Wilhelm Heim (* 11. Mai 1888Wilhelm Heim in den Akten der ReichsfilmkammerDas in filmportal.de und auf IMDb genannte Geburtsdatum ist unzutreffend und beruht auf einer Verwechslung mit seinem Todestag in Marburg an der Drau, Österreich-Ungarn; † 31. August 1954 in Wien) war ein österreichischer Schauspieler bei Bühne und Film.
Leben und Wirken Heim hatte an der Wiener Universität Germanistik und Romanistik studiert, nebenbei Schauspielunterricht genommen und ab 1909 mit dem Ensemble seiner slowenischen Heimatstadt Marburg als Wilhelm Heim-Groschonig Theater gespielt. Zu seinen folgenden frühen Schauspielstationen zählen zahlreiche Orte der k.u.k.-Provinz wie etwa Innsbruck, Pettau, Klagenfurt, Laibach, Teplitz-Schönau, Bad Ischl und Graz, wo er während des Krieges an den Vereinigten Städtischen Bühnen der steirischen Landeshauptstadt wirkte. Anschließend (1916) ging Heim zunächst ins böhmische Reichenberg (Liberec), wo er zu Beginn der 1920er Jahre auch als Regisseur wirken durfte. Anschließend gab er bis 1923 eine Stippvisite am Prager Deutschen Landestheater. Im September desselben Jahres wurde Heim nach Wien geholt, wo man ihn sukzessive an Spielstätten wie die Renaissancebühne, das Deutsche Volkstheater, die Kammerspiele und auch ans Burgtheater Wiens verpflichtete.
In der österreichischen Hauptstadt verbrachte Wilhelm Heim den Rest seiner künstlerisch aktiven Jahre und machte sich einen Namen als Interpret von Nestroy- und Raimund-Charakteren (etwa als Geist Azur in Der Verschwender). Anders gelagerte Hauptrollen übernahm Wilhelm Heim mit dem Peer Gynt, dem Hamlet, dem Kaufmann von Venedig und dem Coriolanus. Auch in anderen Shakespeare-Stücken wie etwa Der Widerspenstigen Zähmung, wo man ihn als Petrucchio sehen konnte, wurde Heim gern besetzt. Während des Zweiten Weltkriegs ließ man ihn auch wieder Stücke inszenieren, wie beispielsweise am Wiener Stadttheater das musikalische Lustspiel Graf Schorschi. Hin und wieder trat der Wahlwiener Künstler mit Nebenrollen auch in österreichischen Filmen – am besten ist er für seinen Komödiendichter Alois Gleich in der Ferdinand-Raimund-Biografie Brüderlein fein in Erinnerung – auf und betätigte sich als Bearbeiter literarischer Stücke und als Bühnenschriftsteller (Einakter, Lustspiele und ein Hörspiel). Heim stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.Heim, Wilhelm. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 303
Filmografie 1930: Geld auf der Straße 1935: Episode 1942: Brüderlein fein 1944: Die goldene Fessel 1946. Die Welt dreht sich verkehrt 1947: Wiener Melodien 1947: Singende Engel 1948: Der Engel mit der Posaune 1954: Der Färber und sein Zwillingsbruder (Fernsehfilm)
Literatur Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon, Biographisches und bibliographisches Handbuch, erster Band, Klagenfurt und Wien 1953, S. 733 Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon, Zweiter Band, Bad Münder 1961, S. 628
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Darstellende Kunst (Nationalsozialismus) Kategorie:Darstellender Künstler (Wien) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1954 Kategorie:Mann