mini|hochkant=1.3|Der Alexandra Palace in London, Austragungsort der World Darts Championship
Die William Hill World Darts Championship 2022 war die 29. Auflage der von der Professional Darts Corporation (PDC) ausgetragenen Darts-Weltmeisterschaft und fand vom 15. Dezember 2021 bis 3. Januar 2022 statt. Austragungsort war zum fünfzehnten Mal der Alexandra Palace (Ally Pally) in London.
Im Finale siegte der Schotte Peter Wright über den Engländer Michael Smith. Wright errang damit seinen zweiten WM-Titel, während Smith zum zweiten Mal in einem Endspiel unterlag.
Der Titelverteidiger und häufig als Topfavorit genannte Waliser Gerwyn Price war zuvor im Viertelfinale gegen Smith ausgeschieden, wie im Achtelfinale schon sein Landsmann Jonny Clayton, der Spieler mit den meisten Major-Titeln im Kalenderjahr 2021. Drei Spieler hatten die Weltmeisterschaft wegen eines positiven Tests auf SARS-CoV-2 vorzeitig abbrechen müssen, darunter der langjährige Weltranglistenerste und Mitfavorit Michael van Gerwen.
Ereignisse im Vorfeld Am 21. Juli 2021 veröffentlichte die PDC erste Informationen zum Turnier. Unter anderem wurden Datum und Ansetzung bestätigt. Außerdem wurde bestätigt, dass den einzelnen Sessions über 3.000 Zuschauer beiwohnen sollen.
Am 29. November 2021 um 19:15 GMT (20:15 MEZ) wurden die einzelnen Partien ausgelost, was live bei Sky Sports sowie auf der Facebook-Seite der PDC zu sehen war. Auch Sport1 bot einen Livestream auf seiner Website an. Losende waren die beiden ehemaligen Dartspieler Wayne Mardle und Colin Lloyd.
Turnierverlauf Die Weltmeisterschaft wurde traditionell mit derjenigen Erstrundenbegegnung eröffnet, deren Sieger in Runde 2 gegen den amtierenden Weltmeister zu spielen hatte. Im Duell der beiden Engländer Ritchie Edhouse und Peter Hudson setzte sich Edhouse mit 3:2 durch. Später am Abend stand er dem Titelverteidiger Gerwyn Price aus Wales gegenüber, dem er mit 3:1 unterlag.
Am zweiten Tag gab der Deutsche Fabian Schmutzler – mit 16 Jahren der zweitjüngste WM-Teilnehmer der Geschichte – sein Debüt und unterlag Ryan Meikle mit 0:3. Das Highlight des zweiten Turniertags war das letzte Spiel des Abends, in dem sich die ehemaligen Weltmeister zweier jeweils aufeinanderfolgender Jahre Gary Anderson und Adrian Lewis gegenüberstanden. Anderson gewann mit 3:1.
Am dritten Tag schied der erste gesetzte Spieler aus dem Turnier aus, der Pole Krzysztof Ratajski. Zudem spielte der Schotte William Borland in seiner Erstrundenpartie gegen Bradley Brooks ein Nine dart finish. Es war zugleich der erste 9-Darter, mit dem bei einer Weltmeisterschaft ein Match entschieden wurde. Am Folgetag spielte auch der Litauer Darius Labanauskas gegen Mike De Decker ein Nine dart finish.
In der Mittagssession des fünften Turniertages wurde erstmals im Turnier ein Match per Two-clear-Legs-Regel entschieden. Dabei setzte sich der Engländer Ross Smith gegen seinen Landsmann Stephen Bunting durch, der als zweiter gesetzter Spieler ausschied. In der Abendsession kam es zur Neuauflage des Finals der Super League 2021 zwischen Florian Hempel und Martin Schindler. Beim zweiten Aufeinandertreffen zweier Deutscher bei einer WM setzte sich dieses Mal Hempel durch. Besonders in Großbritannien war das darauffolgende Spiel zwischen Steve Beaton und Fallon Sherrock im medialen Fokus. Beaton, der seine 31. Weltmeisterschaft spielte, gewann gegen Sherrock, die bei der WM 2020 als erste Frau ein WM-Spiel gewonnen hatte.
An Turniertag sechs gab Raymond van Barneveld, einer der erfolgreichsten Spieler der PDC, sein WM-Comeback; gegen den Filipino Lourence Ilagan gewann er mit 3:0. Zuvor hatte sich der Österreicher Rusty-Jake Rodriguez bei seinem WM-Debüt gegen Ben Robb aus Neuseeland durchgesetzt. Am darauffolgenden Tag kam es zum zweiten Spiel von Florian Hempel, in welchem er den Weltranglistenfünften Dimitri Van den Bergh aus Belgien mit 3:1 schlug. Wenig später schied mit dem Südafrikaner Devon Petersen gegen Raymond Smith aus Australien ein weiterer gesetzter Spieler aus. Auch am folgenden Tag schieden zwei weitere gesetzte Spieler aus: Glen Durrant unterlag dem Iren William O’Connor, der mit einer 170 das höchste Checkout spielte, und Martijn Kleermaker eliminierte den an Position 20 gesetzten Australier Simon Whitlock.
In der Mittagssession des 23. Dezembers unterlag ein weiterer gesetzter Spieler in der zweiten Runde, der Nordire Brendan Dolan gegen den Engländer Callan Rydz. Die darauffolgende Partie zwischen Mensur Suljović aus Österreich und dem Schotten Alan Soutar ging als erstes Match über die volle Distanz. Der Schotte überstand acht Matchdarts von Suljović und spielte im entscheidenden Leg ein 144er-Checkout zum Matchgewinn. Abends siegte der vierte deutsche Teilnehmer, der an Position 25 gesetzte Gabriel Clemens, gegen den Waliser Lewis Williams mit 3:0. Im darauffolgenden Spiel trafen erneut zwei ehemalige Weltmeister in der zweiten Runde aufeinander, der Engländer Rob Cross und Raymond van Barneveld aus den Niederlanden. Im ersten Satz setzte sich van Barneveld, angefeuert durch das Publikum, durch und spielte dabei das zweite 170er-Finish der WM. Cross, der im ersten Satz nur 77 Punkte im Average gespielt hatte, kämpfte sich jedoch zurück, gewann drei Sätze in Folge und damit das Match. Kurze Zeit nach der Partie begab sich van Barneveld direkt auf sein Hotelzimmer, da er unter Atemnot und Fieber litt; kurz darauf wurde der Niederländer positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Im letzten Spiel vor Weihnachten unterlag der Österreicher Rusty-Jake Rodriguez dem Engländer Chris Dobey, obwohl er bereits mit 2:0 geführt hatte. Das Spiel zog sich nach mitteleuropäischer Zeit bis in den 24. Dezember, den Geburtstag Rodriguez’.
Nach einer dreitägigen Pause über Weihnachten begann am 27. Dezember die dritte Runde. Im ersten Spiel der Mittagssession drehte der Niederländer Dirk van Duijvenbode in seiner Partie gegen Ross Smith aus England einen 0:3-Satzrückstand und zog mit 4:3 Sätzen ins Achtelfinale ein. Michael Smith qualifizierte sich im zweiten Spiel der Session mit einem 4:2-Sieg über den Iren William O’Connor für das Achtelfinale. Das letzte Spiel am Nachmittag trugen Florian Hempel und der Australier Raymond Smith aus. Der Australier spielte in den ersten beiden Sätzen über 100 Punkte im Average und gewann die Partie mit 4:1 Sätzen. Am Abend fanden aufgrund eines weiteren positiven SARS-CoV-2-Tests von Vincent van der Voort lediglich zwei Spiele statt. Sein Gegner James Wade zog kampflos ins Achtelfinale ein. Im ersten Spiel des Abends ging es zwischen Gerwyn Price und Kim Huybrechts aus Belgien beim Stand von 3:3 Sätzen bis ins Sudden-Death-Leg. Nachdem Price im siebten Satz bereits mit 2:0 Legs geführt hatte, kämpfte sich der Belgier zurück und glich zum 2:2 aus. Doch Price behielt die Oberhand und beendete das Spiel mit seinem ersten Matchdart auf die Doppel-20. In der zweiten Partie des Abends kam es zum Duell zwischen Gabriel Clemens und Jonny Clayton. Letzterer spielte trotz einer Doppelquote von 37,5 % einen Average von 102,56 Punkten und siegte mit 4:0-Sätzen.
Der zweite Turniertag nach der Weihnachtspause begann mit einem 4:0-Sieg von Mervyn King über den Iren Steve Lennon, gefolgt von einem 4:2-Sieg von Ryan Searle über Danny Noppert. Im letzten Spiel des Nachmittags standen sich Martijn Kleermaker und Joe Cullen gegenüber. Dabei ging Kleermaker schnell mit 3:0-Sätzen in Führung und hatte im vierten Satz seinen ersten Matchdart, den er jedoch vergab. Cullen startete eine Aufholjagd und glich zum 3:3 in den Sätzen aus. Nachdem Cullen sieben Legs infolge gewonnen hatte, stoppte Kleermaker diesen Lauf mit einem 130er Finish. Danach vergab er einen weiteren Matchdart, beendete das Match aber dann mit einem Checkout auf das Bull’s Eye. Da auch Michael van Gerwen positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, zog Chris Dobey kampflos ins Achtelfinale ein, somit fanden auch an diesem Abend nur zwei Partien statt. Rob Cross aus England und der Nordire Daryl Gurney sorgten im ersten Spiel des Abends für Spannung. Zwar ging Cross schnell mit 2:0 Sätzen in Führung, doch Gurney steigerte sich und verkürzte auf 2:3 Sätze. Im Folgesatz vergab Cross vier Matchdarts und Gurney kämpfte sich in den siebten und entscheidenden Satz. Doch der Engländer behielt die Oberhand und entschied die Partie mit einem Checkout von 170 Punkten für sich. Cross spielte 13 Mal die 180 und sorgte damit für einen neuen Rekord zu dem Zeitpunkt des Turniers. Im zweiten Spiel des Abends eliminierte der Schotte Peter Wright den Australier Damon Heta. Nachdem Heta die ersten beiden Sätze für sich entschied, wechselte Wright seine Darts, spielte fortan in jedem Satz einen Average von über 100 Punkten und zog mit 4:2 ins Achtelfinale ein.
Am 29. Dezember gab es mit Dave Chisnall einen weiteren Spieler, der positiv auf SARS-CoV-2 getestest wurde, weshalb sein Gegner Luke Humphries kampflos ins Achtelfinale einzog.Chisnall withdraws from William Hill World Darts Championship abgerufen am 29. Dezember 2021 Im ersten Spiel des Tages gewann der Schotte Alan Soutar, der als Außenseiter galt, gegen den Portugiesen José de Sousa. Auch im zweiten Spiel setzte sich der Außenseiter Callan Rydz mit 4:0 Sätzen gegen Nathan Aspinall durch. Im ersten Spiel der Abendsession gewann Ian White die ersten drei Sätze gegen Gary Anderson, doch dann begann der Schotte eine Aufholjagd. White warf im sechsten Satz bei einer 2:0-Führung in den Legs seinen Matchdart in die Doppel-5 anstatt in die Doppel-20. Anschließend glich Anderson zum 3:3 in Sätzen aus und gewann auch den entscheidenden siebten Satz. Das zweite Spiel des Abends war zugleich die erste Achtelfinalbegegnung des Turniers. Dabei setzte sich der Titelverteidiger Gerwyn Price gegen Dirk van Duijvenbode mit 4:1 Sätzen durch. Das letzte Spiel des Tages war ein hochklassiges Match zwischen Jonny Clayton und Michael Smith. Clayton spielte einen Average von 102,48 und Smith von 99,84 Punkten, zudem warfen beide Spieler in Summe 25 Maxima von 180 Punkten. Das Spiel ging schließlich ebenfalls in den siebten Satz, den Smith mit 6:4 für sich entschied.