881 Rudolf Heinrich Möring NLP Reichstagswahl 1881 bis 1884 Julius Sandtmann DFP Ersatzwahl 1883 bis 1893 August Bebel SAP/SPD 130 px Ersatzwahl 1893 bis 1898 Hermann Molkenbuhr SPD 130 px Reichstagswahl 1898 bis 1913 August Bebel SPD 130 px Ersatzwahl 1913 bis 1918 Otto Stolten SPD 130 px

Wahlen 1867 (Februar) Es fand nur ein Wahlgang statt. Die Zahl der gültigen Stimmen betrug 13661. 159 Stimmen waren ungültig.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Charles Ami de Chapeaurouge NLP 10790 Perl S 1758 Woermann Kons 710 Sonstige 403

1867 (August) Es fand nur ein Wahlgang statt. Die Zahl der gültigen Stimmen betrug 5280.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Emil von Melle NLP 4162 A. Geib S 1067 Sonstige 31

Ersatzwahl 1868 Am 9. Dezember 1867 wurde Emil von Melle in den Hamburger Senat gewählt und das Mandat erlosch. In der Ersatzwahl am 3. März 1868 fand nur ein Wahlgang statt. Die Zahl der gültigen Stimmen betrug 1433.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Marcus Wolf Hinrichsen NLP 1412 Sonstige 21

1871 Es fand ein Wahlgang statt. 23.412 Männer waren wahlberechtigt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug 7594, 101 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 30,3 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Edgar Daniel Roß LRP 3631 C. H. L. Schallmeyer S (Lass) 1886 Sonstige 77

Ersatzwahl 1871 Edgar Daniel Roß legte das Mandat im Sommer 1871 nieder und es kam zu einer Ersatzwahl am 6. Oktober 1871. Es fand ein Wahlgang statt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug 7711, 88 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 30,3 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Gustav Adolf Schön LRP 6221 C. H. L. Schallmeyer S (Lass) 1471 Sonstige 14

1874 Es fanden zwei Wahlgänge statt. 28.728 Männer waren wahlberechtigt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug im ersten Wahlgang 11.642, 111 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 40,9 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Rudolf Heinrich Möring NLP 4933 Georg Wilhelm Hartmann S (Lass) 4191 Schuhmacher Zacharias NLP 2085 Kaufmann Bräuer S (Lass) 367 Schneider Sonstige 70

In der Stichwahl betrug die Zahl der abgegebenen Stimmen 16.743, 136 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 58,8 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Rudolf Heinrich Möring NLP 10.481 Georg Wilhelm Hartmann S (Lass) 6262 Schuhmacher

1877 Es fand ein Wahlgang statt. 30.548 Männer waren wahlberechtigt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug 21.231, 97 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 69,8 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Rudolf Heinrich Möring NLP 12.134 A. Geib S 8962 Buchhändler S 68 Schneider Sonstige 32

1878 Es fand ein Wahlgang statt. 32.003 Männer waren wahlberechtigt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug 23.971, 55 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 73,1 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Rudolf Heinrich Möring NLP 12.695 A. Geib S 10.491 Buchhändler Adolph Tesdorpf Kons 409 Ludwig Windthorst Zentrum 55 Sonstige 21

1881 Es fand ein Wahlgang statt. 33.166 Männer waren wahlberechtigt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug 18.941, 77 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 57,3 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Julius Sandtmann DFP 10.851 Moritz Rittinghausen S 7563 Dr. Noack Kons 166 Geffcken Kons 102 Dr., Professor Adolph Tesdorpf Kons 44 Fr. Gewecke S 38 Isaac Wolffson NLP 36 Sonstige 141

Ersatzwahl 1883 Julius Sandtmann starb im April 1883 und es wurde eine Ersatzwahl durchgeführt. Es fanden zwei Wahlgänge statt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug im ersten Wahlgang 20.171, 63 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 60,8 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen NLP 6470 August Bebel S 9078 Unabhängiger 4560 Sonstige 63

In der Stichwahl betrug die Zahl der abgegebenen Stimmen 23.323, 162 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 70,8 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen NLP 11.608 August Bebel S 11.715

1884 Es fand ein Wahlgang statt. 32.663 Männer waren wahlberechtigt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug 22.806, 103 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 79,1 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen DFP 4071 August Bebel S 12.282 Sonstige 64

1887 Es fand ein Wahlgang statt. 33.582 Männer waren wahlberechtigt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug 27.613, 97 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 82,5 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen NLP 9578 DFP 3510 August Bebel S 14.497 Sonstige 28

1890 Die Kartellparteien NLP und Konservative stellten einen Kandidaten der NLP auf. Es fand ein Wahlgang statt. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 36.102. Die Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen betrug 30.527, 134 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung belief sich auf 84,6 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Ernst August Hübner Antisemiten 335 1,1 % Buchhändler Wilhelm Theodor Barth DFP 4208 13,8 % A. Lutteroth NLP 7946 26,1 % August Bebel SPD 17.857 58,8 % Sonstige 47 0,2 %

1893 Der NLP-Kandidat wurde auch von der FVP unterstützt. Es fand ein Wahlgang statt. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 38.855. Die Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen betrug 29.340, 104 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung belief sich auf 75,5 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Raab DSP 2431 8,3 % Bleicken Kons 58 0,2 % C. Ferdinand Laeisz NLP 9769 33,4 % August Bebel SPD 16.935 57,9 % Sonstige 43 0,2 %

Ersatzwahl 1893 August Bebel nahm das Mandat wegen Doppelwahl nicht an (Er nahm das Mandat im Reichstagswahlkreis Reichsland Elsaß-Lothringen 9, (Straßburg) an). Der NLP-Kandidat wurde erneut auch von der FVP unterstützt. Am 17. August 1893 erfolgte eine Ersatzwahl. Es fand ein Wahlgang statt. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 38.855. Die Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen betrug 27.668, 88 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung belief sich auf 71,2 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Raab DSP 2290 8,3 % C. Ferdinand Laeisz NLP 8802 31,9 % Hermann Molkenbuhr SPD 16.476 59,7 % Sonstige 12 0,1 %

1898 Der FVg-Kandidat wurde auch von der FVP unterstützt. Es fand ein Wahlgang statt. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 39.405. Die Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen betrug 29.035, 105 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung belief sich auf 73,7 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Raab DSP 1933 6,7 % Rappard FVg 5953 18,1 % Kaufmann aus Hamburg Pfeiffer FVg 3095 10,7 % Kaufmann aus Hamburg Albrecht NLP 5049 17,4 % Dr., Fabrikant aus Hamburg August Bebel SPD 18.500 63,9 % Stötzel Zentrum 164 0,6 % Jensen Unabhängiger 102 0,4 % Schornsteinfegermeister Sonstige 87 0,3 %

1903 Der FVP-Kandidat wurde als gesamtliberaler Kandidat auch von der NLP und FVp unterstützt. Es fand ein Wahlgang statt. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 38.894. Die Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen betrug 32.992, 165 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung belief sich auf 84,8 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Friedrich Raab DSP 523 1,6 % Dr. Roth FVP 9445 28,8 % Friedrich Naumann NS 89 0,3 % August Bebel SPD 22.046 67,2 % Franz Bitter Zentrum 634 1,9 % Sonstige 52 0,1 %

1907 Der FVg-Kandidat wurde als von der FVP unterstützt. Es fand ein Wahlgang statt. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 38.963. Die Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen betrug 32.956, 210 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung belief sich auf 84,6 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Antisemiten 136 0,4 % Carl Julius Braband FVg 26 0,1 % Voller NLP 4607 14,1 % Dr. Professor aus Hamburg August Bebel SPD 21.683 66,2 % Johannes Giesberts Zentrum 287 0,9 % Sonstige 54 0,2 %

1912 Es fand ein Wahlgang statt. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 35.729. Die Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen betrug 30.648, 162 Stimmen waren ungültig. Die Wahlbeteiligung belief sich auf 85,8 %.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Raab DSP 196 0,6 % Carl Julius Braband FoVP 6331 20,8 % Johannes Hirsch NLP 2999 9,8 % Józef Chociszewski Polen 30 0,1 % August Bebel SPD 20.633 67,7 % Franz Beran Zentrum 274 0,9 % Rechtsanwalt aus Hamburg Sonstige 23 0,1 %

Ersatzwahl 1913 Bebel starb am 13. August 1913. Es fand daher am 17. Oktober 1913 eine Ersatzwahl statt. Es fand ein Wahlgang statt.

Kandidat Partei Stimmen in % Anmerkungen Arnold DRP 225 0,9 % Zollsekretär in Hamburg Carl Petersen FoVP 4738 18,3 % Koch Kons 984 3,8 % Dr. Landrichter aus Hamburg Friedrich Rode NLP 2420 9,3 % Józef Chociszewski Polen 35 0,1 % Otto Stolten SPD 17.532 67,6 % Sonstige 2 0,0 %

Literatur

Fritz Specht: Die Reichstags-Wahlen von 1867 bis 1903 : eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnisse der gewählten Abgeordneten, 2. Auflage 1904, S. 294–295. A. Phillips (Hrsg.): Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1883. Statistik der Wahlen zum Konstituierenden und Norddeutschen Reichstage, zum Zollparlament, sowie zu den fünf ersten Legislatur-Perioden des Deutschen Reichstages. Berlin: Verlag Louis Gerschel, 1883, S. 181–182, Digitalisat.

Anmerkungen

Kategorie:Politikgeschichte (Hamburg) Hamburg 1 Hamburg1 Kategorie:Aufgelöst 1918