mini|Hagen Rether in Wangen (2008) Hagen Rether (* 8. Oktober 1969 in Bukarest, Rumänien) ist ein deutscher Kabarettist.

Leben Rether verbrachte seine frühen Kinderjahre als Sohn deutschstämmiger siebenbürgischerKonrad Klein: Hagen Rether. In: Siebenbürgische Zeitung, 1. Februar 2005. Eltern im rumänischen Bukarest und in Hermannstadt. 1973 siedelte seine Familie nach Deutschland über und zog nach Freiburg im Breisgau. Rether, der seit seinem achten Lebensjahr Klavier spielt, lebt heute in Essen, wo er Anfang der 1990er Jahre erst ein Studium an der Folkwang-Hochschule absolvierte und anschließend eine Ausbildung zum Heilpraktiker begann, die er aus Zeitmangel nicht abschloss.Hagen Rether. In: Deutschlandradio Kultur, 31. Oktober 2006

Seit 2002 ist Hagen Rether Mitglied des globalisierungskritischen Netzwerks attac.Prominente Attac-Mitglieder: Hagen Rether. In: attac.de Er ist außerdem Mitglied in der Menschenrechtsorganisation Amnesty International sowie des Vereins „Integrative Kulturarbeit e. V.“, der soziokulturelle Projekte an Schulen in den sozialen Brennpunkten des Ruhrgebiets organisiert.Martin Zehren: Deutscher Kleinkunstpreis für Hagen Rether. In: welt.de, 2008 Zudem unterstützt er Medica mondiale, für welche er mittels Ständen bei seinen Auftritten wirbt.

Kabarett mini|Hagen Rether in Starnberg (2016) mit seinem Programm Liebe fünf Bevor er mit einem eigenen Programm auf Tournee ging, war Rether von 1996 bis 2005 als Pianist im Programm von Ludger Stratmann tätig.

Mit seinem Soloprogramm „Liebe“, das er stets aktualisiert und variiert, bietet er seit 2003 scharfzüngiges, vornehmlich politisches Kabarett. Er behandelt in seinem Programm zwar auch tagespolitische Themen, legt seinen Schwerpunkt jedoch eher auf gesellschaftspolitische Themen wie Religion, Massenmedien, Kapitalismus, Konsumismus und Globalisierung.

Zu wichtigen Bereichen für seine thematischen Auseinandersetzungen zählen unter anderem die katholische Kirche, deren Skandale und die Institution des Papsttums sowie die komplexen politischen Verwicklungen der Großmächte, insbesondere die der USA. Er hinterfragt jedoch auch die Vereinnahmung von Vertretern vorgeblich linker Politik durch die Macht des Kapitals („Vorzeigelinker“) und andere Widersprüchlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens. Auch die Parodie (beispielsweise von Jürgen Rüttgers und Herbert Grönemeyer) spielt in seinem Werk eine Rolle. Personen der Zeitgeschichte und des aktuellen politischen Geschehens werden als Objekte seiner Satiren aufs Korn genommen, Massentierhaltung, Fleisch- und Milchkonsum werden von dem bekennenden Veganer heftig kritisiert. Zudem thematisierte er in den letzten Jahren häufiger die wachsende Islamfeindlichkeit, die er in der deutschen Gesellschaft, in der Politik und in den Medien beobachtet.

Markanter Bestandteil seiner Auftritte ist ein schwarzer Konzertflügel, den er bei seinen Bühnenauftritten meist parallel zu seinem Monolog ebenso scheinbar gelangweilt wie akribisch reinigt und im weiteren Verlauf sowohl für musikalische Einlagen als auch zur Begleitung seiner sprachlichen Darbietung verwendet – oder aber auch völlig ungespielt lässt. Er sitzt dabei meist nicht auf einem Klavierhocker, sondern auf einem Bürostuhl mit Armlehnen. Als Requisiten für seine Auftritte dienen, neben dem obligatorischen Glas Wasser mit Wasserflasche, einem Putzlappen und einer Sprayflasche mit Reinigungsmittel, häufig auch ein Baseballschläger und einige Bananen, von denen er während seiner Vorstellungen hin und wieder eine oder mehrere verzehrt.

Hagen Rether war mehrfach zu Gast in Kabarettsendungen wie den Mitternachtsspitzen (WDR), Neues aus der Anstalt (ZDF) und dem Satire Gipfel (Das Erste).

Auszeichnungen 2003: Fohlen von Niedersachsen 2003: Tegtmeiers Erben Jurypreis 2004: Stuttgarter Besen in Gold und Publikumspreis 2004: Prix Pantheon – Jurypreis Frühreif & Verdorben (geteilt mit Serdar Somuncu) 2004: Paulaner Solo 2004: Tollwood-Festival München – Kleinkunstpreis 2004: Passauer ScharfrichterBeilHagen Rether. In: siebenbuerger.de 2004: Zeck-Kabarettpreis – Newcomerpreis Fresh Zeck 2005: Bayerischer Kabarettpreis Senkrechtstarter In: lustspielhaus.de 2005: Deutscher Kleinkunstpreis Förderpreis der Stadt Mainz 2005: Sprungbrett (Förderpreis des Handelsblattes) 2007: Wilhelmshavener Knurrhahn 2008: Deutscher Kleinkunstpreis in der Kategorie Kabarett 2008: Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis mit Liebe von und mit Hagen Rether (3sat/ZDF) In: grimme-institut.de 2010: Deutscher Kabarettpreis 2010: Schweizer Kabarett-Preis Cornichon„Cornichon“ geht an deutschen Kabarettisten Hagen Rether. In: swissinfo.ch, 11. März 2010 2010: Zeck-Kabarettpreis – Hauptpreis ZECKDie Gewinner des ZECK-Internetpreises 2010. In: kabarettlive.de 2011: Nordrhein-Westfälischer Kleinkunstpreis „Bocholter Pepperoni“ 2011: Benennung eines Asteroiden nach ihm: (233653) Rether 2013: Deutsch-Türkischer-Freundschaftspreis „Kybele“Hagen Rether. In: astrid-hennig.de

Diskografie

1999: Hauptsache ich werde gehört. Hagen Rether spielt Klavier 2005: Liebe. Random House Audio, ISBN 3-86604-162-4. 2007: 3. Politischer Aschermittwoch 2007. ISBN 978-3-931265-65-6. 2007: Liebe zwei. Random House Audio, ISBN 978-3-86604-711-2. 2010: Liebe 3. Random House Audio, ISBN 978-3-8371-0388-5. 2012: Liebe 4. Random House Audio, ISBN 978-3-8371-1466-9. 2014: Liebe fünf. Random House Audio, ISBN 978-3-8371-2539-9. 2016: Liebe 6. Random House Audio, ISBN 978-3-8371-3520-6. 2018: Liebe 7. Random House Audio, ISBN 978-3-8371-4354-6.

Weblinks

hagen-rether.de

Einzelnachweise

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