Luis Esteban Kyburg (* 22. Januar 1948 in Catamarca; † 11. Oktober 2023 in Berlin)Ministerio De Justicia Y Derechos Humanos: Resolución 1678/2013 . war ein Deutsch-Argentinier und ehemaliger Angehöriger des argentinischen Militärs. Ihm wurden Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur in Argentinien (1976–1983) vorgeworfen.
Werdegang Der Sohn eines Deutschen war Leiter der Personal-, Betriebs- und Logistikabteilung der argentinischen Marine auf dem Marinestützpunkt Mar del Plata und auch zweiter Kommandant der Agrupación Buzos Tácticos UT 612, einer Kampfschwimmereinheit. Er wurde beschuldigt, während der Militärdiktatur in Argentinien (1976–1983) an der Verschleppung, Folter und Ermordung von 152 Menschen beteiligt gewesen zu sein.Ex-Naval officer accused of dictatorship-era crimes found in Berlin. Buenos Aires Times, 17. Juli 2020Guillermo Palombo, Santiago Mario Sinopol Lesa humanidad: técnica de una injusticia: Fallos de la Corte Suprema de Justicia Argentina: "Arancibia Clavel" - "Simon" - "Mazzeo" - "Batalla". 2021, S. 43 Von Interpol gesucht, setzte er sich 2012 mit seiner Ehefrau nach Deutschland ab und lebte in Berlin.
Strafverfolgung Nachdem Kyburg 2014 in Deutschland allerdings ohne genauen Aufenthaltsort verortet wurde, stellte Argentinien 2015 einen Auslieferungsantrag. Ermittlungen gegen mutmaßlichen Folterer: Lang gesucht, gefunden in Berlin. 13. September 2020 Da er neben der argentinischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft besaß, wurde er von den deutschen Behörden nicht ausgeliefert. Kenyian NewsLocalizan en Alemania a un ex marino acusado de delitos de lesa humanidad en Argentina. 2018 wurde Kyburg vom in Berlin lebenden argentinischen Journalisten Toni Hervida ausfindig gemacht, woraufhin sich das Europäische Menschenrechtszentrum ECCHR für den Fall zu interessieren begann und gemeinsam mit einer Hinterbliebenen, der Schwester einer durch die Militärdiktatur ermordeten Person, Anzeige in Deutschland gegen Kyburg erstattete. Wolfgang Kaleck, Generalsekretär der ECCHR, warnte 2020, dass Luis Kyburgs deutsche Staatsbürgerschaft ihn nicht vor Strafverfolgung schützen dürfe.Macao News Agency: Argentinian ‘dirty war’ suspect hiding in Berlin: report. July 17, 2020 Infolge der 2018 begonnenen Ermittlungen durchsuchten im Januar 2023 Ermittler von BKA und Berliner Staatsanwaltschaft Kyburgs Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg. Er starb im Oktober 2023 eines natürlichen Todes, bevor er sich vor Gericht verantworten musste.
Siehe auch Reinhard Döring Walther Klug Rivera
Weblinks Bild TV: Die Akte Kyburg. Deutschlandfunk Kultur: Argentinische Militärjunta - Mutmaßlicher Folterer lebt in Berlin.
Einzelnachweise
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