Oepfershausen ist ein Ortsteil der Stadt Wasungen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen im fränkisch geprägten Süden von Thüringen.

Geografie Oepfershausen liegt nordwestlich von Meiningen, in der Vorderrhön, am Fuße des Hahnberges.

Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden waren zuletzt im Süden die Gemeinden Unterkatz und Oberkatz, im Osten Wahns, im Nordosten Schwallungen, im Norden Friedelshausen sowie hinter dem Hahnberg im Westen die Stadt Kaltennordheim.

Geschichte Erstmals wurde der Ort im Jahre 1183 erwähnt. Wesentlich geprägt wurde er von 1330 bis 1731 durch die Adelsfamilie von Auerochs und von 1595 bis 1711 durch die Familie von Herda. Die beiden miteinander konkurrierenden Geschlechter hatten zwei Burgen und vier Rittergüter im Ort. Nach dem Aussterben der Herda 1711 erwarben die Auerochs deren Besitz, und nach dem Erlöschen der Auerochs nur 20 Jahre später mit dem Tod von Georg Friedrich von Auerochs 1731 fiel der gesamte Besitz an den Landesherrn, Herzog Karl Friedrich von Sachsen-Meiningen, und wurde eine Domäne. Heute ist das Gutshaus ein Künstlerhaus.Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. 430 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 261. Der Ort gehörte ursprünglich zur Zent Friedelshausen, die um 1350 im hennebergischen Amt Sand aufging. Von 1825 bis 1827 befand sich im Ort die Verwaltung des sachsen-meiningischen Amts Sand.

Oepfershausen war 1598–1633 von Hexenverfolgungen betroffen: 22 Frauen und vier Männer gerieten in Hexenprozesse, 14 Personen wurden hingerichtet, eine Frau wurde mit Landesverweisung bestraft. Erstes Opfer 1610 war Margaretha Heide.Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes. Über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Wehry-Verlag, Untermaßfeld 2012, ISBN 978-3-9813902-8-5, S. 283 f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“. Bereich Oepfershausen, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg, Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland. Bd. 2). DOBU-Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-934632-03-3, S. 236 und 240–244, (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 2000).

Ab 1991 gehörte die Gemeinde zur Verwaltungsgemeinschaft Amt-Sand mit Sitz in Oepfershausen, 1995 erfolgte der Zusammenschluss mit der Verwaltungsgemeinschaft Wasungen und Walldorf.

Am 1. Januar 2019 wurde die Gemeinde Oepfershausen in die Stadt Wasungen eingegliedert, die der Verwaltungsgemeinschaft Wasungen-Amt Sand angehört.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 568 1995: 567 1996: 559 1997: 559 1998: 554 1999: 557 2000: 545 2001: 530 2002: 526 2003: 530 2004: 528 2005: 519 2006: 517 2007: 508 2008: 500 2009: 488 2010: 492 2011: 486 2012: 486 2013: 485 2014: 468 2015: 470 2016: 473 2017: 461 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat aus Oepfershausen setzte sich zuletzt aus 8 Mitgliedern der Wählergruppe Oepfershausen zusammen. (Stand: Kommunalwahl 2014)

Bürgermeister Der ehrenamtliche Bürgermeister ist Mario Wilk.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Evangelische Pfarrkirche mini|Die Krücke Bauwerke Die evangelische Pfarrkirche wurde auf dem Vorgängerbau aus dem 15. Jahrhundert im Jahre 1718 erbaut. An der Südostseite befindet sich ein bärtiger Männerkopf, der Christuskopf genannt wird, statt der üblichen Bezeichnung Baumeisterkopf. Außerdem befindet sich in der Kirche ein prunkvolles Bildnis von 1731 ihres Bauherrn und Förderers Georg Friedrich von Auerochs. Im Ort befinden sich eine Kunststation, sowie nennenswerte Fachwerkhäuser wie das Haus Nr. 72, an dem sich ein Wappenstein des um 1800 abgerissenen Auerochsschen Schlosses befindet. Die weiträumige geschlossene Anlage des Schwarzen Schlosses, das als Wirtschaftshof des Auerochsschen Schlosses diente, stammt von 1708, wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts von der Gemeinde erworben, zum wirtschaftlichen Dorfmittelpunkt ausgebaut und 1993 restauriert. Das zwei Kilometer südwestlich des Ortes befindliche Gehöft Amönenhöhe wurde 1856 für den Pfarrer Köhler von Oepfershausen als Alterswohnsitz erbaut und nach dessen Ehefrau Amöne benannt. Im Jahr 1936 wurde gegenüber der Berggasthof Amönenhof errichtet – seitdem ein beliebter Treffpunkt für Wanderer in der Rhön. Der heutige Wirt hat eine beachtliche Sammlung alter Uhrwerke in seinem Besitz, die man in jedem Winkel des Anwesens betrachten kann. Der Gasthof ist daher auch als „Turmuhrenklause“ bekannt.

Naturdenkmäler Am Südhang des Hahnbergs befindet sich der vorgelagerte 604 Meter hohe Bergrücken Krücke sowie der Amönenhof mit zwei Ausflugsgaststätten, darunter die Turmuhrenklause mit historischen Turmuhr- und Schlagwerken.

Persönlichkeiten Johann Wilhelm Hoßfeld (* 19. August 1768 in Oepfershausen, † am 23. Mai 1837 zu Dreißigacker), Forstmathematiker

Einzelnachweise

Literatur Ernst Julius Walch: Historische, statistische, geographische und topographische Beschreibung der Königlich- und Herzoglich-Sächsischen Häuser und Lande überhaupt und des Sachsen-Coburg-Meiningischen Hauses und dessen Lande insonderheit. Schneider und Weigel, Nürnberg 1811, S. 185. Oepfershausen. In: Paul Lehfeldt, Georg Voss: Die Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens. Heft 36: Herzogthum Sachsen-Meiningen. Kreis Meiningen. Amtsgerichtsbezirk Wasungen. Gustav Fischer, Jena 1910, S. 229–232. Günther Wölfing: Öpfershausen als feudales Dorf. Von den Anfängen der Ortsentwicklung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. In: Beiträge zur Geschichte des Feudalismus und der Reformation in Südthüringen. Agrarhistorisches Museum des Bezirkes Suhl, Kloster Veßra 1983, S. 40–84. Walter Höhn: Thüringische Rhön. Städte, Dörfer und Landschaften zwischen Werra und Ellenbogen. Michael Imhof, Petersberg 2005, ISBN 3-86568-060-7, S. 111.

Weblinks

Website von Oepfershausen

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