Die Polen-Rundfahrt 2023 war die 80. Austragung des polnischen Etappenrennens. Das Radrennen fand vom 29. Juli bis zum 4. August im Rahmen von sieben Etappen statt und war Teil der UCI WorldTour 2023. Die Rundfahrt überschnitt sich im Jahr 2023 mit der Clásica San Sebastián.

Gesamtsieger wurde der Slowene Matej Mohorič (Bahrain Victorious), der sich eine Sekunde vor João Almeida (UAE Team Emirates) durchsetzte. Der dritte Gesamtrang ging an Michał Kwiatkowski (Ineos Grenadiers) mit 17 Sekunden Rückstand. Neben der Gesamtwertung gewann Matej Mohorič auch die Sprintwertung, während sich Markus Hoelgaard (Lidl-Trek) die Bergwertung sicherte. Die Wertung des aktivsten Fahrers entschied Patryk Stosz für sich und die Mannschaftswertung gewann das UAE Team Emirates.

Streckenführung Insgesamt legten die Fahrer in den sieben Etappen 1130,5 Kilometer zurück. Es standen drei flache und drei hügelige Etappen mit einer Bergankunft, sowie ein Einzelzeitfahren auf dem Programm. Die Rundfahrt begann mit einem flachen Abschnitt um Poznań im westlichen Teil des Landes. Im Anschluss führte die Strecke bereits am zweiten Etappentag in Richtung Süden, wo das Riesengebirge durchfahren wurde. Nach einer Bergankunft in Karpacz folgte eine weitere stark profilierte Etappe, ehe die Rundfahrt über einen flacheren Abschnitt in die Karpaten führte. Die 6. Etappe wurde im Rahmen eines Einzelzeitfahrens in Katowice ausgetragen, bevor das Etappenrennen mit einer flachen Zielankunft in Krakau endete. Der höchste Punkt des Rennens wurde auf der 5. Etappe erreicht und befand sich auf der Przełęcz Salmopolska auf 919 Metern Seehöhe. EtappeDatumStreckeTypkm1Sa, 29. Juli 2023Poznań – PoznańFlachetappe183,72So, 30. Juli 2023Leszno – KarpaczHochgebirgsetappe202,93Mo, 31. Juli 2023Wałbrzych – Duszniki-ZdrójMittelgebirgsetappe163,34Di, 1. August 2023Strzelin – OpoleMittelgebirgsetappe198,65Mi, 2. August 2023Pszczyna – Bielsko-BiałaMittelgebirgsetappe198,86Do, 3. August 2023Katowice – KatowiceEinzelzeitfahren16,67Fr, 4. August 2023Zabrze – KrakauMittelgebirgsetappe166,6Gesamtdistanz:1130,5

Reglement Im Rahmen der 80. Auflage wurden Trikots für die Gesamtwertung (gelb), Sprintwertung (weiß), Bergwertung (weiß mit blauen Punkten) und den aktivsten Fahrer (blau) vergeben. Im Rahmen der Bonussprints gab es die Möglichkeit, Punkte für die Wertung des aktivsten Fahrers zu sammeln. Die Bonussprints hatten jedoch keine Auswirkung auf die Sprintwertung. Für die Teamwertung wurden die Zeiten der drei besten Fahrer pro Etappe zusammengezählt. Während der Etappen gab es die Möglichkeit, Zeitbonifikationen zu gewinnen, um sich in der Gesamtwertung zu verbessern. Die Vergabe der Sekunden sowie der Punkte für die Punkte- und Bergwertung wird in der folgenden Tabelle erklärt. 1.2.3.4.5.6.7.8.9.10.11.12.13.14.15.16.17.18.19.20.PlatzSprintwertungZielankunft2019181716151413121110987654321PunkteAktivster FahrerBonussprint321Bergwertung1. Kategorie1075322. Kategorie53213. Kategorie321BonussekunundenZielankunft1064SekundenBonussprint321 Weiters umfasste das Reglement Spezial-Sprints, bei denen Preisgeld vergeben wurden, sowie eine U23-Wertung, die nach dem tödlich verunglückten Bjorg Lambrecht benannt war.

Teilnehmende Mannschaften und Fahrer Neben den 18 UCI WorldTeams starteten auch 5 UCI ProTeams sowie eine Auswahl des polnischen Nationalteams bei dem Rennen. Für jedes Team waren sieben Fahrer startberechtigt.

Als Favoriten galten: Geraint Thomas, Thymen Arensman, Pavel Sivakov (alle Ineos Grenadiers), João Almeida, Brandon McNulty (beide UAE Team Emirates), Damiano Caruso (Bahrain Victorious), Sergio Higuita, Lennard Kämna (beide Bora-hansgrohe), Eddie Dunbar (Jayco AlUla), Tobias Foss (Jumbo-Visma), Mattia Cattaneo, Ilan Van Wilder (beide Soudal Quick-Step) und Max Poole (DSM-Firmenich). Hinzu kamen die beiden Polen Michał Kwiatkowski (Ineos Grenadiers) und Rafał Majka (UAE Team Emirates), bei denen jedoch nicht klar war, ob sie sich aufs Gesamtklassement konzentrieren würden.

Mit Tim Merlier (Soudal Quick-Step), Sam Bennett (Bora-hansgrohe), Olav Kooij (Jumbo-Visma), Fernando Gaviria (Movistar), Pascal Ackermann (UAE Team Emirates), Max Walscheid (Cofidis), Jakub Mareczko (Deceuninck-Alpecin), Gerben Thijssen, Hugo Page (beide Intermarché-Circus-Wanty) und Jon Aberasturi (Lidl-Trek) gingen mehrere endschnelle Fahrer bei dem Rennen an den Start.

Im Zeitfahren der sechsten Etappe galten neben dem Weltmeister Tobias Foss, Stefan Bissegger (EF Education-EasyPost), Matteo Sobrero (Jayco AlUla) und Josef Černý (Soudal Quick-Step) als mögliche Siegesanwärter. UCI WorldTeamsUCI ProTeamsNationalteamsACTGFCARKHPMADCIGDDSMLDTASTICWJAYQ36TBVTJVUADTNNBOHLTKTUDCOFMOVEFESOQ

Rennverlauf und Ergebnisse Die erste Etappe endete in einem Massensprint, in dem sich Tim Merlier (Soudal Quick-Step) vor Olav Kooij (Jumbo-Visma) und Fernando Gaviria (Movistar) durchsetzte. Rund vier Kilometer vor dem Ziel kam es auf den nassen Straßen zu einem Sturz im Hauptfeld, in den auch João Almeida (UAE Team Emirates), Thymen Arensman (Ineos Grenadiers) und Matej Mohorič (Bahrain Victorious) involviert waren. Die gestürzten Fahrer wurden jedoch mit der Zeit des Etappensiegers gewertet. Zudem wurden auf der ersten Etappe keine Zeitbonifikationen vergeben.

Bereits auf der zweiten Etappe fand in Karpacz die einzige Bergankunft der Rundfahrt statt. Im Sprint setzte sich Matej Mohorič vor João Almeida, ehe Michał Kwiatkowski (Ineos Grenadiers) als erster einer Gruppe von acht Fahrern mit einem Rückstand von vier Sekunden folgte. Der Schlussanstieg führte zu einer Selektion im Gesamtklassement, wobei Damiano Caruso (Bahrain Victorious) 30 Sekunden verlor und Sergio Higuita (Bora-hansgrohe) das Ziel mit einem Rückstand von 45 Sekunden erreichte. Thymen Arensman und Geraint Thomas (beide Ineos Grenadiers) erreichten das Ziel mit einem Rückstand von mehr als drei Minuten und fielen in der Gesamtwertung weit zurück. Der Etappensieger Matej Mohorič übernahm das Gelbe Trikot von Tim Merlier und lag nun vier Sekunden vor João Almeida und zehn Sekunden vor Michał Kwiatkowski. Die restlichen Fahrer der Top 10 wiesen einen Rückstand von 14 Sekunden auf.

Auf der selektiven dritten Etappe kam es zu einem Sprint aus einer kleinen Gruppe. In diesem setzte sich Rafał Majka (UAE Team Emirates) vor dem Gesamtführenden Matej Mohorič und Michał Kwiatkowski durch. Die ersten 25 Fahrer wurden mit der gleichen Zeit gewertet. In der Gesamtwertung rückte Rafał Majka auf den zweiten Rang vor und lag nun zeitgleich mit seinem Teamkollegen João Almeida zehn Sekunden hinter Matej Mohorič, der das Gelbe Trikot verteidigte.

Die vierte Etappe endete in einem Massensprint, den Olav Kooji vor Marijn van den Berg (EF Education-EasyPost) und Matteo Moschetti (Q36.5) gewann. Auf der fünften Etappe kam es zu einem Sprint aus einem reduzierten Fahrerfeld, in dem sich Marijn van den Berg vor Matej Mohorič und João Almeida durchsetzte. Vor dem Einzelzeitfahren lag Matej Mohorič nun zwölf Sekunden vor João Almeida.

Das Einzelzeitfahren der sechsten Etappe gewann der Italiener Mattia Cattaneo (Soudal Quick-Step) mit einem Vorsprung von 13 Sekunden auf João Almeida. Geraint Thomas folgte als Etappendritter mit einer weiteren Sekunde Rückstand. Matej Mohorič verteidigte mit Platz elf die Gesamtführung, liegt nun jedoch zeitgleich mit João Almeida auf der ersten Position. Dahinter folgt Michał Kwiatkowski mit einem Rückstand von 14 Sekunden.

Auf der letzten Etappe setzte sich Matej Mohorič beim ersten Zwischensprint vor João Almeida durch und lag somit im Gesamtklassement eine Sekunde vor dem Portugiesen. Beide erreichten das Ziel im Hauptfeld, womit Matej Mohorič als Gesamtsieger der Rundfahrt feststand. Im Zielsprint setzte sich Tim Merlier vor Arvid de Kleijn (Tudor) und Fernando Gaviria durch und feierte so seinen zweiten Etappensieg.

Etappe 1: Poznań–Poznań (183,7 km)

Die erste Etappe startete und endete in Poznań. Die einzige Bergwertung der flachen Strecke, sowie der erste Zwischensprint wurden in Suchy Las bereits nach rund 15 Kilometern erreicht. Die Bergwertung befand sich auf einer Höhe von 131 Metern und war als Anstieg der 3. Kategorie klassifiziert. Im Anschluss wurden weitere Zwischensprints in Murowana Goślina und Kostrzyn ausgefahren. Weiters gab es zwei Spezial-Sprints in Pobiedziska und Środa Wielkopolska. Das Ziel befand sich auf der Tor Poznań Rennstrecke, die im Finale einmal absolviert wurde. Rund zwei Kilometer vor dem Ziel stieg die Straße für rund einen Kilometer an und wies dabei maximale Steigungsprozente von bis zu 14 % auf. Die rund 300 Meter lange Zielgerade war jedoch flach. Ergebnis 1. Etappe PlatzFahrerNationTeamZeit1.Tim MerlierSoudal Quick-Step4:10:18 h (44,03 km/h)2.Olav KooijJumbo-Visma"3.Fernando GaviriaMovistar"4.Sam BennettBora-hansgrohe"5.Max WalscheidCofidis"6.Maciej PaterskiPolen"7.Stanisław AniołkowskiHuman Powered Health"8.Jon AberasturiLidl-Trek"9.Jakub MareczkoAlpecin-Deceuninck"10.Gerben ThijssenIntermarché-Circus-Wanty"Gesamtwertung nach der 1. Etappe PlatzFahrerNationTeamZeit1.Tim MerlierSoudal Quick-Step4:10:18 h (44,03 km/h)2.Olav KooijJumbo-Visma"3.Fernando GaviriaMovistar"4.Sam BennettBora-hansgrohe"5.Max WalscheidCofidis"6.Maciej PaterskiPolen"7.Stanisław AniołkowskiHuman Powered Health"8.Jon AberasturiLidl-Trek"9.Jakub MareczkoAlpecin-Deceuninck"10.Gerben ThijssenIntermarché-Circus-Wanty" Etappe 2: Leszno–Karpacz (202,9 km)

Die zweite Etappe startete in Leszno und endete mit einer Bergankunft in Karpacz auf einer Höhe von 792 Metern. Vom ersten Kilometer an führte die Strecke in Richtung Süden und passierte nach 17,4 Kilometern den ersten Zwischensprint in Góra. Im Anschluss gelangten die Fahrer über Lubin zum Spezialspint in Świeradów-Zdrój. Nun führte die Strecke ins Riesengebirge und überquerte nach zwei nicht-kategorisierten Anstiegen den Przełęcz pod Średnicą (566 m), der als Bergwertung der 2. Kategorie klassifiziert war. Unweit des Seidorf Mountain Resort wurde in der Gemeinde Sosnówka (655 m), rund 40 Kilometer vor dem Ziel eine weitere Bergwertung der 2. Kategorie abgenommen, ehe am Ufer des Zbiornik Sosnówka der zweite Spezial-Sprint erfolgte. Kurze Zeit später begann die Straße anzusteigen und führte über Miłków, Ściegny zum Zielort Karpacz, wo sich die Ziellinie auf der Olimpijska neben einem großen Parkplatz befand. Die unrhythmische Schlusssteigung war rund drei Kilometer lang und beinhaltete Rampen von bis zu 15 %. Ergebnis 2. Etappe Platz Fahrer Nation Team Zeit1. Matej MohoričBahrain Victorious4:56:59 h (40,99 km/h)2.João AlmeidaUAE Team Emirates"3.Michał KwiatkowskiIneos Grenadiers + 0:04 min4.Oscar OnleyTeam DSM"5.Ilan Van WilderSoudal Quick-Step"6.Lenny MartinezGroupama-FDJ"7.Samuele BattistellaAstana Qazaqstan Team"8.Eddie DunbarTeam Jayco AlUla"9.Sylvain MoniquetLotto Dstny"10.Rafał MajkaUAE Team Emirates"Gesamtwertung nach der 2. Etappe PlatzFahrerNationTeamZeit1. Matej MohoričBahrain Victorious9:07:07 h2.João AlmeidaUAE Team Emirates + 0:04 min3.Michał KwiatkowskiIneos Grenadiers + 0:10 min4.Ilan Van WilderSoudal Quick-Step + 0:14 min5.Samuele BattistellaAstana Qazaqstan Team"6.Eddie DunbarTeam Jayco AlUla"7.Oscar OnleyTeam DSM"8.Sylvain MoniquetLotto Dstny"9.Lenny MartinezGroupama-FDJ"10.Rafał MajkaUAE Team Emirates" Etappe 3: Wałbrzych–Duszniki-Zdrój (163,6 km)