mini|alternativtext=Lachsstücke in Alufolie eingewickelt in einer mit Tassen bestückten Spülmaschine|Spülmaschinenlachs Spülmaschinenlachs (Dishwasher salmon) ist ein gesundheitlich bedenkliches, US-amerikanisches Gericht, das mit Hilfe einer im Haushalt üblichen Spülmaschine zubereitet wird. Der Lachs wird dabei in einem engen Temperaturbereich von 50 bis 60 Grad Celsius pochiert.
Geschichte Der erste Hinweis auf das Gericht findet sich auf einer Fotografie aus dem Jahr 1970. Am 21. November 1975 kochte der Schauspieler Vincent Price zusammen mit Johnny Carson in der US-amerikanischen Late-Night-Show The Tonight Show in einer bereitgestellten Spülmaschine Lachs. (englisch) (englisch) Nick Connellan meint in der Publikation Broadsheet, Spülmaschinenlachs sei eine amerikanische Erfindung der Nachkriegszeit, als Haushaltsgeräte immer mehr Einzug in das Leben hielten. Rezepte für Spülmaschinenlachs finden sich spätestens in nordamerikanischen Kochbüchern der 1980er Jahre, beispielsweise im Bear soup and Salmon Mousse-Kochbuch aus Alaska. 2002 wurde in der kanadischen Kochshow The Surreal Gourmet Spülmaschinenlachs zubereitet, wodurch das Gericht größere Bekanntheit erlangte.
Das Gericht wurde in Medien aus dem englischsprachigen Raum veröffentlicht, wie 1999 im amerikanischen Wall Street Journal und 2008 auf BBC Radio Solent, dem lokalen Radiosender des BBC für Hampshire, Dorset und die Isle of Wight. Im deutschsprachigen Raum erfreut sich das Gericht ebenso einer wachsenden Popularität.
Zubereitung Der Lachs wird zunächst möglichst dicht in Alufolie verpackt oder vakuumiert. Danach wird jeweils ein Programm in der Spülmaschine eingestellt, das Temperaturen von etwa 40 Grad Celsius zum moderaten Garen oder 50 bis 60 Grad Celsius zum Pochieren herstellt. Teilweise werden auch Temperaturen bis zu 80 Grad Celsius empfohlen. Geschirr kann währenddessen ebenso gespült werden, wenn das Lebensmittel dicht genug verpackt ist. Auch Beilagen wie Gemüse oder Gewürze können zusammen mit dem Lachs zubereitet werden. Der Vorgang gleicht dem der Zubereitung von ähnlichen Gerichten mittels Sous-vide-Garen. Andere raten hingegen dazu, das Gericht nur ohne Geschirr und ohne Spülmittel in der Spülmaschine zuzubereiten.
Ein Vorteil der Zubereitungsart ist die Energieersparnis, wenn der Lachs parallel zum Spülgang zubereitet wird.
Nachteilig ist das mögliche Übergehen von Schadstoffen aus dem Vakuumbeutel auf den Lachs oder das Eindringen von Spülmittel. Außerdem wird bei der Herstellung der Aluminiumfolie viel Energie verbraucht.
Gesundheitliche Risiken Auch wenn das fertige Gericht optisch den Anschein erweckt, gar zu sein, birgt die Zubereitung von Lebensmitteln in der Spülmaschine ein gesundheitliches Risiko. Beim Kochen geht es nicht nur darum, Lebensmittel zu erwärmen, sondern auch darum, Bakterien abzutöten. Hierzu ist es notwendig, dass eine bestimmte Mindest-Temperatur für einen gewissen Zeitraum gehalten wird. Im Falle des Lachses wären 15 Sekunden bei 63 °C notwendig. In der Regel sind Spülmaschinen nicht in der Lage, diese Temperatur konstant zu halten. Temperaturen unterhalb dieser Grenze, vor allem im Bereich um die 30–40 °C, können das Bakterienwachstum hingegen stark begünstigen. Das Resultat kann eine stark Bakterien-belastete Speise sein.
Der Unterschied zum echten Sous-vide-Garen besteht darin, dass dort zwar auch niedrigere Temperaturen verwendet werden, die Lebensmittel allerdings vakuumiert sind - und einige der Bakterien Sauerstoff benötigen, um sich zu vermehren. Außerdem lässt sich die Temperatur dabei kontrollierter anwenden. Man kann sicherstellen, dass eine bestimmte Temperatur tatsächlich erreicht wird, und dass diese auch über einen notwendigen Zeitraum gehalten wird. Beispielsweise wird Fleisch beim Sous-vide für einen Zeitraum von 90 Minuten gegart.
Einzelnachweise
Kategorie:Fischgericht Kategorie:US-amerikanische Küche Kategorie:Lachs als Thema