Die Wilhelm-Busch-Schule ist eine Städtische Gemeinschaftsgrundschule im Hildener Süden. Sie ist eine von 75 Grundschulen im Kreis Mettmann in Nordrhein-Westfalen. Davon sind 57 Gemeinschaftsgrundschulen, 2 evangelische Grundschulen und 16 katholische Grundschulen. Die Wilhelm-Busch-Schule unterrichtet an zwei Standorten (Richrather Straße 134 und Zur Verlach 42).
Übersicht Die Wilhelm-Busch-Schule unterrichtet im Hildener Süden an zwei Standorten: Richrather Straße 134. (GPS-Koordinaten NS=51.15764, EW=6.93886) und Zur Verlach 42 (GPS-Koordinaten: NS=51.15383, EW=6.94766)
Beide Standorte haben Ganztagsklassen. Die 290 Schüler gehen in zwölf Klassen. Die Schule ist dreizügig.
Am Hauptstandort „Zur Verlach 42“ stehen in einem Gebäude von 1961 vier Klassenräume und zwei Betreuungsräume zur Verfügung. Dazu kommt ein Mensaraum, das Zimmer für den Rektor und die Sekretärin.
In der „Richrather Straße 134“ gibt es acht Klassenräume, vier Betreuungsräume und zwei Mensaräume. Sie teilen sich auf in den Altbau von 1900, den Erweiterungsbau von 1960, den Anbau von 1990 und den Modulbau von 2020. Bis zum Bau des Modulbaus stand im Schulhof noch ein Pavillon aus Holz. Er wurde 1975 von der ehemaligen Bürgermeisterin Ellen Wiederhold gespendet. Er wurde zuerst als Schulhort und am Ende mit zwei Ausweichklassenzimmern genutzt.
Die Standorte bieten zudem Gruppen mit Offener Ganztagsschule (OGS-Klasse) in den Betreuungsräumen an. Dabei werden die Schüler am Vormittag gemeinsam unterrichtet und dürfen dann je nach Wahl des Betreuungsangebotes unterschiedlich nach Hause gehen. Für detaillierte Informationen siehe die Homepage der Wilhelm-Busch-Schule.
mini|hochkant|Hilden Richrather 218 (1. Standort ev. Schule) mini|Hilden Anton-Schneider-Weg
Geschichte Richrather Straße 218, 1872 bis 1900 Die erste evangelische Volksschule im Hildener Süden, auf die die Wilhelm-Busch-Schule zurückgeht, wurde am 11. Oktober 1872 damals an der Richrather Straße 218 eingeweiht und eröffnet. (GPS-Koordinaten NS=51.15194, EW=6.94013)
Die neu errichtete Schule hatte die amtliche Bezeichnung Evangelische Volksschule zu Neuenhaus. Die evangelische Volksschule hatte zunächst nur einen Klassenraum für alle Jahrgänge. Die Schülerzahl betrug bei ihrer Eröffnung 71 Kinder (37 Jungen und 34 Mädchen).
Als erster Lehrer wurde Anton Schneider (* 13. März 1847 in Großrechtenbach bei Wetzlar; † 14. Mai 1910 in Hilden) berufen. Weibliche Handarbeiten wurden von Lehrerin, Fräulein Johanne Grabner, mit zwei Stunden pro Woche übernommen.
Paritätische Schule Ende der 1870er Jahre wurde verstärkt die Einrichtung von Simultanschulen (auch paritätische Schulen) angestrebt. In ihnen sollten Schüler unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit unterrichtet werden. 1876/77 genehmigte die Königliche Schulbehörde den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung die evangelische und katholische Schulen Neuenhaus (an der Richrather Straße) am 1. Mai 1877 in paritätische Schulen umzuwandeln.
Am 1. Juli 1873 eröffnete als zweite Volksschule im Hildener Süden die Katholische Schule zu Neuenhaus an der Richrather Straße 184. Von 1. Mai 1877 bis 1. Mai 1891 war die Schule mit der katholischen Schule am Neuenhaus (heute Astrid-Lindgren-Schule, Städtische Katholische Grundschule, Richrather Straße 186) zu einer zweiklassigen, paritätischen Schule vereint.
Nach der konfessionellen Trennung am 1. Mai 1891 wurde die Schule wieder konfessionell evangelisch und einklassig. Ab 28. November 1898 wurde sie in Evangelische Schule zu Hilden am Richrather Weg umbenannt.
Zweite Klasse im Haus Tillmann Um eine zweite Klasse einrichten zu können, wurde ab 1. August 1899 in der Gaststätte „Haus Tillmann“ an der Richrather Straße 156 ein Raum gemietet. Der Klassenlehrer der zweiten Klasse war Gustav Grünewald aus Viersen. Die Schule besuchten 131 Kinder.
Richrather Straße 134 1900 bis 1939 mini|Hilden Richrather 134, Wilhelm-Busch-Schule (1900) mini|Hilden Richrather 134, Wilhelm-Busch-Schule-Straßenseite
Die Ausschreibung des Neubaus erfolgte am 10. August 1899 durch den ersten Beigeordneten Fritz Gressard. Das neue Schulhaus, der Backsteinbau der zweiklassigen evangelischen Schule an der Richrather Straße 134, wurde am 8. Oktober 1900 bezogen.
Einrichtung der dritten Klasse Mit Beginn des Schuljahres erfolgte am 1. April 1908 die Einrichtung der dritten Klasse in zwei Räumen. Wilhelm Rohm, der Klassenlehrer der dritten Klasse, unterrichtete im Wechselunterricht.
Der Erweiterungsbau mit zwei weiteren Klassenräumen, mit dem im Herbst 1907 begonnen worden war, wurde am 25. Juni 1908 bezogen; Die Schule erhielt nunmehr in der Person des bisherigen 1. Lehrers Schneider einen Hauptlehrer. Die Schülerzahl war inzwischen auf 216 angewachsen. An der Schule wirkten: Hauptlehrer Johann Platt, Lehrer Wilhelm Ernst Rohm († 27. Mai 1970), Lehrer Otto Heinrichs.
Nach dem Tode von Hauptlehrer Anton Schneider wurde 1910 Johann Platt der neue Hauptlehrer der evangelischen Schule in der Südstadt.
Vierklassige Organisation Am 10. Dezember 1918 wurde die Schule vierklassig.
Am 20. Juli 1928 gründete sich der Vorläufer des Schulvereins, als Teil der Schulpflegschaft.
Lehrer Wilhelm Rohm wurde am 1. November 1930 neuer Hauptlehrer der Schule.
Die oberen Klassen der Volksschule unternahmen Mehrtagesfahrten: z. B. „Neun-Tage-Fahrt zum Meer an die Nordsee, Cuxhaven-Duhnen“; „Fünftägige Wanderfahrt ins Siebengebirge“; „Besuch auf Schloss Augustusburg (Brühl)“. In manchen Jahren besuchten sie den Flughafen Düsseldorf.
„Deutsche Schule Richrather Straße“. Zeit während des dritten Reichs 1939 bis 1945 Achtstufige evangelische und katholische Schule Am 18. April 1939 erfolgte die Umbenennung in Deutsche Schule Richrather Straße. Die beiden Volksschulen (katholisch und evangelisch) an der Richrather Straße 134 und 186 wurden von 1. April 1939 bis 1945 zusammengelegt und verschmolzen. Die Schule war jetzt achtstufig. Die Klassenstärke betrug 1940 54 bis 63 Kinder.
In der Schulchronik wird hervorgehoben: „Im Mittelpunkt der neuen Schule steht der völkische Gedanke. Deutsche Menschen so heranzubilden, wie sie der Führer braucht, ist die höchste Aufgabe aller Erzieher und Erzieherinnen. Der völkische Staat hat seine gesamte Erziehungsarbeit in erster Linie nicht auf das Aneignen bloßen Wissens einzustellen, sondern auf das Heranzüchten kerngesunder Körper. Erst in zweites Linie kommt dann die Ausbildung der geistigen Fähigkeiten. Hier aber wieder an der Spitze die Entwicklung des Charakters, besonders die Förderung der Willens- und Entschlusskraft, verbunden mit der Erziehung zur Verantwortungsfreudigkeit, und erst als Letztes die wissenschaftliche Schulung.“
Im Entlassungszeugnis stand 1940: „Der Schüler wird mit den besten Wünschen für die Zukunft aus der Volksschule entlassen. Treue, Gehorsam, Kameradschaft, Bescheidenheit: das sollen die Prinzipien sein, die immer mehr unser Lebensgebot zu werden haben.“
Während der NS-Zeit war angeordnet: „Entschuldigungsschreiben, die von der Mutter des Kindes unterschrieben sind, haben keine Gültigkeit. Entschuldigungen müssen vom gesetzlichen Vertreter (Vater, Pflegevater oder Vormund) unterschrieben sein. Nur wenn der gesetzliche Vertreter tot oder ortsabwesend ist, tritt die Mutter an die Stelle des gesetzlichen Vertreters.“.
Zur Durchführung eines gesicherten Luftschutzes wurden ab 24. Oktober 1939 zwei Klassenräume als Luftschutzkeller eingerichtet.
In den Ferien wurden die Kinder zum Suchen von Kartoffelkäfer-Larven auf Kartoffelfelder und von Schädlingen auf Tomatenkulturen geschickt. Vom 24. September bis 11. Oktober 1940 und vom 19. September 1942 bis 7. Oktober 1942 waren Kartoffelferien. Die Kinder gingen zur Kartoffelernte auf die Felder.
Während der Kriegszeit züchteten die Kinder der „Deutschen Schule Richrather Straße“ von 1942 bis 1945 Seidenraupen. Die Seide diente zur Produktion des dringend benötigten Stoffs für Fallschirme. Nach Anpflanzung von 600 Sträuchern Maulbeerpflanzen erhielt die Schule Ende Mai 1942 fünf Gramm Seidenspinnerbrut, aus denen sich in wenigen Tagen etwa 5.000 Seidenraupen entwickelten. Die Raupen wurden auch während der Ferienzeit gefüttert. Nachdem im Sommer 1944 weitere acht Gramm Seidenspinnerbrut ankamen, wurde während der Ferien ein Klassenzimmer als Zuchtraum genutzt. Rektor Rohm nahm dazu am 19. Juli 1944 an einem Seidenraupen-Züchtungs-Lehrgang teil.
Weil sich im Kreis Düsseldorf-Mettmann die Diphtherie ausbreitete fand am 28. November 1940 die erste Diphtherie-Impfung für alle Kinder unter 14 Jahren statt.
Zum Schuljahr 1941/1942 wurde der Schuljahresbeginn von Ostern auf den Herbst nach den Sommerferien verlegt. Der Stichtag für Schulanfänger wurde vom 1. April auf den 1. Oktober gelegt. Kinder, die davor geboren waren, wurden schulpflichtig.
Die Einführung der lateinische Normalschrift als Ausgangsschrift wurde im September 1941 angeordnet. Bisher schrieben Lehrer und Schüler mit der Sütterlinschrift als Ausgangsschrift für das Erlernen der Schreibschrift von Schreibanfängern. Die bisherigen Fibeln wurden durch Kriegsfibeln „Des Kindes Heimat“ ausgetauscht.
Ab 1941 wurden bis zu 70 Kinder wegen den zunehmenden Luftangriffen in Kinderlandverschickung (KLV) nach Gleiwitz, Breslau, Karlsbad, Teplitz und Würzburg verschickt. Die Kinder waren gut untergebracht, und für ausreichende Verpflegung, Beschulung war bestens gesorgt. Die Kinder kamen gut erholt zurück.
In den Heeresdienst wurden 1942 die Lehrer Wilhelm Franke († 1. Oktober 1942) und Waldhoff abkommandiert.
In den Monaten März und April 1943 hatte der Unterricht durch feindliche Flieger, die tagsüber und nachts in das Gebiet um Hilden einflogen, sehr zu leiden. An den Schulgebäuden wurde ein Dach abgehoben, einige Scheiben wurden zertrümmert und die Fenster- und Türrahmen waren beschädigt.
Das Schuljahr 1943/1944 begann am 30. Juli 1943 mit 294 Kinder (155 Knaben und 139 Mädchen, Klassenstärke 42 bis 56 Kinder). Zur Schule gehörten offiziell noch weitere 121 Kinder (59 Knaben und 62 Mädchen), die während der Ferien 1943 ins Dorf Affalter, einem Ortsteil von Lößnitz im Erzgebirge in Sachsen evakuiert worden waren.
Während der ganzen Kriegszeit suchten die Kinder Kartoffelkäfer-Larven, sammelten Heilkräuter, Flaschen (5162 Flaschen), Altpapier und beteiligten sich an der Altmetallspende. Von den Kindern der Schule Richrather Straße wurden zwischen September bis November 1943 insgesamt 270 Halbtage „Landhilfe“ als Erntehelfer geleistet.
Gegen Ende 1944 wurden die älteren Kinder per Kinderlandverschickung (KLV) aus den vom Luftkrieg bedrohten deutschen Städten, darunter auch aus Hilden längerfristig in weniger gefährdete Gebiete untergebracht. Nur noch die jüngeren Kinder der unteren vier Klassen wurden in den Gebäuden der ehemaligen katholischen Schule Richrather Straße 186 schulisch betreut, sogar auch während des Luftalarms im Luftschutzkeller. Die Gebäude an der Richrather Straße 134 waren durch Militär beschlagnahmt worden.
Zu Beginn des Schuljahres 1944/1945 am 18. August waren wieder alle Kinder in Hilden. Es wurden 56 bis 77 Kinder in einer Klasse unterrichtet.
Wegen des Herannahens der US-Truppen ruhte der Unterricht von Anfang April 1945 an. Die US-Truppen nahmen am 18. April 1945 die Stadt Hilden ein und besetzten sie.
Evangelische Schule an der Richrather Straße, Nachkriegszeit, 1945 bis 1961 Zunächst vierstufig Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen am 17. August 1945 die vier Grundschulklassen der Volksschule wieder den Unterricht auf. Mit der vorläufigen Leitung wurde Lehrer Bollwahn betraut. Es herrschte überall Mangelwirtschaft. Nach Abzug des Militärs aus dem Standort Richrather Str. 134 war die Schule verwahrlost. Handwerker arbeiteten nur noch, wenn sie dafür Lebensmittel bekamen.
Auf Grund der Elternabstimmung wurde am 20. Juli 1946 die konfessionelle evangelische Schule wieder eingeführt. Die Leitung der Evangelische Schule an der Richrather Straße hatte Werner Bollwahn.