Die Hybrid-Wicke (Vicia hybrida), auch Bastard-Wicke genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wicken (Vicia) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae).
Beschreibung mini|Laubblätter und Blüten mini|Stängel und zygomorphe Blüte mit Kelch und Krone
Vegetative Merkmale Die Hybrid-Wicke ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern erreicht. Die niederliegenden, aufsteigenden oder kletternden Stängel sind weich behaart bis fast kahl.
Die wechselständig angeordneten und kurz gestielten Laubblätter sind, oft wechselnd, paarig gefiedert und bestehen aus drei bis acht Fiederpaaren und einer einfachen oder verzweigten Ranke. Die elliptischen bis verkehrt-eiförmigen, stachelspitzigen und kurz gestielten, mehr oder weniger behaarten, ganzrandigen Blättchen sind 6 bis 15 Millimeter lang und 2 bis 7 Millimeter breit und damit doppelt bis dreimal so lang wie breit. Sie sind am oberen Ende meist gestutzt bis eingebuchtet oder abgerundet. Die Nebenblätter sind nur 2 bis 3 Millimeter lang und 0,7 bis 1,5 Millimeter breit. Sie tragen eine Nektardrüse auf der abaxialen Seite.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von April bis Juni. Die Blüten stehen einzeln an kurzen Stielen in den Blattachseln.
Die einzeln und achselständig erscheinende, zwittrige, kurz gestielte Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der behaarte Kelch ist röhrenförmig und seine fünf pfriemlichen Kelchzähne sind ungleich lang. Die Blütenkrone hat die Form einer Schmetterlingsblüte und ist 18 bis 30 Millimeter lang. Die Krone ist blassgelb und manchmal purpurfarben geadert. Die Fahne ist auf dem Rücken dicht seidig behaart und oft rötlich überlaufen.
Die abstehend flaumig behaarte und bei Reife braune, bespitzte Hülsenfrucht mit beständigem Kelch ist 20 bis 40 Millimeter lang sowie 8 bis 10 Millimeter breit und enthält bis fünf bis sechs Samen.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.
Vorkommen Das Verbreitungsgebiet der Hybrid-Wicke reicht vom Mittelmeerraum bis Zentralasien und Afghanistan. Die Hybrid-Wicke gedeiht in Grasfluren, auf Kulturland und an Wegrändern. In der Schweiz ist sie ein Neophyt. Auf der Iberischen Halbinsel kommt sie in Höhenlagen von 0 bis 1100 Metern Meereshöhe vor.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich).
Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Vicia hybrida erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 2, S. 737. Synonyme für Vicia hybrida sind: Hypechusa hybrida , Vicia linnaei , Vicia spuria
Literatur W. Ball: Vicia. S. 129–136. In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Cambridge University Press, Cambridge. Band 2, 1968: Rosaceae to Umbelliferae. 1968, ISBN 0-521-06662-X. (). Eduard Pospichal: Flora des oesterreichischen Küstenlandes. Zweiter Band, Deuticke, 1899, S. 415 f. Wilhelm Daniel Joseph Koch: J. C. Röhlings Deutschlands Flora. Fünfter Band, Erste Abtheilung, Wilmans, 1839, S. 181 f. Charles R. Gunn: Seeds of Native and Naturalized Vetches of North America. Agriculture Handbook No. 392, USDA, 1971, S. 24.
Weblinks
Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt mit Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora. Datenblatt mit Fotos bei Wild Flowers of Israel. Datenblatt bei CABI – Invasive Species Compendium.
Einzelnachweise ILDIS World Database of Legumes 2010: Fabaceae. Datenblatt Vicia hybrida In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Vicia hybrida bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2008. ISBN 978-3-440-10742-3. S. 236. W. Ball: Vicia. S. 129–136. In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Cambridge University Press, Cambridge. Band 2, 1968: Rosaceae to Umbelliferae. 1968, ISBN 0-521-06662-X. (). Datenblatt bei Flora Vascular.
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