mini|hochkant|Friedensplatz (2018) mit dem Wachsamen Hähnchen (Blick nach Osten) Der Friedensplatz, vormals Kurienplatz und Kardinal-Hengsbach-Platz, ist ein zentraler Platz im Essener Stadtkern.

Charakter und Lage Der Friedensplatz liegt im Essener Stadtkern westlich des Essener Münsters zwischen dem größeren Kennedyplatz im Westen und der Fußgängerzone Kettwiger Straße im Osten. Südlich wird er vom Blum-Haus und nördlich vom C&A-Geschäftshaus (heute Primark) flankiert. Am westlichen Ende des Platzes steht das Denkmal des Wachsamen Hähnchens, mittig des Platzes verläuft eine Brunnenanlage.

Der Friedensplatz gehört zu mehreren Essener Plätzen, auf denen jährlich der Essener Weihnachtsmarkt veranstaltet wird.

Geschichte 1930 bis 1994: Kurienplatz Im Bereich des späteren Platzes verlief ursprünglich die Surmanngasse. Nach 1912, und bis zu den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, wurde ihr Name auch für die westlich bis zum III. Hagen verlaufende Fortführung des Straßenzugs benutzt, die dort bis dahin Gerichtsstraße hieß.

Nach baulichen Veränderungen in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre, insbesondere der Errichtung des Blum-Hauses, entstand der Kurienplatz, der seinen Namen offiziell am 31. Mai 1930 erhielt. Er war nach der Harach’schen Kurie benannt, einem ehemaligen Wohnhaus der Essener Stiftsdamen, das sich an der Stelle des heutigen Baedekerhauses befand. Dieses Wohnhaus wurde 1817 von Gottschalk Diedrich Baedeker, dem Gründer des G. D. Baedeker Verlags erworben.Baedekerhaus in der Denkmalliste der Stadt Essen (PDF; 564 kB); abgerufen am 23. Juli 2021

1934 wurde am westlichen Ende des Platzes das Denkmal des Wachsamen Hähnchen, als Wahrzeichen und Kriegerdenkmal an Essener Gefallene im Ersten Weltkrieg aufgestellt, welches sich bis zunächst auf dem Kornmarkt befand.

1980 wurde der Platz umgestaltet. Dabei ließ die Stadt Essen die noch heute vorhandene Brunnenanlage City River errichten, die im Zuge der Eröffnung des Neubaus des nördlich angrenzenden C&A-Geschäftshauses (heute Primark) in Betrieb genommen wurde. So kam es, dass sich die Brunnenkammer im Keller des Geschäftshauses befand.

1994 bis 2024: Kardinal-Hengsbach-Platz Am 18. Mai 1994 wurde der Platz nach dem 1991 verstorbenen Kardinal Franz Hengsbach benannt, der 1957 zum ersten Bischof von Essen (auch Ruhrbischof) ernannt und 1988 zum Kardinal erhoben wurde.

Der Rat der Stadt Essen beschloss am 30. September 2020 die Sanierung der inzwischen reparaturanfälligen Brunnenanlage. Da die Brunnenkammer aufgrund des Alters nicht mehr nutzbar war, wurde ein erhöhter Aufwand deutlich. Die Brunnenkammer wurde aus dem Primark-Geschäftshaus entfernt und in einer neuen Pumpenkammer mit Wasserreservoir und Technikraum in der Kettwiger Straße integriert. Seit 2. Juli 2021 ist der Brunnen wieder in Betrieb. Die Sanierungskosten beliefen sich auf über 400.000 Euro.Brunnenanlage auf dem Kardinal-Hengsbach-Platz wieder in Betrieb. In: Pressemeldung der Stadt Essen v. 2. Juli 2021

Seit 2024: Friedensplatz Nachdem das Bistum Essen und Bischof Franz-Josef Overbeck am 19. September 2023 die Öffentlichkeit darüber informierten, dass Vorwürfe gegen Kardinal Franz Hengsbach wegen sexueller Übergriffe an Minderjährigen in den 1950er und 1960er Jahren untersucht werden, forderten Oberbürgermeister Thomas Kufen und die Initiative Maria 2.0 eine Umbenennung des Platzes.Nach Missbrauchsvorwürfen: Kardinal-Hengsbach-Platz in Essen soll umbenannt werden. In: wdr.de, 20. September 2023, abgerufen am 21. September 2023.

Am 24. Januar 2024 hat der Hauptausschuss der Stadt Essen die Umbenennung des Kardinal-Hengsbach-Platzes in Friedensplatz beschlossen, so dass mit der Veröffentlichung im Amtsblatt vom 2. Februar 2024 die Namensgebung rechtskräftig wurde.Hauptausschuss der Stadt Essen beschließt Umbenennung des Kardinal-Hengsbach-Platzes; In: Pressemitteilung der Stadt Essen vom 24. Januar 2024Stadt Essen benennt Kardinal-Hengsbach-Platz um In: Kirche+Leben, 24. Januar 2024, abgerufen am 26. Januar 2024.

Im März 2026 erhielt er Sitz- und Pflanzmöbel für eine verbesserte Aufenthaltsqualität.Neue Sitz- und Pflanzmöbel werten Kopstadtplatz und Friedensplatz auf; In: Pressemeldung der Stadt Essen vom 14. Juli 2026

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtkern (Essen) Kategorie:Platz in Essen Kategorie:Platz in Europa Kategorie:Erbaut in den 1920er Jahren