Die Richard Köstner AG, meist nur Köstner genannt, ist eine familiengeführter Mittelständler bestehend aus neun Standorten mit Hauptsitz in Neustadt an der Aisch. Die Holding ist mit ca. 540 Mitarbeitenden einer der großen Arbeitgeber der Region. Der Geschäftsbetrieb umfasst den Großhandel mit Produkten aus den Bereichen Stahl und Metall, Sanitär und Heizung, Tore, Türen und Antriebe, Haustechnik und Heizung, Dachfenster, Werkzeuge und Maschinen, Garten- und Forsttechnik, Befestigungs- und Sicherheitstechnik, Haushaltswaren und Geschenke sowie Hochzeitstische. Seit Januar 2001 firmiert die Firma Richard Köstner als nicht börsennotierte Aktiengesellschaft und seit 2012 machte das Unternehmen durchgängig Jahresumsätze von mehr als 100 Millionen Euro.

Geschichte Gründung und Entwicklung 1934 erwarb der Firmengründer Richard Köstner in Neustadt an der Aisch in der Wilhelmstraße 26 eine Eisen- und Kohlenhandlung mit zwei Angestellten. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dadurch erzwungener Pause wurde das Geschäft wieder aufgenommen und rasch vergrößert. So wurde 1959 in der Birkenfelder Straße (heute: Karl-Eibl-Straße) ein Grundstück von 6000 m² erworben. 1960 entstand dort bereits der erste Teil einer Stahlhalle, die 1972 verlängert wurde. Zuerst wurden sowohl die Niederlassung in der Wilhelmstraße als auch die in der Karl-Eibl-Straße gleichzeitig ausgebaut, später verlagerte sich der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit, insbesondere der Großhandelsaktivitäten, zunehmend in die letztere.

Nach dem frühen Tod des Firmengründers im Jahr 1967 übernahm sein Schwiegersohn Rudolf Teltschik die Geschäftsführung. Er stellte die Firma mit den neuen Sortimentsbereiche Sanitär, Bauelemente und Gartenzubehör, wie Werkzeug und Rasenmäher, breiter auf, um das Geschäft stärker gegen die starken Schwankungen der Stahlbranche zu diversifizieren.

Expansion bis heute 1997 trat der Sohn von Rudolf Teltschik, Dr. Norbert Teltschik, in die Geschäftsleitung ein, woraufhin sich der alte Geschäftsführer nach und nach zurückzog. Unter seiner Führung expandierte die Firma zum ersten Mal auch über die Grenzen des Neustädter Landkreises hinaus. So wurde 1998 ein Sanitärgroßhandel in Ansbach übernommen und 2002 kam dann ein modernes Stahllager in Plauen dazu, das seither als rechtlich selbständige GmbH unter der Bezeichnung „Köstner Stahlzentrum“ geführt wird. Im selben Jahr starb auch Anni Köstner, die Witwe des Firmengründers, welche nach dem Tod ihres Mannes die Geschäfte beeinflusste, im Alter von 86 Jahren. 2005 wurde der Stahlhandel von Neustadt nach Diespeck in ein neues Lager umgesiedelt. In den darauffolgenden Jahren kamen weitere Standorte in Bamberg, Eibelstadt, Forchheim, Lichtenfels und Selb hinzu.

Im Jahre 2013 wurde der erste von drei Bauabschnitten in der Firmenzentrale in Neustadt fertiggestellt. Das Hochlager wurde zwei Jahre später durch den zweiten Abschnitt, ein Lager für Sanitär, ergänzt. Während der Feier zum 90-jähriges Bestehen 2024 war der letzte Bauabschnitt bereits in vollem Gange und am 15. März 2026 wurde dann nach 2-jähriger Bauzeit schließlich der Bau, welcher die bestehende Verwaltung und Verkaufsflächen ergänzte, eingeweiht. Das neue Gebäude umfasst auf 3.000 m² die Geschäftsleitungen der Köstner Fachzentrum GmbH und Köstner Servicezentrum GmbH. Neben den 220 Mitarbeitern beherbergt das Gebäude auch einen sogenannten Eisspeicher sowie PV-Anlagen, die eine nachhaltige Versorgung mit Wärme und Strom sichern.

Mit Stand 2026 zählt die Richard Köstner AG an ihren 9 Standorten 540 Mitarbeiter, darunter 25 Auszubildende.

Firmenstruktur Die Firmengruppe ist als Holding aufgebaut und ist unterteilt in drei Unternehmen: Köstner Stahlzentrum GmbH, Köstner Fachzentrum GmbH und Köstner Servicezentrum GmbH.

Köstner Stahlzentrum GmbH Diese Firmengruppe, geleitet von Andreas Heilmann, hat sich auf das Kerngeschäft der Firma, den Stahl- und Metallhandel, spezialisiert. Das Unternehmen sitzt in 5 Standorten in Bamberg, Diespeck, Eibelstadt, Plauen und Selb, wobei letztere von der Tochterfirma MB Stahltechnik GmbH vertrieben wird.

Köstner Fachzentrum GmbH Diese Firma, unter Geschäftsführer Karl Vogel, ist auf eine Vielzahl an Produkten im Bereich Handwerk und Industrie fokussiert. An den 4 Standorten unterscheiden sich die Sortimente teils erheblich, so werden in Ansbach Haustechnik, Bäder und Sanitär verkauft, während in Forchheim das Tochterunternehmen Prechtel AG Werkzeuge, Maschinen, Schließanlagen, Arbeitsschutz, Eisenwaren und Befestigungstechnik anbietet. In Lichtenfels wiederum hat sich die 2021 übernommene Fuhrmann GmbH auf Tore, Türen, Antriebe und Zäune spezialisiert, während in Neustadt alle diese Bereiche vertreten sind.

Köstner Servicezentrum GmbH Dieses Unternehmen ist die jüngste der drei Töchter und wird seit 2026 von Gero Gembruch geführt. Sie behandelt das Marketing, interne Verwaltung sowie HR- und IT-Themen der Firmengruppe und operiert aus der Firmenzentrale in Neustadt heraus.

Auszeichnungen 2006: Unternehmen mit Weitblick, verliehen durch den damaligen Bundeswirtschaftsminister Franz Müntefering für die Beschäftigung älterer Mitarbeiter 2007: Bayerns Best 50, verliehen durch das Bayerische Wirtschaftsministerium für ein überproportionales Umsatzwachstum und einen deutlichen Anstieg der Beschäftigungszahl 2010: Bayerns Best 50 2011: Europe’s 500 2013: Bayerns Best 50 2022: Bayerns Best 50 2024: Rating for Sustainability, verliehen durch das Deutsche Institut für Nachhaltigkeit und Ökonomie auf Grundlage einer Nachhaltigkeitsprüfung in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Sozialkompetenz. 2025: Rating for Sustainability

Einzelnachweise

Kategorie:Organisation (Neustadt an der Aisch) Kategorie:Unternehmensgründung 1934