mini|Wappen derer von Strolz in Siebmachers Wappenbuch Strolz (auch Stroltz) ist der Name einer alten Vorarlberger Familie, die seit 1617 dem österreichischen Adel in Vorarlberg angehörte. Strolz, Jutta Maria: Beiträge zur Geschichte der Stadt Bludenz unter besonderer Berücksichtigung des 16. Jahrhunderts. Phil. Diss., Innsbruck 1967, S. 429. Ein Zweig der Familie ging in den Sundgau (heute Frankreich) sowie die Franche-Comté und erhielt ihren österreichischen Adelstitel in Frankreich bestätigt. Eine weitere Standeserhöhung erfolgte durch Napoleon. Die Strolz leben in Österreich, in Frankreich und in der Schweiz.

Geschichte Die Familie Strolz hat ihren Ursprung aus der Gegend um Lech, Stuben und Klösterle. Lech wurde im 13. Jahrhundert von eingewanderten Walsern gegründet, was die Präsenz der Familie Strolz als Walsergeschlecht erklärt.Längle, Otmar: Die Walser in Churrätien: Graubünden, Liechtenstein, Südvorarlberg", Vorarlberger Verlagsanstalt 1992, S. 143 Auslöser für die Zuwanderung der Walser war vermutlich der Reichstag zu Ulm im Jahr 1218, als von Hugo I. von Montfort den Johannitern in Klösterle das Gebiet um Stuben zugewiesen wurde, um dort für die Reisenden über den Arlbergpass Unterkünfte zu bauen und zu betreiben. Der heute bekanntere Ort am Arlberg ist Lech, welcher bis ins 19. Jahrhundert Tannberg hieß, dann setzte sich der aus «Tannberg am Lech» entstandene Name «Lech am Arlberg» durch. Die im frühen 14. Jahrhundert gebaute Pfarrkirche St. Nikolaus war bis ins 16. Jahrhundert die Pfarrkirche des Gerichtsbezirkes Tannberg, wo sich das Gerichtsgebäude von Lech bis zur Auflösung des Tannberggerichts 1806 in Lech befand. Aufgrund ihrer Verdienste waren verschiedene Familienmitglieder der Familie Strolz für den Kaiser als Rat- und Rechtspfleger und Offiziere in Tirol, Vorarlberg und in anderen Kronländern des Heiliges Römisches Reiches tätig. Am 29. April 1617 erhielten die Söhne des Landrichters Sigismundt Strolz, Christoph, Michael, Anton, Arbogast, Elias, Caspar und Jacob, einen Wappenbrief von Friedrich Altstetter von Kaltenburg, geheimer Rat und Pfleger der Herrschaften Bludenz, Sonnenberg und Ludesch.La revue de la Société belfortaine, 1912, S. 113Lorinser, Friedrich Wilhelm: Gedenkblätter der Familie Lorinser mit culturgeschichtlichen Bemerkungen über Bludenz Sonnenberg und Montavon in Vorarlberg, Schussenried in Würtemberg und Niemes in Böhmen, Wien 1868, S. 54 In kaiserlichen Diensten waren Mitglieder der Familie Strolz auch im Sundgau (Elsass, südlicher Bereich des Départements Haut-Rhin) tätig, das bis 1648 österreichisch war und mit dem Westfälischen Vertrag an Frankreich überging. 1731 wurde Johann Christian von Strolz kaiserlicher Kämmerer, Hof- und Kammerprokurator,Richard Schober: Die Urkunden des Trautson-Auersperg-Archivs. Landesarchiv Innsbruck, Tirol 1996. Fiskalamtsdirektor im Königreich Böhmen und Herr auf PodmoklyNeuer Prager Tytular. 1750, ZDB-ID 1483125-9, S. 53. in Prag in den böhmischen Ritterstand erhoben.Kneschke, Ernst (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Bd. 9, Leipzig 1870, S. 90 Dieser hatte im Jahr 1713 der Kirche Maria de Viktoria auf dem Weißen Berg bei Prag zur Erinnerung an den Sieg Ferdinands II. über die Protestanten am 8. November 1620 einen geistlichen Administrator und zwei Kapläne gestiftet.Marianum. Legende von den lieben und gottseligen Dienern unserer Lieben Frau der Himmels-Königin. Erster Theil, Friedrich Pustet, Regensburg, New York und Cincinnati 1868, S. 1212. Im Jahr 1748 ließ er einem wundertätigen Kreuz das bis dahin gegenüber seinem Elternhaus in einer Feldkapelle aus dem 15. Jahrhundert verwahrt wurde in Dalaas die Wallfahrtskirche zum Heiligen Kreuz bauen und stiftete das Heilig-Kreuz Benifizium, welches begabten Kindern eine geistliche oder weltliche Ausbildung ermöglichte.https://www.kath-kirche-vorarlberg.at/pfarren/dalaas/artikel/kirche-hl.-kreuz Das Wappen wurde am 23. Juli 1784 für Leutnant Joseph von Strolz, (Rechts-)Pfleger auf Burg Thurneck am Rotholz bei Strass im Zillertal bestätigt,Wappen in der Fischnaler Wappenkartei, Tiroler Landesmuseen dessen ebendort geborener Sohn, der Jurist und Dichter Johann Nepomuk Georg Strolz (1780–1835) veröffentlichte 1807 im zweiten Band des „Sammlers für Geschichte und Statistik von Tirol“ (S. 69 ff.) erstmals mit ethnographischem Interesse zusammengetragene „Schnodahaggen, Unterinnthalische Volksliedchen“ mit besonderer Berücksichtigung des Zillertals.Anton Dörrer, "Johann Strolz (1780-1835), zum 150-Jahr-Gedenken seiner Mundart- und Volksliedarbeiten", in: Jahrbuch des österreichischen Volksliedwerkes 6 (1957), S. 17, 21ff.

In französischen Diensten besonders in der Franche-Comté und in Belfort haben sich mehrere Vertreter der Familie Strolz hervorgetan: Dies waren u. a. Meinrad Strolz als königlicher Architekt, der unter anderem auch im Bistum Basel tätig war, Petrus Leopoldus von StrolzLe Général Baron Jean-Baptiste-Alexandre Strolz. In: Bulletin de la Société belfortaine d'émulation, Belfort 1912, S. 116. als Architekt und Inspecteur Royal des Ponts et Chaussées und dessen Sohn Jean-Baptiste Alexandre Baron de Strolz, General unter Napoleon sowie Aide de Camp und Premier Ecuyer von Joseph Bonaparte, König von Neapel und der beiden Sizilien und Spanien, Herr auf Podmokly.Sborník archivních prací - Volume 6 oder der Artillerieoffizier Jean-Jacques de Strolz. Die enge Verbundenheit mit den Walsern zeigt sich auch in einem Bericht von Regula Engel-Egli, die mit Florian Engel einem Bündner Offizier aus Langwies (Walsersiedlung bei Arosa) verheiratet war, der in Frankreich Oberst und ein enger Vertrauter Napoleons und des Generals Strolz wurde und in einem Schweizer Fremdenregiment der französischen Armee diente.

Wappen Das Stammwappen (Wappenbrief von 1617) blasoniert wie folgt: Im goldenen Schilde auf grünem Dreiberge ein naturfarbener Tannenbaum und ein gegen denselben springender Gemsbockbock. Auf dem Helme ein von Schwarz, Gold , Silber und Blau gewundener Bausch mit fliegenden Bändern, darauf der Gemsbock wachsend. Helmdecken rechts golden und schwarz, links silbern und blau.Lorinser, Friedrich Wilhelm: Gedenkblätter der Familie Lorinser mit culturgeschichtlichen Bemerkungen über Bludenz Sonnenberg und Montavon in Vorarlberg, Schussenried in Würtemberg und Niemes in Böhmen, Wien 1868, S. 54 mini|Familiengeschichte der Familie Strolz in Belfortmini|Strolz Familienwappen mit Rangkrone Ritterstandsurkunde in Böhmen 1731,Ritterstandsurkunde für Johann Christian von Strolz Doctor beider Rechte, Hof und Kammerprocurator in Prag, Wien am 17. März 1731Doerr, August von: Der Adel der böhmischen Kronländer; ein Verzeichnis derjenigen Wappenbriefe und Adelsdiplome welche in den Böhmischen Saalbüchern der Adelsarchives im k.k. Ministerium des Innern in Wien eingetragen sind, Prag 1900, S. 218 Wappenbesserung Urkunde Baron des französischen Empire 1810.15 Juni 1810, Adelsbrief Napoleon Bonaparte für Jean Baptiste Alexandre de Strolz.L'Investigateur, Journal de la Sociétté des Etudes Historiques, 39e Anné, Paris 1873, XX Bestätigung des Titels durch Ludwig XVIII. am 31. Mai 1817 in Paris.Anerkennung der napoleonischen Baronie vom 31. Mai 1817 für Jean Baptiste Alexandre de Strolz, Lieutenant-Général, Pierre François Emile, Capitaine en retraite, inspecteur des ponts et chaussées et son Cousin Jean Jacques Meinrad Christian de Strolz, Colonel d'Artillerie en retraite.

Namensträger Johann Christian Ritter von Strolz (1674–1752), königlicher Hof- und Kammerprocurator in PragFrizberg, Hemut von; Die Reichsedlen von Frizberg mit Ahnen und Verwandten, Afram-Marienhof 2013, S. 99 Meinrad Strolz (* 1735; † 1814), Architekt und Bürgermeister von BelfortGrudler, Christophe et Larger, André: Les maires de Belfort de 1800 à nos jours, Ed. Le Pays-L'Alsace, 1993, S. 161 Petrus Leopoldus von Strolz Architekt und Inspecteur Royal des Ponts et Chaussées (* 1727, † 1820) Jean-Baptiste Baron de Strolz (* 1771, † 1841), General und Baron des Empire Français, Deputierter des französischen Parlaments und Pair de France Jean-Jacques de Strolz (* 1770; † 1828), Oberst und Kommandant der Artillerie der Königlichen Garde von Neapel, (auch Jean-Baptiste oder Johann-Joseph Strolz genannt), Cousin des vorgenannten.Strolz (Jean-Baptiste, dit Jacques), né le 4 juin 1770 à Belfort, engagé le 26 décembre 1786, lieutenant le 1er août 1793, capitaine le 2 juillet 1795, passé au service Naples le 1ier août 1806, chef de bataillon commandant l'artillerie de la Garde du roi de Naples le 9 novembre 1807; colonel commandant l'artillerie de la Garde du roi d'Espagne, le 20 décembre 1809; rentré au service de la France dans le grade de chef d'escadrons le 2 décembre 1813; confirmé dans celui de colonel le 10 janvier 1814; retraité le 21 décembre 1815; décédé le 3 juillet 1828. Arch. adm. de la Guerre.Bulletin de la Société Archéologique, Historique et Scientifique de Soissons. Soissons 1925, S. 95. Niklaus Jonas Strolz, Schweizer Historiker und Verfasser verschiedener historischer PublikationenHugo-Ball-Almanach. Studien und Texte zu Dada. Neue Folge 11 (2020); Niklaus Strolz: Prälat Paul de Mathies. Apologet, Friedensaktivist und Freund Hugo Balls (S. 63-81)Universitäten Heidelberg, Hauptbibliothek, Das Bauhandwerk im alten Zürich unter besonderer Berücksichtigung seiner Löhne. Von der Zunftrevolution bis zum Zusammenbruch der alten Eidgenossenschaft (1336 - 1798)Stolzes Banner am Limmatstrand: Die Geschichte der Akademischen Verbindung Turicia 1860 - 2013; Dr. Niklaus Strolz Co-Autor. Johann Strolz, Landrichter von 1814–1831Akte mit der Signatur AT-OeStA/AVA Justiz OJSt JS TS 102.4, Landgericht Rattenberg, Bau der Frohnfeste; Kanzleipersonal, Systemisierung neuer Kanszlistenstellen bei den Landgerichten Rottenberg und Kufstein; Besetzung der Landrichterstelle.

Literatur

Doerr, August von: Der Adel der böhmischen Kronländer; ein Verzeichnis derjenigen Wappenbriefe und Adelsdiplome welche in den Böhmischen Saalbüchern der Adelsarchives im k.k. Ministerium des Innern in Wien eingetragen sind, Prag 1900 Engel, Regula: Frau Oberst Engel: Memoiren einer Amazone aus Napoleonischer Zeit, Limmat-Verlag, Zürich, 2009 Frizberg, Hemut von; Die Reichsedlen von Frizberg mit Ahnen und Verwandten, Afram-Marienhof 2013 Geschichte der Familie Strolz in Belfort (F). La revue de la Société belfortaine, 1912. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VIII, Band 113 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1997, ISSN 0435-2408. Grudler, Christophe et Larger, André: Les maires de Belfort de 1800 à nos jours, Ed. Le Pays-L'Alsace Otto Hupp: Münchener Kalender 1932. Buch und Kunstdruckerei AG, München / Regensburg 1932. Gunz, Gebhard Wendelin: Bürger und Adelswappen Vorarlbergs. Vorarlberger Landesarchiv, Tisis 1936. Kneschke, Ernst (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Bd. 9, Leipzig 1870. Längle, Otmar: Die Walser in Churrätien: Graubünden, Liechtenstein, Südvorarlberg", Vorarlberger Verlagsanstalt 1992. Lorinser, Friedrich Wilhelm: Gedenkblätter der Familie Lorinser mit culturgeschichtlichen Bemerkungen über Bludenz Sonnenberg und Montavon in Vorarlberg, Schussenried in Würtemberg und Niemes in Böhmen, Wien 1868. Strolz, Jutta Maria: Beiträge zur Geschichte der Stadt Bludenz unter besonderer Berücksichtigung des 16. Jahrhunderts. Phil. Diss., Innsbruck 1967. Suratteau, Jean-René: Annales Littéraires de l’Université de Besançon. Volume 71, Société d’Editions LES BELLES LETTRES, Paris 1964.

Weblinks Wappen in der Fischnaler Wappenkartei, Tiroler Landesmuseen Wappen der Familie Strolz auf vorarlberg.at Geschichte der Walser

Einzelnachweise

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