Die Burg Bredenbeck ist der Stammsitz des Adelsgeschlechts Knigge am Nordwestrand des Ortsteils Bredenbeck der Gemeinde Wennigsen in der niedersächsischen Region Hannover.
Geschichte Die Ersterwähnung der Wasserburg erfolgte 1281, als dort eine Urkunde ausgestellt wurde. 1311 besaßen die Herren von Goltern und 1320 die Herren von Sudersen die Burg als Lehen des Bistums Hildesheim. Im Jahr 1338 erhielte die Herren Knigge sie als Lehen und bauten die Burg aus. 1361 wurde eine Hauskapelle gestiftet. Nach einem Brand im Jahr 1550 erfolgte 1560 ein Neubau unter Teilung des Besitzes unter zwei Linien. Für jede Linie wurde ein festes Haus im Renaissancestil auf dem Schlossareal errichtet, wodurch in der Folge zwischen „Burggut“ und „Schlossgut“ unterschieden wurde. Beide Güter wurden 1722 wieder in einer Hand vereint. 1752 wurde auf dem Schloss der berühmte Aufklärer Freiherr Adolph Knigge geboren. Nach seinem Tod 1796 ging das Schloss an die Levester Linie der Knigge. Die heutige Gestalt ist den Umbauten des hannoverschen Hofbaumeisters Georg Ludwig Friedrich Laves zu verdanken, der ab 1822 in den Diensten der Knigge stand. Der dazugehörige Gutshof wurde zwischen 1846 und 1860 errichtet. links|mini|Bredenbeck im Stich von Merian 1654 mini|links|Rest des Wassergrabens
Beschreibung Über die Gestalt der ursprünglichen Burganlage existieren keine Aufschlüsse. Das 1560 errichtete Schloss ist auf Abbildungen aus den Jahren 1599, 1650 und 1749 dargestellt, eine Renaissanceanlage auf ursprünglich fünfeckigem Grundriss zeigen. Sie weist zwei Herrenhäuser, einen quadratischen Turm, vermutlich zwei polygonale Treppentürme und davor liegende Wirtschaftsgebäude auf.
Das heutige Herrenhaus befindet sich an der Stelle des ehemaligen „Burggutes“ und besteht aus einem einfachen Steingebäude. Im Süden und Westen sind noch Teile des Wassergrabens erhalten. Weitere Wasserflächen südlich davon könnten zum ehemaligen „Schlossgut“ gehört haben.
Gerichtsbarkeit Mit dem Gut Bredenbeck seit war seit alters her die Gerichtsbarkeit in Form eines geschlossenen Obergerichts verbunden. Die Familie Knigge übte hier also neben Niederen Gerichtsbarkeit auch die Hohe Gerichtsbarkeit aus und waren damit berechtigt, auch Verbrechen bis hin zur Todesstrafe zu ahnden. Der Gefängnisturm und der Galgen waren sichtbare Zeichen dieser Rechte.Geschichte beim Landesarchiv.
In der Franzosenzeit kam das Königreich Hannover 1810 an das Königreich Westphalen. Dort wurde die Patrimonialgerichtsbarkeit aufgehoben (siehe Justizwesen im Königreich Westphalen), dies galt auch für das Patrimonialgericht Bredenbeck.
1823 ging die Kriminalgerichtsbarkeit zu Bredenbeck an den Landesherrn über, 1849 wurde das Gericht schließlich ganz aufgelöst.
Im Königreich Hannover war die Justizkanzlei Hannover dem Patrimonialgericht als Appellationsinstanz übergeordnet. Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 () Die Gerichtsfunktion des Patrimonialgerichts Bredenbeck ging zum 31. November 1849 damit auf das Amt Wennigsen über.Gesetze, Verordnungen und Ausschreiben für das Königreich Hannover aus dem Zeitraume von 1813 bis 1839. Zweite Folge. 1846 bis 1850: Abth. I. Rechts-Sachen. Abth. II. Staats-Verfassung, Band 10, 1851, S. 172, Digitalisat.
Literatur Henner Hannig: Landkreis Hannover (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland Baudenkmale in Niedersachsen. Band 13.1). Hahn, Hannover 1988, S. 288. Hans-Wilhelm Heine: Wehranlagen. In: Historisch-landeskundliche Exkursionskarte von Niedersachsen. Blatt Barsinghausen. Erläuterungsheft. Verl. für Regionalgeschichte, Bielefeld 1994, S. 68–84. Gustav Stölting-Eimbeckhusen/Börries Frh. von Münchhausen-Moringen: Die Rittergüter der Fürstentümer Calenberg, Göttingen und Grubenhagen. Sachse & Heinzelmann, Hannover 1912, S. 23–30. Victor Jürgen von der Osten: Die Rittergüter der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft. Rivus, Hannover 1996, S. 36–41. Claus Bieger: Bredenbeck. In: Hannover, Nienburg, Hildesheim, Alfeld. Teil II Exkursionen (= Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern. Band 49). Von Zabern, Mainz 1981, S. 179. Wolfgang Braun: Schloss Bredenbeck in: Rekonstruktionszeichnungen von Burgen Niedersachsens, 2012, S. 26 (Online, pdf, 29 MB)
Weblinks
Einzelnachweise
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