Kling Klang ist das bekannteste Lied der Rockmusikgruppe Keimzeit. Deren Frontmann Norbert Leisegang schrieb es in den 1980er-Jahren. Der Schlager wurde erstmals 1993 auf dem Album Bunte Scherben veröffentlicht.
Beschreibung
Inhalt Das Lyrische Ich und Du sind mit einer lebendigen Leichtigkeit unterwegs. Unter anderem fotografiert dabei das Ich das Du, wobei es aber auch scheitert. Beide gehen „Kling Klang […] die Straßen entlang.“ Als Reiseziele werden England und Feuerland genannt. Im hinteren Teil des Refrains wird auch an die Heimkehr „im Wiener-Walzer-Schritt“ gedacht.
Form Das Lied ist einfach und eingängig gestaltet: Paarreime, Viervierteltakt, mittleres Tempo sowie Songstruktur mit zwei Strophen, Refrain und Bridge. Charakteristisch ist das Glockenspiel im Refrain. Aus insgesamt drei Akkorden sind Strophe (G–a–F–G) und Refrain (a–G–a–G) zusammengesetzt. Lediglich in der ersten Hälfte der Bridge („Bloß von hier weg …“) wird das harmonische Spektrum auf einen halben Quintenzirkel erweitert (g7–C7–F7maj–F7maj–f7–B7–Es7maj–D7 oder vereinfacht: B–C–F–F–f–B–Es–D). Mit den Signalwörtern „zurück“ und „nach Hause“ kehren auch die Harmonien wieder zu den drei anfänglichen Akkorden heim.Keimzeit – Windstill. Das Liederbuch. Buschfunk, Berlin 1998, ISBN 3-931925-31-5, S. 32.
Geschichte
Entstehung Das Lied entstand, als Norbert Leisegang Mitte oder Ende der 1980er-Jahre nach Bulgarien trampte:
Ralf Bostelmann-Böhme produzierte das dritte Keimzeit-Album Bunte Scherben. Dabei erkundigte er sich bei der Band nach einem weiteren Song, die bis dahin die Liedauswahl als komplett angesehen hatte. Leisegang: „Der Titel klang uns zu schlageresk, zu kommerziell und wir spielten ihn ohne Begeisterung ein.“ Die Bandmitglieder waren mit der abgemischten Version sehr unzufrieden. So spielten sie eine zweite Version in einem anderen Studio beim Element-of-Crime-Produzenten David Young ein. Diese wurde zusätzlich auf dem Album veröffentlicht. Bekannt wurde aber die Version von Bostelmann-Böhme. Die Erstproduzierte wurde mit zwei weiteren Liedern des Albums als Single „Kling Klang“ ausgekoppelt.
Nach der Erstveröffentlichung Kling Klang wurde zum Mainstream-Hit, der auch ein jüngeres, neueres Publikum ansprach:
Die Fixierung auf das Stück seitens der neuen Fans führte dazu, dass die Band es zwischenzeitlich nicht spielte. Später entspannte sich das Verhältnis von Interpret und Kunstwerk:
Das Lied wurde auf vielen Keimzeit-Kompilationsalben veröffentlicht sowie vielfältig gecovert und bearbeitet, zum Beispiel von Heino. Weiterhin fand es Eingang in die Serie Berlin, Berlin und als „Deutscher Partyknaller“ in das Karaoke-Spiel Lips. Das Feiern und Tanzen zu Kling Klang ist kulturell in Ostdeutschland sehr verbreitet, darüber hinaus kaum.Jessy Wellmer: Die neue Entfremdung. Zitiert nach:
Veröffentlichungen
Literatur
Keimzeit – Windstill. Das Liederbuch. Buschfunk, Berlin 1998, ISBN 3-931925-31-5, S. 32–33.
Weblinks
Coverversionen auf cover.info
Einzelnachweise
Kategorie:Keimzeit Kategorie:Schlager (Lied) Kategorie:Musik (DDR) Kategorie:Lied 1993