Mario ist eine von Shigeru Miyamoto erfundene Videospielfigur der Firma Nintendo und zugleich ihr Maskottchen. Er ist Protagonist und namensgebender Held der erfolgreichen Videospielreihen Super Mario, Mario Kart und Mario Party. Die Spielfigur taucht – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nur in Spielen für Nintendo-Spielkonsolen auf. Mit über 700 Millionen verkauften Mario-Spielen bilden diese das bisher erfolgreichste Computerspiel-Franchise. 2005 wurde Mario mit einem Stern auf dem Walk of Game geehrt.
Bei Mario handelt es sich um einen schnauzbärtigen, etwas klein gewachsenen und dicklichen italienischen Klempner mit blauer Latzhose, rotem Hemd und roter Schirmmütze mit einem M-Symbol, dessen typische Aussprüche „Mamma mia“ und „It’s-a-me, Mario“ sind. mini|Marios Emblem, das er auf seiner Mütze trägt mini|Mario-Statue bei Nintendos schwedischer Niederlassung in Kungsbacka (Die Farbgebung der Kleidung entspricht der aus Super Mario Bros. 2 von 1989.)
Geschichte mini|Takashi Tezuka, Shigeru Miyamoto und Kōji Kondō am 13. September 2015 auf dem Super Mario 30th Anniversary Festival in Shibuya, Tokio
Erstmals als Spielfigur Jumpman im erfolgreichen Arcade-Spiel Donkey Kong aufgetaucht, erlangte die Figur Mario weltweite Bekanntheit durch die Jump-’n’-Run-Spiele der Reihe Super Mario für Nintendo-Heimkonsolen.
Durch Erweiterung der Bewegungsfreiheit der Spielfigur wurde die Reihe stetig weiterentwickelt und übte entscheidenden Einfluss auf das Jump-’n’-Run-Genre aus. Durch gute, leicht zugängliche Spielbarkeit und durchdachtes Leveldesign wurde eine große Popularität der Mario-Spiele und damit der Figur Mario erreicht, die durch Merchandising und Medienpräsenz erweitert und kommerziell genutzt wurde. So gelang es, durch die hohe Nachfrage nach Mario-Software auch die entsprechenden Nintendo-Spielkonsolen am Markt zu etablieren. Heute ist Mario ein fester Bestandteil im Katalog der globalen Alltags-Ikonen.
Anfänge Donkey Kong (1981)
1979 versuchte der japanische Spielehersteller Nintendo durch Herstellung und Vertrieb münzbetriebener Arcade-Automaten in den USA Fuß zu fassen. Das in Japan erfolgreiche Arcade-Spiel Radar Scope verhalf dem neu gegründeten Tochterunternehmen Nintendo of America (NoA) jedoch nicht zum erhofften Durchbruch, es wurden nur 1000 der 3000 hergestellten Geräte verkauft. Nintendo-Präsident Hiroshi Yamauchi wandte sich daraufhin an den jungen Nintendo-Spieleentwickler Shigeru Miyamoto und betraute ihn mit der Entwicklung eines neuen Spiels, das in die übrig gebliebenen Radarscope-Automaten eingebaut werden sollte. Mit einem Popeye-Spiel, so hoffte man, sollte sich der gewünschte Erfolg in Amerika einstellen. Jedoch verlor Nintendo die Rechte an der Figur Popeye vor der geplanten Veröffentlichung des fertigen Spiels.
Daraufhin erhielt Miyamoto den Auftrag, ein Spiel auf der Grundlage seiner eigenen Ideen zu entwerfen. Miyamoto entwickelte das Spiel Donkey Kong, das von einem Zimmermann (Klempner wurde Mario erst ab Mario Bros.) handelt, dessen Freundin von einem Gorilla namens Donkey Kong entführt wurde. Es ist Aufgabe des Spielers, den Zimmermann zu steuern, ihn Fässern und anderen Objekten ausweichen und Leitern erklimmen zu lassen, um Donkey Kong schließlich einzuholen und die Freundin zu retten. Mit dem noch namenlosen Zimmermann wollte Miyamoto eine einfache Figur entwerfen, mit der sich die Spieler identifizieren konnten.
Das Design als dicklicher Schnurrbartträger mit Knollennase in blauem Overall und roten Latzhosen mit roter Kappe war stark beeinflusst von den technischen Begrenzungen der Hardware, die nur 16×16 Pixel für die Spielfigur erlaubte. Der Schnurrbart war besser darstellbar als ein Mund und bildete die Begrenzung der dicken Nase. Die bunte Kleidung bildete einen guten Kontrast mit dem schwarzen Hintergrund, und der Overall diente der Unterscheidung von Körper und Armen, damit man deren Bewegung erkannte. Durch die Kappe war es nicht nötig, die Bewegung von Marios Haar darzustellen, wenn er sprang. 1981 fertiggestellt, wurde Donkey Kong mit über 65.000 verkauften Automaten zum erfolgreichsten Arcade-Spiel nach Pac-Man und brachte Nintendo of America den ersehnten Durchbruch.
Ursprünglich wollte Miyamoto seine Spielfigur Mr. Video nintendo.com. (englisch) – Interview mit Mario-Schöpfer Shigeru Miyamoto. nennen. Man entschied sich bei Nintendo zunächst aber für den Namen Jumpman, bis der Präsident von Nintendo of America, Minoru Arakawa, die Idee zur Umbenennung in Mario hatte. Angeregt wurde der neue Name und die italienische Abstammung der Spielfigur durch Ähnlichkeiten mit dem Vermieter des Nintendo-Gebäudes, Mario Segale.Steven L. Kent: The Ultimate History of Video Games. 2001, ISBN 0-7615-3643-4, S. 159. – Die Herkunft des Namens wird auch bei David Sheff beschrieben. Dort ist der Nachname des Immobilienbesitzers aber falsch als Segali angegeben. Vgl. Benji Edwards: The True Face of Mario. 25. April 2010 (englisch) Die Farbkombination von Overall und Hose wurde in späteren Spielen von blau-rot in rot-braun und schließlich in rot-blau umgeändert. Trotz immer leistungsfähigerer Videospiel-Hardware und den damit verbundenen verbesserten Möglichkeiten realistischer grafischer Darstellung hat Mario sein comichaftes Aussehen bis heute behalten. In den letzten Jahren kehrte man, nach einer geringfügig realistischeren Darstellung in Super Mario Sunshine, in dessen Nachfolger Super Mario Galaxy sogar zu etwas comichafteren Proportionen zurück.
Mario Bros. (1983)
Nach einem weiteren Auftritt in Donkey Kong Jr. tauchte Mario 1983 in Mario Bros. erstmals als titelgebender Protagonist auf. Nachdem ein Kollege geäußert hatte, dass Mario mehr nach einem Klempner als nach einem Zimmermann aussehe, änderte Miyamoto Marios Beruf entsprechend um. Im neuen Spiel, das ursprünglich Pipe Jump heißen sollte, ist es Aufgabe Marios und seines Bruders Luigi, der dünn und bis auf die Farbe (grün) genauso angezogen war, unterirdische Rohrleitungen von Schildkröten, den späteren Koopas, Krabben und anderem Getier in elf unterschiedlichen Levels, die sich wiederholen, zu befreien. Diese tauchen aus Röhren am Bildschirmrand auf und bewegen sich über Plattformen. Wahlweise zu zweit oder einzeln steuern die Spieler Mario und Luigi, die von unten gegen die Plattformen springen müssen, auf denen sich Gegner befinden, um diese auf den Rücken zu drehen und anschließend mit einem Tritt von der Bildfläche zu befördern. Wie Donkey Kong wurde Mario Bros. auf diversen Heimkonsolen veröffentlicht. 2002 wurden einige NES- und SNES-Spiele als Super-Mario-Advance-Spiele für den Game Boy Advance veröffentlicht, neben dem eigentlichen Spiel (z. B. Super Mario World) ist in jedem Modul auch Mario Bros. enthalten. Und obwohl sich der Erfolg in Grenzen hielt, sollte es für die beiden Klempnerbrüder nicht der letzte Auftritt sein.
Aussehen Name, Aussehen und Charakterisierung waren anfangs diversen Veränderungen unterworfen und stabilisierten sich schrittweise. Im Arcadespiel Mario Bros. von 1983 tritt Mario erstmals in blauer Hose und rotem Hemd auf. Mit Super Mario Bros. 3 setzte sich diese Kleidung schlussendlich durch.
In zwei Spielen verliert Mario sogar seine Mütze. In Super Mario 64 verliert Mario seine Mütze bei bestimmten Gegentreffern und findet seine Mütze bei Toad in Peachs Schloss wieder. In New Super Mario Bros. 2 verliert Mario seine Mütze bei 1.000 gesammelten 1 Ups.
Super Mario
Ihre heutige Bekanntheit erlangte die Figur Mario durch die Jump-’n’-Run-Reihe Super Mario. 1983 erschien die Heimkonsole Family Computer (Famicom) in Japan. Da nur gute Softwaretitel einen dauerhaften Erfolg des Systems gewährleisten konnten, übertrug Hiroshi Yamauchi, der Präsident von Nintendo, Shigeru Miyamoto die Leitung eines Teams, das ein neues Spiel für die Konsole entwickeln sollte. Super Mario Bros. wurde in Japan am 13. September 1985 veröffentlicht und zu einem Meilenstein der Videospielgeschichte. In Europa ist der Titel erst zwei Jahre später erschienen.
Weitere Spiele Neben seinen Jump-’n’-Run-Auftritten tauchte Mario in vielen anderen Spielen (meist für Nintendo-Systeme) auf und ist so präsent in Videospielen wie keine andere Figur. Neben zahlreichen Gastauftritten in verschiedenen Spielen tritt er auch abseits der Jump ’n’ Runs als titelgebender Protagonist in zum Teil sehr erfolgreichen Spielereihen auf. Die Popularität der Figur Mario erwies sich als hilfreich, auch diese Spiele bzw. Spieleserien am Markt zu etablieren. Veröffentlicht werden die Spiele von Nintendo, die Entwicklung wurde jedoch zum Teil externen Entwicklerstudios übertragen, beispielsweise Hudson Soft oder Camelot. So unterschiedlich die Genres der Mario-Spiele abseits der Hauptreihe auch sind, besteht ihre Gemeinsamkeit darin, dass sie nahezu alle leicht zu erlernen und für jüngere und ältere Spieler gleichermaßen geeignet sind. Außerdem ist Mario einer der acht Veteranen der Super-Smash-Bros.-Serie. Einen Gastauftritt hat Mario in der SSX-3-Snowboardreihe – allerdings nur in der Nintendo-Version.
Einzelspieler-Spiele Nach dem relativ unbekannten Game-&-Watch-Titel Mario’s Bombs Away von 1983 erschien 1990 das erste größere Mario-Spiel, das kein Jump ’n’ Run ist. Bei Dr. Mario handelt es sich um ein Tetris-ähnliches Spiel, das später für fast alle Nintendo-Konsolen umgesetzt wurde. Im Laufe der Jahre kamen viele weitere Mario-Spiele unterschiedlichster Genres hinzu. Zwei Beispiele sind das Malprogramm Mario Paint, das 1992 für das SNES erschien, und das Flipperspiel Super Mario Ball für den Game Boy Advance. 1996 wurde mit Super Mario RPG: Legend of the Seven Stars Marios erstes Rollenspiel für das SNES veröffentlicht. Bis heute folgten sieben weitere Rollenspiele: Paper Mario für das Nintendo 64, Mario & Luigi: Superstar Saga für den Game Boy Advance, Paper Mario: Die Legende vom Äonentor für den GameCube, Mario & Luigi: Zusammen durch die Zeit für den Nintendo DS und Mario & Luigi: Abenteuer Bowser für den Nintendo DS. Das Nintendo-Wii-Spiel Super Paper Mario wich vom Rollenspiel-Genre ab und wurde ein Jump ’n’ Run mit Rollenspiel-Elementen. Paper Mario: Sticker Star und Mario & Luigi: Dream Team Bros. erschienen für den Nintendo 3DS.
für eine ausführliche Übersicht der Rollenspiele
Mario-Kart-Reihe
Die Mario-Kart-Reihe beinhaltet neun Spiele auf verschiedenen Nintendo-Konsolen. Auf dem Super Nintendo Entertainment System veröffentlichte Nintendo das erste Spiel (Super Mario Kart) der Reihe. Für die Spielekonsole Nintendo 64 kam das zweite Spiel mit dem Titel Mario Kart 64 auf den Markt. Für den Game Boy Advance erschien das klassische Spiel unter dem Namen Mario Kart Super Circuit. Für den GameCube erschien Mario Kart: Double Dash!!. Ein weiterer Titel ist Mario Kart DS für den Nintendo DS. Für die Spielekonsole Wii erschien im April 2008 in Deutschland Mario Kart Wii. Es lässt sich entweder via Bewegungssteuerung mit einem separat erhältlichem Lenkrad oder mit der herkömmlichen Steuerung spielen. Im Dezember 2011 ist Mario Kart 7 für den Nintendo 3DS erschienen. Am 30. Mai 2014 wurde Mario Kart 8 für die Wii U veröffentlicht, welches in der erweiterten Version Mario Kart 8 Deluxe am 28. April 2017 ebenfalls für die Nintendo Switch erschien. Für die Nintendo Switch 2 erschien Mario Kart World.
Mario-Party-Reihe
Mit dem Nintendo-64-Spiel Mario Party von Hudson Soft begründete Mario 1999 eine erfolgreiche Reihe von Minispielsammlungen für bis zu vier Spieler (acht im siebten Teil), deren achter Teil am 22. Juni 2007 in Europa erschienen ist. Dieser Titel ist der erste Ableger der Serie für die 2006 erschienene Heimkonsole Wii und nutzt in den Minispielen die Bewegungssensor- und Pointer-Funktionen der Wii-Fernbedienung.
Sportspiele Einen weiteren wichtigen Teilbereich der Mario-Spiele stellen die Sportspiele dar.