Weidmes ist ein Gemeindeteil des Marktes Grafengehaig im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern), gelegen in der Gemarkung Weidmes.

Geografie Das Dorf liegt am Westhang der Weidmeser Höhe (). Gegen Westen fällt das Gelände in das Tal des Baches Goldenes Brünnlein ab, gegen Norden in das Tal des Kleinen Rehbachs ab. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kleinrehmühle (0,7 km nördlich) bzw. nach Tannenwirtshaus zur Kreisstraße KU 13 (0,8 km südlich), eine weitere führt ebenfalls zur KU 13 bei Eeg (1,2 km südwestlich).

Geschichte Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Weidmes aus 33 Anwesen (3 Halbhöfe, 2 Viertelhöfe, 9 Güter, 3 Söldengüter, 1 Gütlein, 13 Häuser, 1 halbes Haus, 1 halbes Tropfhaus). Das Hochgericht übte das Burggericht Guttenberg aus. Es hatte ggf. an das bambergische Centamt Marktschorgast auszuliefern. Grundherren waren das Burggericht Guttenberg, das Rittergut Schlößlein und das Rittergut Steinenhausen.

1810 kam Weidmes zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde der Ort dem Steuerdistrikt Guttenberg zugewiesen. Zugleich entstand die Gemeinde Weidmes, zu der Guttenberger Hammer, Hübnersmühle und Weiglas (bis 1835) gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg. Von 1819 bis 1848 übernahm das Herrschaftsgericht Guttenberg weitestgehend die Befugnisse, die das Landgericht hatte. 1840 wurde die Gemeinde an das Landgericht Stadtsteinach und 1853 an das Rentamt Stadtsteinach überwiesen (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). Ab 1862 gehörte Weidmes zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 1,743 km². Am 1. Januar 1972 wurde Weidmes im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Grafengehaig eingegliedert.

Baudenkmäler Haus Nr. 29: Scheitelstein

Die folgenden Häuser listete Karl-Ludwig Lippert in dem Buch Landkreis Stadtsteinach von 1964 als Kunstdenkmäler auf. Sie sind in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da sie entweder nicht aufgenommen, abgerissen oder stark verändert wurden. Haus Nr. 1: Eingeschossiges, verputzt massives Kleinhaus (Weberhäuschen) des späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert, zwei zu drei Achsen, mit Satteldach; Giebel Ständerwerk mit geteilter Schalung; Sandsteinhaustürrahmung mit Scheitelstein.K.-L. Lippert: Landkreis Stadtsteinach, S. 117f. Haus Nr. 9: Eingeschossiges, verputzt massives Satteldachhaus (ehemaliges Wohnstallhaus); Giebel massiv erneuert; Fenster- und Türrahmungen Sandstein, an einem Fenstersturz bezeichnet „1840“, Haustür mit Scheitelstein.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Weidmes Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 275 318 327 313 327 338 342 343 340 367 367 336 327 315 307 266 273 254 230 326 284 267 214 172HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 41 42 44 39 48 46 48 Quelle Für die Gemeinde inklusive der Einwohner von Eisenhammer (S. 23), Hübnersmühl (S. 54) und Weiglas (S. 135).

Ort Weidmes Jahr 1804 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 68 216 292 311 314 289 236 254 189 160 110Häuser 24 36 37 35 43 41 43 45QuelleJ. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 122.

Religion Weidmes ist seit der Reformation gemischt konfessionell. Die Protestanten gehören zur Pfarrei Zum Heiligen Geist (Grafengehaig), die Katholiken waren ursprünglich nach Mariä Heimsuchung in Marienweiher gepfarrt, kamen dann in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Pfarrei St. Jakobus der Jüngere (Guttenberg).

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Grafengehaig) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971